"Kleine Gemeinheiten" vor Weihnachten

+
Freut sich, erneut eine Ausstellung zeigen zu können, die Weihnachten auch kritisch beleuchtet: Kurator Joachim Wagenblast.
  • schließen

„Süsser die Kassen nie klingen“ unter diesem Motto steht diesmal die Themenausstellung „Die Ware Weihnacht ist nicht die wahre Weihnacht“ im Bürgerhaus Wasseralfingen. Was ab Samstag, 27. November, dort zu sehen ist.

Aalen-Wasseralfingen

Putzig, diese kleinen Engelchen mit ihren pastellfarbenen Sternchen in der Hand, die um das Jesuskind in der Krippe tänzeln. Kitschige Weihnachtsromantik aus der Hand der amerikanischen Künstlerin Janet Kennedy. Ja, so etwas gibt es zu sehen im Bürgerhaus Wasseralfingen. Aber auch viel Kunst, die Weihnachten kritisch unter Pinsel und Linse nimmt. Erneut hat Joachim Wagenblast eine Weihnachtsausstellung kuratiert, die eine wenig anders ist als andere in der Adventszeit. Eine Vernissage wird es dazu nicht geben, doch Ortsvorsteherin Andrea Hatam hofft trotzdem auf Resonanz. „Wir haben die Eröffnung ganz bewusst abgesagt, um kein Risiko einzugehen“, sagt sie. Diesmal werde sie zudem mit dem Krippenpfad in Verbindung stehen. An dem werden entlang des Sieger-Köder-Weges etwa bei der Schlosskapelle und dem "Alten Kirchle" außergewöhnliche Krippengestalten zu sehen sein. Irgendwas brauchen die Menschen ja auch zur Ablenkung", fügt Wagenblast an.

Vor fünf Jahren hat Joachim Wagenblast die Ausstellung zur "Ware Weihnacht" konzipiert. Und mittlerweile ist das Konzept auch über die Grenzen Ostwürttembergs bekannt. Es habe sogar eine Anfrage aus Heidelberg gegeben, so Wagenblast. "Aber Frau Hatam ist davon nicht begeistert", sagt er.

Es gehe ihm um den Konsum rund um Weihnachten. "Das geht mir auf den Geist, vor allem in Zeiten, in denen es Menschen gibt, die nicht wissen, wie sie überhaupt überleben sollen." Überlebenskampf, Konsum, als dass spielte die Ausstellung dann auch wieder. Zu sehen sind erneut vier Karikaturen aus "Charlie Hebdo" und eine weitere neue. Vis a vis eine riesige Fotografie von einem Flüchtlingsboot auf dem Meer. Zu sehen ist ein Bansky. Eine Szene mit zweien, die nach Bethlehem möchten, doch eine Mauer versperrt ihnen den Weg. "Kleine Gemeinheiten", nennt Wagenblast Provokationen wie einen Weihnachtsbaum, der mit goldfarbenen Stacheldraht geschmückt wird. "Weihnachten hat viele Facetten und es ist für jeden etwas dabei", sagt Wagenblast. Es gebe vielfältige Möglichkeiten, weihnachtliche Gefühle zu bekommen.

Doch es gibt nicht nur Provokantes zu sehen. Wagenblast hat Madonnendarstellungen aus verschiedenen Epochen und Kulturkreisen gegenübergestellt. Sieger Köders Nachbildung der "Madonna von Stalingrad" ebenso wie eine Madonna von Eduart Wengert oder eine fränkische Lindenholz-Skulptur aus dem 16. Jahrhundert. Besonders stolz ist Joachim Wagenblast auf eine große Krippe der Schwäbisch Gmünder Künstlerin Anna Fehrle, die er aus Privatbesitz für die Ausstellung gewinnen konnte.

Info: Die Ausstellung öffnet am Samstag, 27. November und ist bis zum 9. Januar in der Museu7msgalerie in Wasseralfingen zu sehen. Öffnungszeiten: Freitags, samstags, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr. Außer am 24., 25., und 31. Dezember sowie 1. Januar. Es gilt beim Besuch die aktuelle Corona-Verordnung. Sonderführungen unter tel: (07361) 9791-0 oder E-Mail an rathaus-wasseralfingen@aalen.de

Zurück zur Übersicht: Wasseralfingen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare