Besonderer Fund: Kleinstes Bauwerk aus Dopfersteinen

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Wolfgang Seckler, Ausbildungsleiter im Bildungszentrum Bau in Aalen legt den Maßstab an: Lediglich zwei Meter hoch ist das freigelegte Häuschen, das 1903 aus Dopfersteinen erbaut wurde.
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Was auf dem Gelände Maiergasse 7 jahrzehntelang vergessen hinter dichtem Gestrüpp schlummerte. Und was jetzt damit passiert.

Aalen-Wasseralfingen

Es ist ein geschichtsträchtiger Fund für Wasseralfingen: „Das Häusle ist das kleinste Bauwerk aus Dopfersteinen in Wasseralfingen, das noch existiert.“ Christa Hartmann, stellvertretende Vorsitzende im Bund für Heimatpflege Wasseralfingen, steht am Rande des seither unbebauten Areals Maiergasse 7. Wenige Meter entfernt von einer kleinen Hütte aus gemauertem Stein mit Satteldach, 1,24 Meter breit, zwei Meter lang und ebenso hoch.

Lange Jahrzehnte lag das Häusle hier hinter dichtem Wildwuchs versteckt. Weil die Firma Auchter auf dem bislang unbebauten Grundstück vier Mehrfamilienhäuser bauen will, wurde das Areal zum Jahresende 2021 gerodet. Christa Hartmanns wachem und kundigem Blick ist es zu verdanken, dass die 1903 als Hühnerstall erbaute Dopferstein-Hütte (das geht aus einem Katastereintrag hervor, Anm. d. Red.) nicht schon abgerissen wurde. Gemeinsam mit Ortsvorsteherin Andrea Hatam hält Hartmann diesen Fund für die Wasseralfinger Geschichte für so bedeutungswürdig, dass schnell der Entschluss gereift ist, die Hütte zu erhalten.

Christa Hartmann hat folgenden Plan: Die Hütte soll an Ort und Stelle sorgsam Stein für Stein abgebaut, und an anderer Stelle wieder zusammengesetzt und danach umgesiedelt werden. „Als neuer Standort würde sich der Garten des Sieger-Köder-Hauses in der Ritter-Ulrich-Straße eignen“, so Hartmann. Zumal das Haus Anton Dopfer, Vater des späteren Dopferstein-Erfinders Franz Dopfer, erbaut hatte. Museumsobjekt soll die Hütte künftig sein und zugleich Würdigung der Familie Dopfer.

Nur: Wer baut das Häusle sachkundig ab? „Dafür braucht unser Heimatverein sicher Unterstützung“, meint die Ortsvorsteherin, die auf freiwillige Helfer hofft. Der Wiederaufbau wird unproblematischer. Die Firma Auchter hat den Kontakt zu Wolfgang Seckler hergestellt, Ausbildungsleiter im Bildungszentrum Bau in Aalen. „Wir übernehmen das Material und errichten dann die komplette Hütte auf einer transportablen Bodenplatte“, sagt Seckler. Für die Azubis sei eine Arbeit mit regionalen Materialien, die es sonst nirgendwo gibt, hochinteressant. „Wir unterstützen das gerne.“

Der Familie Dopfer hat Wasseralfingen viel zu verdanken. „Auch die Alfing-Gründung“, sagt Christa Hartmann. Anton Dopfer, geboren 1822, hatte auf dem Gelände eine Dampfziegelei.

Der Dopferstein-Erfinder: Sein Sohn, Bauingenieur Franz Dopfer, hatte die Idee, den Abfallstoff aus der Wasseralfinger Eisenindustrie, die Schlacke aus den Hochöfen, zu verarbeiten. Im 19. Jahrhundert haben die von der Familie Dopfer produzierten Steine das Gesicht Wasseralfingens nachhaltig geprägt.

Mit Dopfersteinen wurden unter anderem auch die Stephanuskirche und das Bürgerhaus gebaut.

Für den Abbau brauchen wir sicher Unterstützung.“

Andrea Hatam, Ortsvorsteherin
Lediglich zwei Meter hoch ist das freigelegte Häuschen. Früher diente es als Hühnerstall.
Lediglich drei Quadratmeter misst das Innere des freigelegten Häuschens. Früher diente es als Hühnerstall.
Wolfgang Seckler, Christa Hartmann und Andrea Hatam.
Lediglich drei Quadratmeter misst das Innere des freigelegten Häuschens. Früher diente es als Hühnerstall.
Christa Hartmann hat in Sachen Dopfersteinhaus in Wasseralfingen recherchiert.
Wohnraum soll auf dem Grundstück an der Maiergasse 7 in Wasseralfingen entstehen.

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