Karin ist Lehrling in der Spülküche

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Karin Pohl hat sich für eine ehrenamtliche Aufgabe entschlossen und hilft in diesem Jahr das erste Mal in der Wasseralfinger Vesperkirche mit.
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Die 65-jährige Karin Pohl arbeitet zum ersten Mal bei der Wasseralfinger Vesperkirche mit. Was die Essingerin bewegt und was für sie das Ehrenamt bedeutet.

Aalen-Wasseralfingen

Es ist für Karin Pohl eine Premiere. Zum ersten Mal engagiert sich die Essingerin bei der Vesperkirche in Wasseralfingen. Sie ist Mädchen für alles. „Ich helfe da, wo ich gebraucht werde“, sagt die 65-Jährige. Sie habe Corinna Pavel  angesprochen, ob sie nicht ehrenamtlich während der vier Wochen im Februar mithelfen könne.  Corinna Pavel habe sich über ihre Anfrage sehr gefreut. Über 48 Jahre lang hat sie bei der Gemeinde Essingen im mittleren Dienst in der Verwaltung gearbeitet. Seit Januar dieses Jahres ist sie in Pension und wollte weiter mitanpacken. Nicht nur in Vereinen, wie sie es etwa beim TSV macht. „Es sollte etwas Soziales hinzukommen“, erklärt sie.

So steht sie nun an diesem Tag in der Küche im Magda Eckle. Vorspülen ist angesagt: die Teller, Tassen und das Besteck, alles, was aus der Kirche kommt. „Das kann nicht total verdreckt in die Spülmaschine“, erklärt sie. Das schade auch einem professionellen Geschirrspüler. Deshalb entfernen ihre ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen schon in der Magdalenenkirche die Essensreste.

Seit 30 Jahren im Service

Karin Pohl gibt dem groben Schmutz dann den Rest. Im klassischen Geschirrspülbecken des einstigen Pfarrhauses. Gleich nebenan wird noch am neuen Gemeindezentrum gebaut. „Da wird es dann nächstes Jahr eine Spülstraße geben“, sagt Karin Pohl. Doch auch so lasse sich gut arbeiten, findet sie. Und sie weiß, wovon sie spricht. Sie hat Erfahrung. „Das ist für mich nichts Neues“, sagt die 65-Jährige. Sie arbeite bereits seit 30 Jahren im Service, helfe bei Festen von Vereinen mit und sie sei schon oft bei runden Geburtstagen eingesprungen. „Ich bin da, wo es klemmt“, sagt sie. Auch bei der Vesperkirche. 

Ohne Berührungsängste

Bis vor Kurzem habe sie noch keine Ahnung gehabt, welche Arbeiten bei der vierwöchigen Benefizaktion anfallen. „Und weil ich auch keine gesellschaftlichen Berührungsängste habe, habe ich mich auf nichts festgelegt.“ So konnte Corinna Pavel, die die Arbeitspläne schreibt, Karin Pohl dort einsetzen, wo Hilfe gefragt ist. Inzwischen hat die Essingerin bei den Corona-Schnelltests mitgeholfen wie auch im Kirchenschiff bedient; die Essen an die Tische gebracht, die Vesperkirchengäste als Nachtisch mit Kaffee, Tee und Kuchen versorgt.

Jetzt kommt gerade eine neue Ladung Teller in der Spülküche an. In einem Fünf-Liter-Eimer liegen zig Messer, Gabeln und Kaffeelöffel. Ohne Worte packt sie zu – ohne Gummihandschuhe – ganz unprätentiös. „Handschuhe stören mich beim Arbeiten nur.“ 14 Teller wandern ins Wasser. Mit einer Spülbürste schrubbt sie über die Oberfläche. Stapelt sie auf der silbernen Ablage, wo Dieter Ullmann, der den Geschirrspüler befüllt, nach ihnen greift. Alles geht sprichwörtlich Hand in Hand. 

Im Team mit „alten Hasen“

„Das Team hier ist super“, lobt Karin Pohl das Miteinander. Sie habe von „den alten Hasen hier“ bereits profitiert. Nicht nur, dass man mit einem Spritzer Zitrone schon von vorn herein Kalkablagerungen in Töpfen vermeidet. Die 65-jährige Protestantin zollt Respekt all jenen, die sich in die Vesperkirche einbringen und lobt das ökumenische Miteinander. „Jeder und jede bringt einen persönlichen Einsatz. Unser Einsatz in der Vesperkirche ist gelebte Nächstenliebe“, beurteilt sie selbstbewusst ihr und das Engagement aller. 

Dem will sie auch in Zukunft treu bleiben. „Keine Frage, wenn man spürt, dass man willkommen ist, hilft man auch gerne mit“, sagt die sportbegeisterte Familienfrau, die  mit  Ehemann Heinz gerne Zeit mit den drei Kindern und den sechs Enkelkindern verbringt  und die neben dem Sportkegeln unter anderem auch noch im Nordic-Walking, beim Aerobic und Schwimmen aktiv ist. 

Unser Einsatz in der Vesperkirche ist gelebte Nächstenliebe.“

Karin Pohl, Ehrenamtliche Mitarbeiterin
  • Wissenswertes zur Vesperkirche
  • Noch bis kommenden Sonntag, 27. Februar dauert die Vesperkirche in der Wasseralfinger Magdalenenkirche. 
  • Die Vesperkirche ist täglich geöffnet in der Zeit von 11.45 Uhr bis 14.30 Uhr. 
  • Die Essensausgabe findet von 12 bis 13.30 Uhr statt. Eine Mahlzeit kostet 1,50 Euro; der tatsächliche Preis für ein Essen liegt bei 6 Euro. 
  • Am kommenden Freitag gibt es neben der warmen Mahlzeit und einem süßen Nachtisch wieder den Kulturnachtisch. Wer wohl diesmal der Überraschungsgast – oder die Überraschungsgäste – sind? 
Karin Pohl hat sich für eine ehrenamtliche Aufgabe entschlossen und hilft in diesem Jahr das erste Mal in der Wasseralfinger Vesperkirche mit.
Karin Pohl hat sich für eine ehrenamtliche Aufgabe entschlossen und hilft in diesem Jahr das erste Mal in der Wasseralfinger Vesperkirche mit.
Karin Pohl hat sich für eine ehrenamtliche Aufgabe entschlossen und hilft in diesem Jahr das erste Mal in der Wasseralfinger Vesperkirche mit.
Karin Pohl hat sich für eine ehrenamtliche Aufgabe entschlossen und hilft in diesem Jahr das erste Mal in der Wasseralfinger Vesperkirche mit.

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