Glühende Ansichten Wasseralfingens

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Inmitten der Ausstellung „Der letzte Guss“ in der Museumsgalerie im Bürgerhaus präsentieren Kurator Joachim Wagenblast und Ortsvorsteherin Andrea Hatam den gleichnamigen Kalender.
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Zur Ausstellung „Der letzte Guss“ hat Joachim Wagenblast einen gleichnamigen Kalender entworfen. Emotionale Bilder der untergegangenen SHW-Eisenguss-Tradition.

Emotionale Bilder der untergegangenen SHW-Eisenguss-Tradition in einem Kalender

Inmitten der Ausstellung „Der letzte Guss“ in der Museumsgalerie im Bürgerhaus präsentieren Kurator Joachim Wagenblast und Ortsvorsteherin Andrea Hatam den gleichnamigen Kalender.
Inmitten der Ausstellung „Der letzte Guss“ in der Museumsgalerie im Bürgerhaus präsentieren Kurator Joachim Wagenblast und Ortsvorsteherin Andrea Hatam den gleichnamigen Kalender. © OLIVER GIERS
Inmitten der Ausstellung „Der letzte Guss“ in der Museumsgalerie im Bürgerhaus präsentieren Kurator Joachim Wagenblast und Ortsvorsteherin Andrea Hatam den gleichnamigen Kalender.
Inmitten der Ausstellung „Der letzte Guss“ in der Museumsgalerie im Bürgerhaus präsentieren Kurator Joachim Wagenblast und Ortsvorsteherin Andrea Hatam den gleichnamigen Kalender. © OLIVER GIERS
Inmitten der Ausstellung „Der letzte Guss“ in der Museumsgalerie im Bürgerhaus präsentieren Kurator Joachim Wagenblast und Ortsvorsteherin Andrea Hatam den gleichnamigen Kalender.
Inmitten der Ausstellung „Der letzte Guss“ in der Museumsgalerie im Bürgerhaus präsentieren Kurator Joachim Wagenblast und Ortsvorsteherin Andrea Hatam den gleichnamigen Kalender. © OLIVER GIERS
Inmitten der Ausstellung „Der letzte Guss“ in der Museumsgalerie im Bürgerhaus präsentieren Kurator Joachim Wagenblast und Ortsvorsteherin Andrea Hatam den gleichnamigen Kalender.
Inmitten der Ausstellung „Der letzte Guss“ in der Museumsgalerie im Bürgerhaus präsentieren Kurator Joachim Wagenblast und Ortsvorsteherin Andrea Hatam den gleichnamigen Kalender. © OLIVER GIERS
Inmitten der Ausstellung „Der letzte Guss“ in der Museumsgalerie im Bürgerhaus präsentieren Kurator Joachim Wagenblast und Ortsvorsteherin Andrea Hatam den gleichnamigen Kalender.
Inmitten der Ausstellung „Der letzte Guss“ in der Museumsgalerie im Bürgerhaus präsentieren Kurator Joachim Wagenblast und Ortsvorsteherin Andrea Hatam den gleichnamigen Kalender. © OLIVER GIERS

Aalen-Wasseralfingen

Der letzte Guss“ – die aktuelle Ausstellung in der Wasseralfinger Museumsgalerie – sie ist für den Ausstellungsmacher Joachim Wagenblast mehr als nur eine bildhafte Hymne auf ein 650 Jahre währendes und unvergessenes Stück Wasseralfinger Industriegeschichte. Denn jedes einzelne Exponat, ob Gemälde, Fotografie, Druck oder Eisenkunstguss-Skulptur transportiert ein Stück Heimatgeschichte, „ein Stück von uns, das es nicht mehr gibt“, sagt Wagenblast.

Diesen Brückenschlag zwischen Kunst und einem bedeutenden Stück Zeitgeschichte, zwischen rotglühendem Eisen und rauchgeschwärzter Atmosphäre, spiegelt der Kalender 2022 „Der letzte Guss“, begleitend zur Ausstellung. Ausdrucksstarke Einblicke in die untergegangene Arbeitswelt bieten etwa Fotos von Peter Kruppa vom letzten Guss, bieten besondere Bildentdeckungen aus den Kunstbeständen der Schwäbischen Hüttenwerke und Bilder des Malers und Grafikers Alexander Eckener. Und auch Abbildungen von in Eisen gegossenen Skulpturen, wie sie bis heute im Wasseralfinger Ortskern zu sehen sind.

Das Deckblatt mit dem Untertitel „1365 bis 2019 – Danke für nix“ ist zugleich Mahnmal für die Verbitterung und Empörung der SHW-Mitarbeiter, die nach der Schließung der insolventen Gießerei im Frühjahr 2019 eine legendäre Begräbnisfeier vor den Hallen der Schwäbischen Hüttenwerke inszeniert haben.

Die erläuternden Texte zu jedem einzelnen Kalenderblatt stammen aus der Feder von Joachim Wagenblast. Das August-Blatt etwa enthüllt ein Wandgemälde, das sich im Trausaal des Rathauses Wasseralfingen befindet, dort aber hinter einem Vorhang „schamhaft verborgen wird“, wie Wagenblast verrät. Es zeigt Bergmann und Eisengießer als Arbeiterhelden. „Im Nationalsozialismus ein beliebtes Mittel, um Ideologien zu transportieren“, weiß Wagenblast.

Ein Stück von uns, das es nicht mehr gibt.“

Joachim Wagenblast, Kurator

Das Abbild eines Gemäldes der einstigen gewaltigen Hochofenanlage ist auf dem September-Blatt zu sehen. Geprägt durch den schwäbischen Realismus, so Wagenblast, gibt der Grafiker und Maler Alexander Eckener (1870 - 1944) unverblümten Einblick in das damalige Arbeitsmilieu.

Das letzte Blatt – wie könnte es anders sein – ist Alfred Neukamm gewidmet, dem letzten Kunstgießer und Modelleur bei den Schwäbischen Hüttenwerken. Dem in der Ausstellung übrigens ein ganzer Raum zugedacht ist. 1971 trat der heute 76-Jährige bei SHW in die Fußstapfen seiner berühmten Vorgänger Conrad Weitbrecht und Christian Plock.

Ortsvorsteherin Andrea Hatam lobt den von Joachim Wagenblast realisierten Kalender als eine „schöne und sinnvolle Ergänzung“ zur Ausstellung. Der dasselbe Ziel verfolgt wie die Kunst selbst: die zur Geschichte gewordene Heimat zu bewahren, mit all ihren Ecken, Kanten und Emotionen.

Wo der Kalender erhältlich ist

Der Kalender 2022 „Der letzte Guss“ ist in einer Auflage von 500 Stück erschienen. Zu 15 Euro pro Exemplar ist er erhältlich in Wasseralfingen bei: Buchhandlung Henne, Schreibwaren Rössler, Alphaco, Stadtapotheke, Limesapotheke und Apotheke am Braunenberg; in Aalen bei der Apotheke am ZOB und der Touris-Info. Durch den Erlös aus dem Kalenderverkauf sollen weitere Kunst- und Kulturprojekte in Wasseralfingen realisiert werden.

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