Gerüstet für mögliche Corona-Saison

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Mehr Einzelumkleiden, ansonsten alles top, befindet Wasseralfingens Ortschaftsrat bei der Besichtigung des Spieselbades. Zu den Sommerferien soll baulich alles fertig sein.

Aalen-Wasseralfingen

Bei bestem Badewetter hat sich Wasseralfingens Ortschaftsrat ein Bild von den Arbeiten im Spieselbad gemacht. Ins Wasser springen kann aber derzeit niemand: Corona verhindert die Öffnung von Aalens Bädern. "Es ist völlig offen, wann in Aalen die Freibadsaison beginnen kann, es ist sogar offen, ob es 2020 überhaupt eine gibt", beantwortete Stadtwerke-Chef Christoph Trautmann gleich zur Begrüßung eine Frage der Gäste. In jedem Falle aber werde man alles vorbereiten für eine Öffnung – auch im Spieselbad. Dort könne der Badebetrieb – provisorisch zumindest – bis Ende Juni starten.

Zum Beginn der Sommerferien soll dann baulich alles fertig sein, wenngleich es in der Bauphase einige Wochen Verzögerung gegeben habe. Es bleibe aber eine Herausforderung, "mit der Wundertüte Corona" die geforderten Pandemie-Auflagen bei Badebetrieb umzusetzen, wie Trautmann sagte.

Vieles hat sich verändert im Spieselbad, vieles, und das fand das Gremium gut, ist aber gleich geblieben. Der Charakter des Bades und des Eingangsgebäudes zum Beispiel. "Wir haben die Konturen, die Silhouette hier erhalten", sagt Stadtwerke-Prokurist Norbert Saup. Obwohl das Dach nun höher ist und als Pultdach ausgeführt wurde.

Auf der Eingangsebene werden DLRG-Mehrzweckraum, Kasse, Büro, Sanitätsraum, Räume für Bäderpersonal samt Küche, Duschen und Umkleiden, Umkleiden und Sanitärräume für Menschen mit Behinderung und der Kiosk untergebracht. Vor dem Kiosk bleibt Raum für Gastro-Bestuhlung und der Kiosk selbst wird farblich und vom Wandverkleidungsmaterial her optisch abgesetzt. So der Vorschlag von Architekt Jürgen Heberling.

Auch für das Farbkonzept des Gebäudes hatte Heberling Ideen an die Wand gepinnt. Satte, frische, leuchtende Farben, die Badespaß suggerieren – türkis, die Farbe der Stadtwerke, gelb und braun, schlägt er vor. Bei der Farbgebung hatte nahezu jedes der Ratsmitglieder eine eigene Idee, am Ende aber einigte man sich auf Heberlings Varianten "7 oder 8" – beide in türkis, braun, gelb. Durch den nun mit fünf Metern doppelt so breiten Ausgang auf die Liegewiese schritt das Gremium sodann auf neuen, mit Betonsteinen belegten, zu den Becken hin mäandernden Wegen zur weiteren Besichtigung.

Einen Badebetrieb, wie wir ihn aus der Vergangenheit kennen und lieben, wird es in diesem Jahr leider nicht geben können.

Christoph Trautmann Geschäftsführer Stadtwerke

Treppen gibt es kaum noch, außer die große Treppe vom Obergeschoss zum kleinen Schwimmbecken hinab. Auf der Liegetreppe daneben wird wohl die Jugend "chillen". Die Wege sind barrierefrei, nur an einer Stelle wird die dafür geforderte Steigung leicht überschritten. Im Untergeschoss des Haupthauses finden DLRG und Kioskbetreiber Lagerräume. Hier wird auch die Technik untergebracht, hier entstehen Fa milienräume, Toiletten, Wickelräume, vier Duschen für Frauen und vier für Herren, Sammelumkleiden für Männer und Frauen.

Dass Einzelumkleiden nun wegfallen, gefiel nicht allen Räten. Sie forderten dann zumindest mehrere Einzelumkleidekabinen auf dem Freibadgelände aufzustellen. Norbert Saup notierte sich das.

Das Untergeschoss dient künftig auch als Schutzbereich bei Unwettern. Es wurden sogenannte Blitzschutzmatten installiert, die unter den Betonplatten verlegt, als Blitzableiter fungieren und so bei Gewitter Badegästen ein gutes Gefühl geben. Allgemein wurde in die Technik viel investiert.

Eine neue Trafostation gegenüber des Eingangsgebäudes ersetzt die marode Station an der Braunenbergschule. Von dieser wird das gesamte Wohnumfeld mit Strom versorgt. Vor wenigen Tagen installiert worden ist zudem eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Eingangsgebäudes. Diese erzeugt, zusammen mit dem neuen Blockheizkraftwerk, mehr Strom als das Bad verbraucht und könne perspektivisch, wie Norbert Saup informierte, auch die nahe Schule versorgen. Der alte Schwallwasser-Behälter war am Vormittag noch per Kran abtransportiert worden, der neue 50-Kubikmeter-Speicher wird nun vergraben. Drüber wächst dann Liegewiese. Hätte das Bad früher geöffnet werden können, wäre Rollrasen zum Einsatz gekommen. Nun aber wird in den nächsten Tagen im Freibad neuer Rasen eingesät. "Es macht alles einen sehr guten Eindruck. Wir freuen uns darauf, dass es endlich losgeht", fasste Ortsvorsteherin Andrea Hatam ihre Eindrücke zusammen. Christoph Trautmann indes dämpfte allzu hohe Erwartungen: "Einen Badebetrieb, wie wir ihn aus der Vergangenheit kennen und lieben, wird es in diesem Jahr leider nicht geben können."

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