Darum werden in Treppach und Wasseralfingen Stolpersteine verlegt

+
Vier Stolpersteine werden insgesamt in Treppach und Wasseralfingen verlegt.
  • schließen

Diese Geschichten stecken hinter den Stolpersteinen, die am Samstag, 23. Oktober, verlegt werden.

Aalen-Wasseralfingen. Eine weitere Serie sogenannter Stolpersteine wird vom Initiator Gunter Demnig am Samstag, 23. Oktober, verlegt. Drei Steine werden in Treppach und einer in Wasseralfingen gelegt. In beiden Teilorten sind es die ersten dieser Gedenksteine. Mit ihnen soll an vom Naziregime ermordete Mitbürgerinnen und Mitbürger werden.

„Viele Menschen wissen zu wenig, was in dieser Zeit Grauenvolles passiert ist, auch in Wasseralfingen“, sagte Ortsvorsteherin Andrea Hatam in einem Pressegespräch. „Es ist gut, dass die Erinnerung daran durch solche Aktionen geweckt wird.“ Fred Ludwig, Sprecher der Aalener Stolpersteininitiative, die zusammen mit dem Bund für Heimatpflege Wasseralfingen die Schicksale der vier Menschen erforschte, stellte die Arbeitsweise der 2015 gegründeten Initiative vor. Man sei froh, dass jetzt die dritte Verlegung in Aalen stattfinden könne. Demnig habe inzwischen rund 80 000 Stolpersteine in ganz Westeuropa verlegt.

Albrecht Jenner vom Bund für Heimatpflege schilderte die Lebensläufe der vier Ermordeten. Treppach: In Treppach hatte die 17-jährige Maria Angstenberger eine Beziehung mit dem polnischen Zwangsarbeiter Boguslaw Drazek, aus der ein Sohn namens Günter entstammte – „und das war wegen der sogenannten Blutschande für alle tödlich“, sagte Jenner. Für sie werden in Treppach die Steine gesetzt.

Wasseralfingen: In Wasseralfingen wird der Schuhmacher Adam Vogt am Haus Schloßstraße 46 gewürdigt. Er hatte „Judenhandel“ betrieben, jüdischen Mitbürgern geholfen und „Feindsender am Radio gehört“. Er starb vermutlich in einem Baubataillon an der Ostfront in Russland.

„Es ist sehr wichtig, dass durch solche Stolpersteine und die genaue Recherche eine Bewusstseins- und Erinnerungskultur geschaffen wird. Gerade wenn die Zeitzeugen sterben“, sagte Pfarrer Bernhard Richter. Andrea Hatam kündigte für Mitte nächsten Jahres die Verlegung einer Stolperschwelle am vermutlichen Eingang des ehemaligen Konzentrationslagers in Wasseralfingen an.

Die feierliche Verlegung in Treppach in der Pfahlstraße 2 beginnt am 23. Oktober um 12 Uhr. Dort spricht OB Frederick Brütting und Albrecht Jenner stellt die Opfer vor, die Sängerlust Treppach umrahmt die Veranstaltung. Die Zeremonie in Wasseralfingen beginnt um etwa 13 Uhr, es sprechen Andrea Hatam, Sybille Schwenk, die über Adam Vogt geschrieben hat, und Bruno Steimle von der Stolpersteininitiative. Schüler der Karl-Kessler-Schule umrahmen musikalisch. Jürgen Eschenhorn

Zu den Verlegungen besteht die Möglichkeit, in einem Bus mitzufahren. Er fährt um 11.30 Uhr am Schloss ab. Anmeldung bis 15. Oktober unter Telefon (07361) 97910, oder per Mail: rathaus.wasseralfingen@aalen.de.

Zurück zur Übersicht: Wasseralfingen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare