„Eiserne Geschichten“ von der Ostalb

+
Helmut Moser erzählt „eiserne Geschichten“ von der Ostalb im Rahmen der Ausstellung „Der letzte Guss“ im Wasseralfinger Bürgerhaus.

Helmut Moser erinnert in Wasseralfingen an die Geschichte der Eisenverarbeitung.

Aalen-Wasseralfingen. In der sehr gut besuchten Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Der letzte Guss“ beleuchtete Referent Helmut Moser die Geschichte der Eisenverarbeitung in einem großen Spannungsbogen von der Zeit der Kelten bis in die Gegenwart.

Vor mehr als 2500 Jahren waren es die Kelten, die die Eisenverarbeitung in unserer Gegend nachweislich voranbrachten. Auch in den folgenden Jahrhunderten war das sogenannte „Härtsfeldgold“ – gemeint ist das eisenhaltige Bohnerz – eine wichtige Grundlage der Eisengewinnung, lange bevor das Stufenerz, etwa am Braunenberg, abgebaut wurde.

Im Mittelalter waren die damals Mächtigen – die Fürsten, Grafen, Äbte – aber auch Bürgermeister, wie der von Ulm, die treibenden Kräfte in der Region, führte Moser aus.

Besonders hervorgetan haben sich dabei die Grafen von Helfenstein. Ein bedeutender Markstein war die Verleihung des Bergbauregals (das Recht zum Abbau von Eisenerz) an Graf Ulrich d.J, im Jahre 1365 durch Kaiser Karl IV.

Wie häufig in Adelskreisen üblich, spielte auch die Heiratspolitik eine große Rolle. So erzählte der Referent als eine seiner „Homestories“, wie eine bosnische Herzogin hier herkam – natürlich mit einer entsprechenden Mitgift.

Auch auf die Bedeutung des Heidenheimer Raums, von Königsbronn, Unterkochen und von Essingen (Tauchenweiler) verwies Moser.

Ihren Höhepunkt der technologischen Führung erreichte die Eisenherstellung und Verarbeitung nach der Ellwanger Zeit durch die Zusammenführung der einzelnen Werke unter der Regie des Königreichs Württemberg im Zuge der Säkularisierung. Zentrum der württembergischen Eisenverarbeitung wurde bekanntlich Wasseralfingen.

Diese für die Region Ostwürttemberg prägende Geschichte sei ein Erbe, das nicht vergessen werden dürfe. Unter sehr schweren Arbeitsbedingungen schufen viele tausende Bergleute und Gießereiarbeiter sowie Techniker und Ingenieure die Grundlage der heutigen Industrie. Davon zeugen auch die vielen gusseisernen Erzeugnisse, vor allem auf dem Gebiet der 2019 stillgelegten Gießerei in Wasseralfingen.

Ortsvorsteherin Andrea Hatam dankte Helmut Moser im Namen des Bund für Heimatpflege und des Bezirksamtes mit einem Eisenkunstguss für den Bildervortrag.

Die Ausstellung „Der letzte Guss“ im Museum im Bürgerhaus ist noch bis 1. November geöffnet, immer freitags, samstags und sonntags, 14 bis 18 Uhr.

Zurück zur Übersicht: Wasseralfingen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare