Rehkitzretter: Sie bewahren mit der Drohne Rehe vor dem Tod

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Ein kleines Kitz wurde im hohen Gras versteckt.
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Um neugeborene Rehkitze vor dem Mähtod zu retten, suchen Alfred Roder und sein Enkel Dominik mithilfe einer Drohne nach den Wildtieren.

Aalen-Wasseralfingen

Um 5 Uhr morgens in der Dämmerung beginnt an diesem Tag die Arbeit für Alfred Roder und seinen Enkel Dominik. Ihre Mission: Mithilfe einer Fotodrohne inklusive Wärmebildkamera suchen sie versteckte Rehkitze in Wiesen, bevor diese von den Bauern gemäht werden. Damit sie wissen, wann das Areal gemäht wird, informieren die Bauern die Roders einen Tag zuvor, und die Suche nach den Rehkitzen kann beginnen.

Kurz nach 7 Uhr steht Dominik bereits mit der Steuerung der Drohne in der Hand vor seinem Auto auf einer Wiese in Onatsfeld. Hochkonzentriert starrt er auf den Bildschirm der Steuerung. Jederzeit bereit, ein verstecktes Rehkitz zu entdecken. Allerdings war diese Suche nicht immer so bequem. "Die Fotodrohne haben wir jetzt seit gut einem Monat", sagt Alfred Roder.

Früher hat er zusammen mit seinen vier Söhnen die Wiesen zu Fuß abgesucht. "Wir hielten immer einen Meter Abstand zueinander und haben so die Wiesen durchquert", so Alfred Roder. Vor der Anschaffung der Drohne ist er mit seinem Enkel noch zu Fuß gegangen, allerdings haben sie da bereits mit einem sogenannten Infrarotgerät gearbeitet. Dieses war jeweils rechts und links drei Meter lang und wurde um die Brust geschnallt. "So konnten wir jeweils in einem Durchgang gleich in sechs Meter Breite durch die Wiese laufen", erklärt Alfred Roder. Durch die Presse wurden sie schließlich auf eine Drohne aufmerksam gemacht. "Am Bodensee hatte eine Frau eine solche Drohne und konnte damit kilometerweit um den Bodensee fliegen. Dadurch kam uns die Idee, eine solche Drohne mit Wärmebildkamera zu besorgen", berichtet Alfred Roder.

Drohne fliegt bis zu 25 Meter hoch

Für die Bedienung der Technik ist allerdings allein Dominik verantwortlich, da er sich besser auskenne, so der ehrenamtliche Rehkitzretter. Bis zu 25 Meter hoch kann die Drohne fliegen. "Wir bleiben aber sicherheitshalber bei 15 Metern", sagt Dominik Roder. Es sei einfach sicherer, damit sie auch in weiter Entfernung die Kontrolle haben.

Mit der Drohne scheint es viel leichter zu sein, die Felder abzusuchen, denn die Drohne arbeitet fast von alleine. "Ich gebe die Grundstücksnummer des Felds in die Steuerung ein und die Drohne fliegt das Feld ab", erklärt der Enkel. Sobald eine rot-gelbe-Markierung auf dem Bildschirm erscheint, ertönt ein Signal. Das Zeichen für Dominik, die Drohne anzuhalten und nach unten zu fliegen. Nun wird kontrolliert, ob es sich bei der Wärmeerscheinung wirklich um ein Rehkitz handelt oder um eine Katze oder einen Hasen.

Wir haben mit der Drohne bereits zwei Rehkitze gefunden.

Alfred Roder Rentner und Tierretter

Diesmal ertönt kein Signal, da kein Rehkitz versteckt war. Es ist aber auch acht Uhr, da wird es immer schwieriger etwas zu finden. "Je wärmer es wird, umso schwieriger wird es, die Tiere zu finden", erklärt Alfred Roder. Es gab aber schon Tage, die erfolgreich für die beiden waren. "Wir haben jetzt seit knapp einen Monat diese Drohne und haben damit bereits zwei Rehkitze gefunden", sagt Alfred Roder stolz.

Warum werden die Tiere versteckt?

Wenn die Roders ein Rehkitz finden, legen sie dieses behutsam in eine Kiste, "dort bleiben sie dann solange drin, bis das Feld gemäht wurde." In der Zwischenzeit werden die Rehkitze außerdem von den beiden mit einer kleinen Marke am rechten oder linken Ohr markiert.

Wenn die Wiese gemäht wurde, setzen die beiden das Rehkitz wieder in der Wiese ab und nach einer gewissen Zeit holt die Mutter ihr Kitz wieder ab. "Es ist sicher, dass die Mutter immer in der Nähe von dem Kitz ist", erklärt Alfred Roder. "Die Mutter versteckt das Kitz deshalb in der Wiese, damit es vor anderen Tieren im Wald, beispielsweise den Füchsen sicher ist." Außerdem ducken sich die Kitze eher, als dass sie wegrennen.

Alfred Roder liegt die Rettung der Tiere am Herzen – 30 Jahre ist er dafür bereits im Einsatz.

Wieso werden die Rehkitze markiert?

Die Roders arbeiten dabei eng mit der Wildforschungsstelle (WFS) in Aulendorf zusammen. Jedes Mal, wenn die Roders ein Rehkitz finden, markieren sie dieses mit einer Marke am rechten oder linken Ohr. "Je nachdem, ob es ein gerades oder ungerades Jahr ist", erklärt Alfred Roder. Im geraden Jahr komme die Marke ans rechte Ohr, im ungeraden ans linke. Diese Marken helfen der Forschungsstelle, Informationen über das Rehkitz zu sammeln. Beispielsweise wo es geboren und erlegt wurde, wie alt es geworden ist oder wie weit es vom Geburtsort entfernt ist, heißt es in einer Mitteilung des WFS. Diese Marken seien in Baden-Württemberg kostenlos erhältlich.

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