Reicht das Wasser in der Krumhalde in Wasseralfingen für sieben Rinder bei dieser Hitze?

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Die Situation für die Rinder am Bach in der Krumhalde, hat SchwäPo-Leser beunruhigt.
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Ein Wasseralfinger Landwirt hat einen Bach zur Wassertränke erweitert. Jetzt stellt sich die Frage, ob das Gewässer, das nur noch ein Rinnsal ist, den Tieren ausreichend Flüssigkeit bietet.

Aalen-Wasseralfingen

Ein Landwirt nutzt den Krumhalden-Bach als „Tränke“ für seine sieben Kühe. Weil aber die sommerliche Trockenheit den Bach fast zum Versiegen bringt, bleibt nur ein Rinnsal, das die circa fünf Quadratmeter große Wasserstelle speist. Das wenige Wasser und der Zustand der Wasserstelle, die den Kühen zur Verfügung steht, haben jetzt SchwäPo-Leser auf den Plan gerufen.

Die Krumhalde im Aalener Ortsteil kennen die wenigsten – zumindest nicht ihren Namen. Doch als herrlicher Weg vom Talschulzentrum aus in Richtung des Teilorts Heißenberg und nach Affalterried wird er gerne von Spaziergängern und Radfahrern genutzt. Dieser Tage bleiben die einen oder anderen an einer Wiese stehen, auf der sieben Kühe weiden. Eigentlich nichts Besonderes. Doch die Wasserstelle direkt am Wegesrand – zum größten Teil ein Schlammbad – bewegt sie zum Stopp.

Ein Rinnsal als Wasserspender

So speist statt eines ordentlichen Bachs eher ein Rinnsal die Wasserstelle mit frischem Trinkwasser. „Das, was dort kommt, reicht niemals aus für sieben Kühe“, sagt ein Leser, der sich an die SchwäPo-Redaktion gewandt hat, und verweist dabei auf den Einlauf des Bachs. Und noch eines missfällt ihm: Die Tiere sinken an der Wasserstelle etwa einen halben Meter tief in den Schlamm ein und saufen ein Gemisch aus Wasser und Erde.

Das sagt das Landratsamt

Fürs Tierwohl zuständig ist das Landratsamt.   „Die Weidehaltung  wurde bereits von unserem Geschäftsbereich Wasserwirtschaft als auch vom Geschäftsbereich Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung überprüft“, sagt Susanne Dietterle. Die Pressesprecherin des Landkreises betont, dass das Amt es toleriere, dass die Tiere aus dem Bach trinken. Damit nimmt Dietterle indirekt Bezug auf eine Pressemitteilung der Kreisverwaltung, die besagt, dass es derzeit wegen der Trockenheit verboten ist, aus Flüssen und Bächen Wasser zu entnehmen. Aktuell reiche das Wasser an der Wasserstelle in der Krumhalde noch aus.

Das sagt der Tierhalter

Der Landwirt bestätigt, dass das Veterinäramt in jüngster Vergangenheit bereits drei Mal bei ihm vorstellig geworden sei und seine Tierhaltung überprüft habe. „Da gab es nichts zu beanstanden“, erklärt der Mann, der seinen Namen nicht genannt haben will. Das Wohl seiner Tiere gefährde er zu keinem Zeitpunkt. „Das ist doch nicht in meinem Interesse.“ Sobald der Krumhalden-Bach nicht mehr ausreichend Wasser führe, werde er eine Tränke für die sieben Kühe installieren, versichert der Landwirt im Nebenerwerb.

Die Stadt als Verpächterin

„Es ist richtig, dass es sich bei dieser Fläche um ein Grundstück der Stadt handelt, das wir verpachtet haben“, bestätigt die Aalener Pressesprecherin Karin Haisch. Der Pächter sei verantwortlich für „die ordentliche Bewirtschaftung und die Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben“, betont Haisch.

Der „Chef-Bauer“ zur Situation

Die Wassermenge, die Kühe und Rinder täglich brauchen variiert. Darauf weist Hubert Kucher, Vorsitzender des Kreis-Bauernverbands, hin. Kühe, die Milch geben, bräuchten mehrere hundert Liter pro Tag, ein jüngeres Rind auf der Weide komme mit deutlich weniger aus. Der Chef-Bauer spricht in dem Zusammenhang von täglich 50 Litern. „Die Tiere haben einen Instinkt dafür, was ihnen guttut; sie melden sich auch lautstark, wenn ihnen etwas fehlt“, erklärt Hubert Kucher.

Um aber selbst sicherzugehen, biete er seinen Tieren, die ebenfalls aus einem Bach saufen, in diesen Tagen eine zusätzliche Tränke mit Frischwasser und zusätzliches Futter. „So können die Tiere selbst entscheiden, denn nicht immer, was wir Menschen uns vorstellen, entspricht dem Wunsch der Tiere“, sagt Kucher weiter.

Bei dieser Hitze brauchen auch Kühe ausreichend Flüssigkeit.
Beim Trinken sinken die Kühe weit in den Schlamm. Der Bach als "Tränke" führt nur noch wenig Wasser.
An der Krumhalde weiden sieben Kühe. Zum Trinken nutzen sie das Wasser des Krumhaldenbachs.
Sieben Kühe teilen sich die "Tränke" an der Krumhalde.
Der Bach führt in dieser Hitzeperiode kaum noch Wasser.

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