Vesperkirche to go mit Musik eröffnet

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In der Wasseralfinger Magdalenenkirche ist am Sonntagvormittag die Vesperkirche eröffnet worden. Pfarrer Uwe Quast feierte in einer wegen Corona reduzierten Form mit gut 50 Gästen und dem Duo Bolz & Knecht den Eröffnungsgottesdienst.
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Menschen in der Region müssen auch in Corona-Zeiten nicht auf die Wasseralfinger Benefizaktion verzichten. Start mit einem Gottesdienst. Die Essensausgabe beginnt an diesem Montag.

Aalen-Wasseralfingen

Der Ausschnitt aus Sieger Köders Hungertuch "die Speisung der 5000" hängt wie jedes Jahr an der Kanzel bei der Eröffnung der Wasseralfinger Vesperkirche mit einem Gottesdienst in der Magdalenenkirche. Das ist, was bleibt bei dieser "Vesperkirche zum Mitnehmen", die bis 28. Februar dauert und dreimal die Woche bei der Sängerhalle Essen in Dosen und Gläser bietet.

Fast alles ist in diesem Jahr anders. Wegen der Corona-Pandemie. Die Reihen in der evangelischen Kirche sind licht – des Abstands wegen. Das Brot wird nicht gebrochen. Es riecht weder nach Essen noch nach Kaffee. Niemand klappert mit dem Besteck und die Wasseralfinger Ortsvorsteherin Andrea Hatam vertritt die sonst zahlreichen Ehrengäste mit einer Ansprache. Den obligatorischen Spendenscheck der Stadt hat sie dabei: 1500 Euro für die Vesperkirche.

"Die Vesperkirche steht für pulsierendes Leben – Leben, das wir gerade unglaublich vermissen", sagt Pfarrer Uwe Quast, der über das "Reich Gottes ist mitten unter euch" aus Lukas (14,21) predigt und Sieger Köders Bild "Mahl mit den Sündern" interpretiert. Quast erinnert dabei an seine erste Begegnung mit dem Künstlerpfarrer und beschreibt die tiefe Bedeutung des Werks. Er spricht von einer "dunklen Seite", die seine derzeitige persönliche Stimmung wiedergebe. Aber er erkennt in der Szene mit sieben Personen aus ganz unterschiedlichen Kultur- und Gesellschaftskreisen, die neben Jesus um einen Tisch sitzen, auch Hoffnung. "Wer genauer hinsieht, erfährt die Barmherzigkeit Gottes." Dabei spinnt der Theologe einen Faden zur Corona-Pandemie und zur Vesperkirche. "Bei der Vesperkirche kommen traditionell die Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit zusammen", sagt der Pfarrer und erzählt von Schicksalen und Begegnungen – aber auch vom ökumenischen Miteinander. Das sei sichtbar in der Sängerhalle, wo dieses Jahr erstmals und wegen der Pandemie die Essen in Tüten ausgeben werden.

"Es tut gut, wieder einmal Kultur live zu erleben", freut sich Andrea Hatam über die musikalische Begleitung der Eröffnung durch die Musiker Bolz & Knecht mit Gesang, Gitarren und Saxofon. Die Wasseralfinger Ortsvorsteherin betont, dass es neben dem ehrenamtlichen Engagement auch finanzielle Unterstützung brauche, um die Vesperkirche zu einem Erfolg zu machen. Hatam lobt die Version "zum Mitnehmen als tolle Idee". "Das zeigt einmal mehr, dass alle zusammengehören und keiner vergessen ist."

Bei der Vesperkirche kommen traditionell die Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit zusammen.

Uwe Quast Wasseralfinger Pfarrer

Die Lesung aus dem Lukas-Evangelium hat Sabine Stegmaier übernommen.

Die Wasseralfinger Vesperkirche findet ab sofort – bis 28. Februar – montags, mittwochs und freitags, jeweils von 11.30 bis 13.30 Uhr an der Sängerhalle statt. Preis pro Essen· 1,50 Euro.

Das Mittagessen wird in der Tüte zum Mitnehmen und zum zuhause Warmmachen ausgegeben; sonntags immer um 10 Uhr werden Themengottesdienste mit Kulturschaffenden in der Magdalenenkirche gefeiert.

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