Die Neubauprojekt im Detail

Damit die Kirche wieder sichtbar wird

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Die Baustelle des evangelischen Gemeindezentrums samt Kita im Zwickel von Julius-Schall-Straße (l.) und Karlstraße (rechte Bildhälfte). Der unterkellerte Bereich des künftigen Gemeindezentrums ist bereits betoniert. Rechts davon werden gerade die Betonfundamente für die Kindertagesstätte hergestellt. Links neben der Magdalenenkirche das alte Pfarrhaus aus dem Jahr 1893.
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Das neue evangelische Gemeindezentrum an der Wasseralfinger Karlstraße wächst allmählich aus dem Boden heraus. Warum das ein Zeichen für einen Neuanfang ist.

Aalen-Wasseralfingen

Hier pulst künftig das Herz der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen: Hinter der Magdalenenkirche wächst die „Neue Mitte“ der Gemeinde allmählich aus dem Boden heraus. Der unterkellerte Bereich des künftigen Gemeindezentrums ist fertig betoniert. Aktuell legt die bauausführende Firma Haas aus Maihingen im Ries die Betonfundamente für die benachbarte, nicht unterkellerte Kindertagesstätte an.

Spätestens seit dem Spatenstich im Dezember, beziehungsweise seit Beginn der Bauarbeiten Ende Februar, ist Uwe Quast nicht mehr nur Pfarrer, sondern zugleich auch Bauherr. Und weil es um ein Projekt der öffentlichen Hand geht, muss alles mit allen Gremien gut koordiniert und abgesprochen werden. „Es braucht viel Gemeindearbeit und viel Lernbereitschaft von allen Seiten“, stellt Quast fest. „Die Basis ist aber dieselbe wie für unsere aktuelle und künftige Gemeindearbeit: die Kommunikation.“

Ein Glück: Im Frühsommer 2022 bereits soll das neue Gemeindezentrum mitsamt der angedockten Kindertagesstätte fertiggestellt sein. Die Kosten liegen im Plan. Derzeit, so Quast, gehe er davon aus, dass der Kostenrahmen von 4,7 Millionen Euro nicht gesprengt wird. „Zum Glück haben wir 70 Prozent der Vergaben schon vor der Kostenexplosion der Baustoffe getätigt.“

Verdächtiges Material: Schon im Februar wurden Erdproben aus dem Aushub auf Schadstoffe hin untersucht. „Sie waren nicht kontaminiert“, berichtet Quast. Allerdings sei man dann beim Aushub für die Kita erneut auf verdächtiges Material gestoßen. Dabei handelt es sich um schwarz verfärbte Teile des Kellerfundaments der alten Karlschule, die laut Quast „sehr geruchsintensiv“ seien. Auch davon werden nun Materialproben untersucht werden.

Kritiker sind verstummt: „Das ist für mich der größte Erfolg“, resümiert Uwe Quast. Denn noch vor fünf Jahren, in der Planungsphase, sei das Projekt auf teils vehemente Ablehnung gestoßen. Doch inzwischen habe sich das Stimmungsbild völlig gewandelt. „Jetzt begrüßen alle das Bauwerk, die Vorfreude ist groß“, freut sich der Pfarrer.

Kindergartengebäude „Regenbogen“ bereits verkauft: Der Kindergarten „Regenbogen“ und die „Krippe unterm Regenbogen“, die vorübergehend im Wasseralfinger Rathaus untergekommen ist, sollen künftig beide unter einem Dach im Neubau hinter der Magdalenenkirche zusammengeführt werden. Derweil ist das bestehende Kita-Gebäude „Regenbogen“ an die Aalener Wohnungsbau verkauft. Mittelfristig soll es abgerissen werden. Doch da der Bedarf an städtischen Betreuungsplätzen weiter hoch ist, wird es wohl vorläufig noch als Betreuungseinrichtung genutzt werden, deutet Sascha Kurz, Kirchengemeinderatsmitlied und zugleich städtischer Pressesprecher, an.

Das große Ziel ist die Erneuerung und Stärkung der Gemeindearbeit. Dabei geht es nicht nur um ein verstärktes Sichtbarwerden der Kirche mithilfe des modernen Gemeindezentrums in unmittelbarer Nachbarschaft. Sondern auch um einen Neuanfang, den das Neubauprojekt markiert. „Wir wollen verschiedene Aktionen machen, Alt und Jung in neuen Gemeindezentrum und auf dem Platz davor zusammenbringen“, erzählt Quast. „Deshalb ist es wichtig, dass es bei unserer Fundraising-Aktion nicht nur ums Geld geht, sondern auch um die Gemeinschaftlichkeit“, ergänzt Pfarrer Stephan Stiegele.

Das Spendenziel: 120 000 Euro will die Kirchengemeinde mit Hilfe von Aktionen für das Projekt einsammeln, knapp 29 000 Euro sind schon beisammen. In Planung sind beispielsweise ein Flohmarkt „Verborgene Schätze“ und ein „Lauf um die Kirche“.

Dass die Kritiker verstummt sind, ist für mich der größte Erfolg.“

Uwe Quast, Pfarrer

Ab März wird das alte Pfarrhaus saniert

Das neue Gemeindezentrum ist ein zweigeschossiges Gebäude. Gemeindesaal und eingruppige Kinderkrippe befinden sich im Erdgeschoss. Im Obergeschoss befinden sich zwei getrennte Gruppenräume für jeweils 25 Kinder über drei Jahre. Insgesamt bietet die Kita Platz für 57 Kinder. Im OG angesiedelt wird auch ein Essbereich mit Küche. Zentraler Punkt in der Mitte des Zentrums ist ein Platz für Gemeindefeste und Aktionen.

Die Kosten: 4,6 Millionen Euro gesamt. Knapp 2,7 Millionen Euro Zuschüsse kommen von der Stadt Aalen, von der Landeskirche und dem Kirchenbezirk. Etwa 1,9 Millionen Euro muss die evangelische Kirchengemeinde aus Eigenmitteln finanzieren. 1,47 Millionen Euro stehen bereits zur Verfügung. Sie stammen aus Rücklagen, Spenden und Erlösen aus dem Verkauf der Immobilien „Arche Noah“ und Bismarckstraße.

Das alte Pfarrhaus neben der Magdalenenkirche stammt aus dem Jahr 1893. Das denkmalgeschützte Gebäude soll parallel mit dem Bau des neuen Gemeindezentrums saniert werden. Geschätzte Kosten: 570 000 Euro. Ins dann sanierte Gebäude sollen Gemeindebüro, Kirchenpflege und Pfarramt ziehen. „Die Sanierungsarbeiten werden nach dem Ende der Vesperkirche, also Anfang März 2022 beginnen“, sagt Diakon Jörg Dolmetsch.

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