Fetzer: Fühle mich brutal gegängelt

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Dieses Glasfenster soll in Wasseralfingen aufgestellt werden. Über die Gestaltung des Rahmens und die Sicherung wird noch entschieden. Foto: privat
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Wasseralfingen will ein Kunstwerk aufstellen. Geld dafür fließt aus dem Ortsbudget. Die Ortschaftsräte protestieren dabei gegen eine Grundsatzregel der Stadt Aalen.

Aalen-Wasseralfingen

Der Sieger-Köder-Weg in Wasseralfingen soll um eine Attraktion reicher werden. Einstimmig hat der Ortschaftsrat entschieden, dass 5000 Euro aus dem Ortsbudget dieses Jahres verwendet werden sollen, um die Aufstellung eines sakral gestalteten Glasfensters zu ermöglichen.

Das vier Meter hohe Werk mit dem Motiv „Der brennende Dornbusch“ stamme von einem Freund des verstorbenen Künstlerpfarrers Köder. Es sei ein Geschenk an Wasseralfingen, informierte Ortsvorsteherin Andrea Hatam. Einen Platz finden könnte es in der Grünanlage vorm Alten Kirchle, es muss laut Hatam aber fest installiert und durch Spezialglas vor Zerstörung geschützt werden. Der Bund für Heimatpflege suche nun Sponsoren, um dieses und weitere Kunstwerke für den Sieger-Köder-Weg anzuschaffen und zu installieren - bis zum Jahr 2025, dem 100. Geburtstag Köders.

Wie in der Ortschaftsratssitzung eine Woche zuvor stellte Josef A. Fuchs (CDU) noch einmal die Grundsatz-Regel in puncto Ortsbudgets in Frage. Die lautet, dass die Teilorte nur Einzelmaßnahmen bis zu einem Höchstbetrag von jeweils 7500 Euro ohne Zustimmung des Gemeinderats umsetzen dürfen. Fuchs forderte dringend, diese Summe in Einzelfällen überschreiten zu dürfen. So sei unterm Jahr eine sinnvollere Verwendung des Geldes möglich. Auch Michael Graule (Grüne) und Albrecht Jenner sahen das ähnlich.

Rhetorisch massiv ins Geschirr ging Franz Fetzer (Freie Wähler): „Man fühlt sich wie ein kleines Kind, wo man beim Taschengeld bestimmte Regeln aufstellt, damit nicht alles gleich weg ist.“ Er fühle sich „brutal gegängelt“. Wegen dieser 7500-Euro-Regel solle man unbedingt einen Änderungsantrag im Gemeinderat stellen, forderte er. Andrea Hatam(SPD) erinnerte dagegen daran, dass der OB im Einzelfall Kompromissbereitschaft signalisiert habe.

Des weiteren beschloss der Ortschaftsrat, für 4400 Euro aus dem Ortsbudget Klappstühle und Tische für den Jugendtreff anzuschaffen. Weitere 200 Euro aus diesem Topf fließen in den Kauf von Sicherungsmatten für die Marktbeschicker.

Ortsbudget soll wachsen

Das Ortschaftsbudget für die einzelnen Teilorte soll mit dem Haushalt 2023 erhöht werden. Insgesamt stellt die Stadt Aalen dann 156 000 Euro zur Selbstverwaltung in den Ortschaften zur Verfügung - bisher waren es insgesamt 149 000 Euro. Jedem Teilort wird ein Sockelbetrag von 10 000 Euro zugeteilt, hinzu kommt eine Summe, die von der Einwohnerzahl abhängt. Wasseralfingens Ortsbudget läge dann 2023 bei insgesamt 41 000 Euro.

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