Die SHW-Kunstgusssammlung ist gesichert

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Derzeit befinden sich die Kunstgüsse in dem Modellmagazin, einem denkmalgeschützten Fachwerkhaus aus dem Jahr 1865, direkt am Kocherufer auf dem Gelände an der Stiewingstraße in Wasseralfingen.

Die Kunstgüsse aus Eisen sollen geordnet und in einem Museum ausgestellt werden. Dr. Stefan Horrer erklärt, warum die Sammlung so besonders ist.

Aalen-Wasseralfingen

Ofenplatten und Gussformen soweit das Auge reicht: Auf dem Gelände der ehemaligen Firma SHW CT lagern etliche Kunstgüsse aus Eisen. "Das Land Baden-Württemberg hat die Zukunft der kulturhistorischen Sammlung aus den Beständen der ehemaligen Schwäbischen Hüttenwerke nun gesichert", verkündet Dr. Stefan Horrer, Leiter des Amtes Schwäbisch Gmünd des Landesbetriebs Vermögen und Bau.

Und wie kam es dazu? Möglich gemacht habe dies die Zusammenarbeit des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Schwäbisch Gmünd, mit dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, der Stadt Aalen mit dem ansässigen Kultur- und Heimatverein sowie dem neuen Grundstückseigentümer des Geländes der ehemaligen Firma SHW CT.

Landeskonservatorin Professorin Dr. Ulrike Plate sieht es als Glücksfall an, dass sich der neue Eigentümer bereit erklärt, die Sammlung an ihrem historischen Ort zu erhalten. Horrer freut sich, dass die Teile der Sammlung, die dem Land noch nicht gehörten, zu einem moderaten Preis erworben werden konnten.

"Um der umfangreichen Sammlung und der heimatgeschichtlichen Bedeutung des Kulturdenkmals gerecht zu werden, wird durch das Landesamt für Denkmalpflege eine Inventarisierung vorgenommen. Hierbei wird jeder einzelne der rund 2000 Gegenstände dokumentiert und katalogisiert", erklärt Horrer. Sobald diese Arbeit abgeschlossen sei, könne gemeinsam mit allen Beteiligten ein Zukunftskonzept zur Präsentation der Ausstellungsgegenstände erarbeitet werden. "Dabei stehen vor allem der Zusammenhalt und die Bewahrung der Sammlung sowie deren Bedeutung für die Region im Vordergrund." Ein Teil der Sammlung soll in Königsbronn, dem Ursprungsort der Schwäbischen Hüttenwerke, ausgestellt werden.

Und welche Gegenstände lagern in Wasseralfingen? "Die Sammlung besteht aus einer Vielzahl an metallenen Ofenplatten, Öfen und Gussformen aus den vergangenen Jahrhunderten des Eisenkunstgusses in der Region und veranschaulicht die Entwicklung der Gusstechniken auf einzigartige Weise", erklärt Horrer.

"Durch das Landesamt für Denkmalpflege wurde die Sammlung als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung in das Denkmalbuch eingetragen und ein Verbringungsverbot der einzelnen Stücke erlassen. Dieses dient der nachhaltigen Sicherung des Kulturgutes, um eine Zerstückelung und damit die Zerstörung dieser wertvollen Sammlung in ihrer Gesamtheit zu verhindern", erklärt Horrer weiter.

Ein wichtiger Schritt zur Bewahrung des Kulturdenkmals konnte durch die Übertragung aller Sammlungsteile an das Land Baden-Württemberg, vertreten durch den Landesbetrieb Vermögen und Bau, erzielt werden, wie der Regierungsdirektor sagt. Die Stücke wurden aus der Insolvenzmasse des Traditionsunternehmens herausgelöst und das Eigentum rechtssicher dem Land Baden-Württemberg übertragen.

Im ersten Stock des Museums sind viele gegossene Platten gelagert.
2000 einzelne Gegenstände warten auf dem SHW CT-Gelände darauf, entdeckt zu werden.

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