Seltene Kröten auf dem Bürgle

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Ralf Worm vom Landschaftserhaltungsverband (rechts) und Jäger Alfred Roder. Zusammen sehen sie bei dem Biotop auf dem Bürgle nach dem Rechten.
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Nur drei Vorkommen der Kreuzkröte sind im Ostalbkreis bekannt. Warum die Tiere auf dem Wasseralfinger Bürgle überleben können.

Aalen-Wasseralfingen

Auf "etliche Hundert" schätzt Ralf Worm, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands des Ostalbkreises, die Zahl der Kreuzkröten auf dem Bürgle in Wasseralfingen. Gefährdete Tiere, von denen es nur drei Vorkommnisse im Ostalbkreis gibt (Stand 2012). Zusammen mit Jäger Alfred Roder aus Wasseralfingen sorgt Worm dafür, dass die Tiere bessere Überlebenschancen haben.

"Das ist im Umkreis von vielen Kilometern das einzige Vorkommen", erklärt Worm. Kreuzkröten seien an Sandgewässer ohne viele Pflanzen angepasst. Das Biotop auf dem Bürgle: "Der ideale Lebensraum" für die Kröten, sagt Worm. Eigentlich ist das Zuhause der Kröten lediglich eine Fahrmulde, die von Alfred Roder zum zweiten Mal mit Wasser befüllt wurde. Gut 10 000 Liter hat er bereits auf das Bürgle gebracht. "Sonst wäre es ausgetrocknet", sagt er. Je nach Wetterlage muss er für Nachschub sorgen. Zwar sei warmes Wasser von Vorteil für die Entwicklung der Tiere, gleichzeitig erhöhe es das Risiko, dass das Wasser austrocknet. "Das ist das Pokerspiel, das die Kröten spielen", meint Worm.

Kreuzkröten sind auf Hilfe der Menschen angewiesen. Allerdings zieht der Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands eine klare Grenze zu Tierschützern. "Die würden da jetzt eine einzelne Kaulquappe aufpäppeln." Er und seine Mitarbeiter hingegen wollen den Tieren nur den nötigen Schubser geben, damit sie selbst überleben können. Worm geht es vielmehr darum, den Lebensraum der Tiere zu erhalten und der Natur ihren Lauf zu lassen. "Die Art an sich soll überleben. Die einzelnen Tiere sollen so leben und so sterben, wie es der liebe Gott vorgesehen hat." Es müssen nicht alle Tiere überleben, um den Fortbestand der Art zu sichern. "Die arbeiten mit Überschuss. Wenn 100 Tiere durchkommen, würde das schon reichen."

Drei bis vier Wochen braucht es "dann sind die Kaulquappen mobil und werden sich in der Gegend verteilen", erklärt Worm. Dann sind sie auch nicht mehr auf Gewässer angewiesen. "Das reine Wasser brauchen sie nur im Kaulquappenstadium. Das gehört zum Überlebensrepertoire." Die jungen Kröten, die das Kaulquappenstadium gerade verlassen haben, halten sich trotzdem noch in der Nähe des Wassers auf. "Ich nehme an, die werden in den nächsten Wochen nicht allzu weit ausschwärmen", vermutet Worm.

Wenn 100 Tiere durchkommen, würde das schon reichen.

Ralf Worm Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Ostalbkreis

Sieben bis zehn Zentimeter messe eine ausgewachsene Kreuzkröte. Was sie von Fröschen unterscheidet? "Kreuzkröten laufen, sie hüpfen nicht", sagt Worm. Außerdem sei ihre Haut "warzig", Frösche seien hingegen glatt.

Die Anzahl der Tiere, die sich noch im Wasser tummeln, entscheidet darüber, wie lange Worm und Roder das Biotop noch unterstützen. Im kommenden Herbst planen sie, das Gebiet von Pflanzen zu befreien, um es den Kröten im nächsten Jahr einfacher zu machen.

Die ersten Kröten sind nur einige Millimeter groß.

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