Neues Ensemble im Zeichen der Kirche

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Nachdem das Areal bei der Magdalenenkirche und dem alten Pfarrhaus freigeräumt ist, erkennt man die Dimension der Fläche, auf der das neue Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen ist.
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Die Bauarbeiten für das neue evangelische Gemeindezentrum an der Karlstraße haben begonnen. Bei "Himmel trifft Erz" entstehen Gemeindesäle und eine Kita mit Krippe.

Aalen-Wasseralfingen

Offen. Einladend. Barrierefrei. Verbindend. Das sind die Schlagworte, die das künftige Gemeindezentrum und die Kita mit einer Krippe in direkter Nachbarschaft zur Wasseralfinger Magdalenenkirche kennzeichnen sollen. Ein Anfang ist gemacht. Der Spatenstich für das 4,7 Millionen Euro teure neue kirchliche Zentrum Kosten war am 1. Advent. Und wer jetzt an der Karlstraße entlangfährt, sieht die Erdhügel, die die Bagger in den vergangenen Wochen auf dem Areal ausgehoben haben.

Allerdings scheint sich aktuell nichts zu tun. Doch der Schein trügt, wie Pfarrer Uwe Quast betont. "Momentan werden Erdproben aus dem Aushub auf Schadstoffe hin untersucht", erklärt Quast. Nicht umsonst heißt das Vorhaben "Himmel trifft Erz", das unweit der Magdalenenkirche in den Schwäbischen Hüttenwerken industriell verarbeitet wird.

Bereits zutage kamen bei den Erdarbeiten alte Fundamente. Die Dopfersteine stammen, wie Quast vermutet, von der ehemaligen Karlschule. "Die wollen wir in den Garten des frisch renovierten Pfarrhauses einbauen", sagt der "Bauherr" und seine Augen beginnen zu glänzen. Mit Begeisterung erzählt er vom künftigen Gemeindezentrum und seinen Vorzügen.

"Ein Kindergarten mit Regelgruppen ist nicht mehr zeitgemäß", stellt er fest mit Blick auf die Gesellschaft und deren sich ändernden Bedarf. Die neue Kita inklusive Krippe, die sich über beide Etagen des Gebäudes erstrecken wird, bietet eine Ganztagesbetreuung. "Damit gelingt es uns, die Kinder von klein auf – bis sie in die Schule gehen – zu begleiten." Als Pfarrer und Seelsorger will Quast, dass sich die Kinder mit dem Kirchenraum "anfreunden", Hemmschwellen verlieren und ihn zum natürlichen Teil ihres Lebens werden lassen.

Eine ähnliche Idee hegt Quast mit den beiden Gemeindesälen im neuen Zentrum. Sie sollen zum Begegnungsort werden; zum Treff für Jung und Alt. "Damit die Kirche wieder in den Blick rückt, dass die Gemeinde eng beieinander ist, sich gegenseitig stärkt und miteinander in die Zukunft geht", beschreibt der Theologe seine Vision. In dieser spielt caritatives Engagement eine wichtige Rolle. Engagement in Dingen, wie der Wasseralfinger Vesperkirche. Die dann noch besser gelingen könne. Als Beispiel nennt Quast die für den Neubau geplante Spülstraße. "Bislang haben wir das während der Vesperkirche immer provisorisch im Magdaeckle gelöst." Der Kleiderbasar lasse sich in Zukunft barrierefrei im Gemeindesaal erreichen. Mit die größte Freude, sagt Quast, sei für ihn aber, dass künftig nicht nur das Zentrum barrierefrei sei, sondern auch die Magdalenenkirche – dann mit dem Neubau auf einer Ebene liegen werde.

Momentan werden Erdproben aus dem Aushub auf Schadstoffe hin untersucht.

Uwe Quast Pfarrer

Ebenfalls barrierefrei wird das alte Pfarrhaus im Erdgeschoss, das bekanntlich unter Denkmalschutz steht und neue Funktionen erhält. Ohne Treppen betreten lassen sich dort dann die Kirchenpflege, das Gemeindebüro und ein Besprechungszimmer. Im ersten Obergeschoss werden Gruppenräume installiert.

Das von Architekt Bernd Liebel nachhaltig konzipierte Bauwerk soll bis Frühjahr 2022 fertig sein.

Rückblick

Seit gut einem Jahrzehnt denkt die evangelische Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen über ihre Gebäude nach. Schon unter Pfarrerin Ursula Richter hat der Kirchengemeinderat 2009 einen Immobilienausschuss ins Leben gerufen mit dem Ziel eines Immobilienkonzepts. Im Oktober 2012 erläuterten die Verantwortlichen bei einer öffentlichen Versammlung die Idee, sich in den kommenden Jahren zu konzentrieren – auf die Versöhnungskirche in Hüttlingen und das Areal der Magdalenenkirche in Wasseralfingen. In einer Machbarkeitsstudie war von einem dreigeschossigen Neubau die Rede; unter anderem mit Verwaltungssitz, Kita, Gemeindesaal und Hausmeisterwohnung; über die Jahre entstand das heutige Konzept.

Das Pfarrhaus ist mittlerweile renoviert. Abgerissen werden sollen, sobald das Gemeindezentrum steht, das Gebäude mit dem Kindergarten Regenbogen inklusive Pfarrverwaltung sowie das Gemeindehaus.

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