Kitas: Wo es in Wasseralfingen brennt

+
Blick auf die Baustelle des Bildungscampus an der Braunenbergschule in Wasseralfingen.
  • schließen

Selbst nach der geplanten Eröffnung der Kita am Bildungscampus Braunenberg im Herbst 2023 fehlen im gesamten Stadtteil noch eine U3- und eine Ü3-Gruppe.

Aalen-Wasseralfingen

Wasseralfingen fiebert der Eröffnung der Kita am Bildungscampus Braunenberg entgegen. Planungsgemäß soll sie mit sechs Gruppen im Herbst dieses Jahres in Betrieb gehen, mit 28 zusätzlichen U3-Plätzen und 68 weiteren Ü3-Plätzen. „Wir schreiben die Stellen in den nächsten Wochen aus“, informierte Katja Stark, Leiterin des Amtes für Soziales, Jugend und Familie in der jüngsten Sitzung des Wasseralfinger Ortschaftsrats.

Über das dann bestehende Angebot hinaus benötige man nach aktuellem Stand in Wasseralfingen noch eine Ü3-Gruppe und eine U3-Gruppe. Was die Anzahl der Betreuungsplätze in Wasseralfingen anbelangt, ist die Lage in Aalens größtem Stadtbezirk nicht allzu dramatisch. „Wir werden beobachten, wie sich die Situation in Wasseralfingen weiter entwickelt und dann entsprechend reagieren“, meinte Stark.

Handlungsbedarf - „allerdings keinen akuten“ - sieht die Stadt zuvorderst im Quartier Wasseralfingen-West. Denn im Westheim ist aufgrund des maroden Gebäudes mittelfristig die Schließung der Kita St. Barbara geplant. Die zwei Ü3-Gruppen mit insgesamt 44 Plätzen wolle man an die Kita Don Bosco in der Kolpingstraße andocken. „Langfristig werden wir über einen Neubau nachdenken müssen“, informierte Stark.

Das Quartier Wasseralfingen-Ost, zu dem auch die künftige Kita am Bildungscampus Braunenberg zählt, steht unter neuen Vorzeichen: Die Kinder der evangelischen Kita Regenbogen in der Bismarckstraße 87 sind bereits in den Neubau an der Magdalenenkirche umgezogen. Damit wurde der Standort an der Bismarckstraße mit 44 Ü3-Plätzen geschlossen. „Das Gebäude, das sich im Eigentum der Wohnungsbau Aalen befindet, steht im Moment leer“, sagte Stark. „Natürlich denken wir diese Räume weiter mit. Aber wenn ein Gebäude mal so alt ist, wird dafür kaum mehr eine Betriebserlaubnis erteilt“, meinte Stark sinngemäß. Albrecht Jenner (SPD) lobte den städtischen Kinderbetreuungsplan Akita 2030 als „weitsichtig“. Sigrun Huber-Ronecker (Grüne), bemerkte: „Wenn es klappt, dass die Kita am Bildungscampus Braunenberg tatsächlich im Herbst 2023 eröffnen kann, steht Wasseralfingen ganz gut da.“

Franz Fetzer (FW) stimmte als Einziger im Wasseralfinger Gremium gegen das Aalener Sonderfinanzierungsprogramm Kinderbetreuung „Sofi“. Falls der Aalener Gemeinderat zustimmt, würde die Stadt dabei bis Ende 2030 ihren Investitionskostenzuschuss von derzeit 70 auf dann 80 Prozent erhöhen, und zwar für bauliche wie qualitative Weiterentwicklungen einer Kita. Franz Fetzer beanstandet - wie schon seit Jahren der inzwischen fraktionslose Aalener Stadtrat Thomas Rühl - dass der Finanzierungszuschuss der Stadt Aalen Dritten zur Schaffung von Eigentum verhelfe. Fetzer: „Am Ende kann dann die Kirche oder ein anderer Kindergartenträger mit dem Objekt machen, was er will. Die Stadt hat keinen Einfluss mehr darauf.“ Wenn künftig von Trägerseite aus nur noch ein Eigenanteil von 20 Prozent zu leisten sei, „dann können wir den Betrieb auch selbst machen“, meinte Fetzer. Ebenfalls als Einziger sprach er sich für einen Umbau des Sieger-Köder-Hauses in eine Kita aus.

Josef A. Fuchs (CDU) sorgt sich angesichts der hohen Betriebsausgaben für die Kinderbetreuung im gesamten Stadtgebiet. „Zumal es Kosten sind, die man nicht auf mehrere Jahre strecken kann.“ Andererseits aber sei Betreuung eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit. „Skandalös ist, wie wenig vom Land kommt.“

Hintergrund: Wie Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann eingangs bekannt gab, haben die Betriebskosten der Kinderbetreuung in der Gesamtstadt im Jahr 2021 mit 32 Millionen Euro zu Buche geschlagen, mit weiter steigender Tendenz. An der Stadt bleiben 50 Prozent der Kosten hängen, das Land Baden-Württemberg steuere jetzt einen Anteil von 34 Prozent bei. Die Landesregelung sehe einen Elternanteil in Höhe von 20 Prozent vor, die Kita-Träger haben einen Anteil von 2 Prozent zu leisten. Ehrmann: „Der Elternanteil in Aalen liegt bei 14 Prozent - wir haben ein ausgewogenes Finanzierungssystem und fahren damit nicht schlecht.“

Zurück zur Übersicht: Wasseralfingen

Kommentare