Berliner Schlagerduo kaufte Maiers VIP-Bus

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Stefan Maier hat noch den Zweit- und Reserveschlüssel des Sprinters. Für ihn unerklärlich, das allein der Umstand, das er diese noch hat, nicht überzeugend sind, das er den Sprinter nicht freiwillig abgegeben hat.
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Klage beim Landgericht Berlin eingereicht. Warum ein Unternehmer vor Gericht sein eigenes Fahrzeug einklagen muss.

Aalen-Wasseralfingen. Stefan Maier kämpft weiter um seinen „unterschlagenen“ VIP-Bus. Jetzt hat der Wasseralfinger Klage gegen den Käufer erhoben. Bei dem Berliner handelt es sich um den Sänger eines Schlagerduos.

Den Namen seines Schlagerduos möchte der Käufer nicht in der Zeitung lesen. Zum konkreten Fall möchte er sich auch nicht äußern. Er ließ aber durchblicken, dass er das Fahrzeug nicht herausgeben wird. Der Anwalt des Berliners war für unsere Redaktion nicht zu erreichen. Genauso wie Maier könnte der Berliner Opfer eines Betrügers geworden sein.

Luxus-Fahrzeug für Schnäppchen gekauft

Kurzer Rückblick: Maier vermietet seinen luxuriös ausgestatteten VIP-Mercedes-Bus (neun Ledersitze, TV, Kühlschrank, Spezialverglasung) an einen Mann namens David Chris. Wie sich am Ende herausstellt, hatte der polizeibekannte Mann falsche Ausweise vorgezeigt. Noch während der Mietvertrag läuft, verkauft der Ganove das Fahrzeug an den Berliner Sänger. Der Betrug fällt auf, als der Berliner den Wagen bei der Kfz-Zulassungsstelle ummelden möchte. Die vorgelegte Zulassungsbescheinigung war ebenfalls gefälscht. Doch statt das Fahrzeug an Stefan Maier zurückzugeben, entscheidet das Amtsgericht Ingolstadt am 21. September, dass das Fahrzeug beim „Gewahrsamsinhaber“, sprich beim Berliner verbleibt.

Aktuell kann niemand mit dem Neun-Sitzer fahren, weil er auf dem Parkplatz einer Polizeistation sichergestellt ist. Für Maier eine finanzielle Katastrophe, weil er weiter Raten und Versicherung bezahlen muss. Auch der Berliner kann das Fahrzeug nicht fahren. Wem das Fahrzeug am Ende gehört, muss nun zivilrechtlich entschieden werden.

Gab es Warnsignale für den Käufer?

Maier hat beim Landgericht Berlin nun Klage gegen den Berliner eingereicht und die Herausgabe seines Fahrzeuges gefordert. Laut Maier war der Erwerb des Fahrzeuges nämlich nicht rechtens. Außerdem, so die Argumentation Maiers, hätte der Käufer beim Kauf durchaus Warnsignale sehen müssen. Der Kaufpreis sei mit 33.000 Euro deutlich günstiger gewesen als bei vergleichbaren Fahrzeugen. „Normalerweise kosten solche Fahrzeuge mit dieser Laufleistung und Ausstattung mehr als das Doppelte“, sagt Maier. Außerdem konnte der Betrüger keinen Zweitschlüssel aushändigen. Auch das seien deutliche Signale, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Maier hofft, dass der Klage stattgegeben wird und er schnell sein Auto zurückbekommt. Als Inhaber einer Fahrservice-Firma ist er darauf angewiesen, dass das Auto vermietet wird und er mit diesen Einnahmen die Rechnungen bezahlen kann.

Mehr zum Thema: Gericht gibt Fahrzeug nicht an Besitzer zurück.

 

Eigentlich möchte Stefan Maier statt einer leeren Parklücke seinen Luxus-Sprinter vorfinden.

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