Besucherbergwerk braucht Mitglieder und Besucher

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Wann die Einfahrt in den Tiefen Stollen wieder ohne Einschränkung möglich ist, weiß im Moment noch niemand. Das Bild zeigt eine Seniorengruppe im Juni 2019. Archivfoto: hag

Trotz Pandemie hat sich beim Verein Bergwerk Tiefer Stollen viel bewegt.

Aalen-Wasseralfingen. Vereinsvorsitzender, Oberbürgermeister Thilo Rentschler, sprach zu Beginn der Mitgliederversammlung des Besucherbergwerks zunächst über die bis zum 1. November laufende Ausstellung „Der letzte Guss“ in der Museumsgalerie Wasseralfingen. Er verband dabei das für die Mitarbeiter schmerzhafte Ende des Eisengießens anno 2019 mit der Neuansiedlung des Unternehmens ZEI-Tec an geschichtsträchtigem Ort.

„Es geht weiter“, sagte Rentschler. Eine große zweistellige Millionensumme werde in die neue Produktlinie investiert und eine Zeitenwende in der Energie-Branche eingeläutet. Rentschler bat aber auch darum, die Verdienste der Montan-Industrie nicht unter den Teppich zu kehren. „Ohne den Wohlstand der Produktion der Vergangenheit gibt es auch keine Rettung des Planeten“, so der Vereinsvorsitzende. Die Vergangenheit habe den Wohlstand gebracht und Klimaschutz müsse jetzt kreativ und vernünftig unter der großen Flagge der Ökologie betrieben werden.

Technischer Leiter Fritz Rosenstock pflichtete ihm bei: „Wir sollten nicht in Hysterie ausarten und die alten Technologien plötzlich schlecht machen.“ Trotz Pandemie sei im Bergwerk und im Verein viel geleistet worden, erklärte Rentschler. Derzeit zählt der Verein 199 Mitglieder. Rentschlers Amtsnachfolger Frederick Brütting, dessen Wahl am 26. November anlässlich des Barbara-Tags stattfinden soll, wurde als 200. Mitglied avisiert.

Klar zum Ausdruck gebracht wurde, dass man in Sachen Werbung das Besucherbergwerk puschen will. Mitglieder- und Besucherwerbung seien oberste Maxime, so Rentschler.

Rosenstock ließ das Pandemie-Jahr 2020 Revue passieren. Man habe viel aufgearbeitet, unter wie über Tage. Dies alles sei nicht einfach gewesen, ganz obenan habe die Einhaltung der Corona-Richtlinien gestanden, als am 29. Mai das Besucherbergwerk geöffnet wurde.

Therapie- und Sonderführungen hätten nicht stattgefunden. Die Asthma-Therapie werde am 1. September wieder öffnen und Rosenstock kündigte ein Projekt zusammen mit der Aalener Kinderklinik an. Auch derzeit seien noch keine Sonderführungen möglich, und auch im klassischen Besucherbereich könne man wegen der zum Teil engen Stollen noch kein Komplettangebot präsentieren.

Die Pandemie habe aber auch Chancen geboten. So könne man mit Erfolg auf das neue Online-Buchungssystem verweisen. „Wir sind auf dem richtigen Weg, auch wenn der Neustart am 3. Juni verhalten war“, sagte der Technische Leiter.

Man werde die größten Werbeausgaben seit über 30 Jahren tätigen, um das „Alleinstellungsmerkmal Therapie und Besucherbergwerk ins rechte Licht zu rücken“. Das Besucherbergwerk lebe von der Teamfähigkeit der Mitglieder, alle zögen an einem Strang.

Bei den Neuwahlen wurde Dr. Hans-Joachim Bayer als zweiter Vorsitzender und Bergbau-Beauftragter bestätigt, Schriftführerin bleibt Monika Rockmeier. Als Schatzmeister fungiert wie bisher Gerhard Schuster.

Unter Verschiedenes wurde bekannt gegeben, dass der Bergbaupfad durch Informationstafeln ergänzt werden soll, verstärkt im Tannenwäldle, wo sich früher Abbaustellen befanden. Rentschler bat um Verständnis, dass man auch beim hoffentlich vom 2. Dezember bis zum 5. Dezember stattfindenden Weihnachtsmarkt nur getesteten, geimpften und genesenen Besuchern Einlass bieten könne. ls

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