Vesperkirche Wasseralfingen öffnet am 29. Januar

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Bei der Vorstellung des Programms der 27. Wasseralfinger Vesperkirche: von links Pfarrer Uwe Quast, Diakon Jörg Dolmetsch, Felina Steinbrück und Vanessa Seidel von der Karl-Kessler-Schule, Lehrerin Ellen Maier und Gertraud Ostertag und Heike Neuhäusler vom Team der ehrenamtlich Mitarbeitenden.
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Vier Wochen lang täglich Essen und Begegnung in der Magdalenenkirche: Alle Infos rund um die 27. Vesperkirche. Es gibt einige Neuerungen.

Aalen-Wasseralfingen

Es ist diese besondere Atmosphäre, heilig und profan zugleich. Pfarrer Uwe Quast nennt sie „eine Mischung zwischen Hochamt und Hofbräuhaus“, die die Vesperkirche Wasseralfingen ausmacht. Ab Sonntag, 29. Januar, ist sie wieder zu spüren. Dann beginnt die 27. Veranstaltung ihrer Art in der Magdalenenkirche.

Vier Wochen lang: Eröffnungsgottesdienst ist am Sonntag, 29. Januar, 10 Uhr, mit der Predigt von Prälatin Gabriele Wulz. Von da an gibt es an gedeckten Tischen im Kirchenraum täglich ein warmes Essen, freitags und samstags ohne Schweinefleisch. Am Samstag, 4. Februar, kocht ein Team muslimischer Mitbürgerinnen und Mitbürger, aufgetischt wird ein orientalisches Gericht.

Was es kostet:Pro Mahlzeit zahlen Erwachsene 1,50 Euro, Kinder 50 Cent. Man habe sich bewusst entschieden, es beim Preisniveau der Vorjahre zu belassen, obwohl „Energie und Lebensmittel spürbar teurer geworden sind“, erläutert Diakon Jörg Dolmetsch vom Vesperkirchenteam. Der tatsächliche Preis je Essen liege dadurch unterm Strich bei 8,50 Euro. Bewusst entschieden habe man sich auch, die Veranstaltung weiterhin im Kirchenraum abzuhalten, „denn der ist uns heilig“.

Wer die Vesperkirche stemmt: Hinter dem Duo an der Spitze, Pfarrer Uwe Quast und Corinna Pavel, steht eine Mannschaft von 114 Mitarbeitenden und 40 Schülerinnen und Schülern. Jörg Dolmetsch freut sich, dass 35 „Neue“ (Erwachsene) darunter sind, die sich freiwillig gemeldet hätten, um ehrenamtlich dabei zu sein. Unter den „alten Hasen“ seien wieder etliche, die extra Urlaub dafür nähmen. Im Leitungsteam habe es einen Generationswechsel gegeben, berichtet Quast. Das Ehepaar Möhler sei ausgeschieden, Pfarrer Kugler ist nun für den theologischen Ausschuss zuständig.

Schülerinnen und Schüler: Felina Steinbrück und Vanessa Seidel, Achtklässlerinnen der Karl-Kessler-Schule, haben die ersten Plakate ausgeteilt. Sie werden gemeinsam mit ihren Klassenkameradinnen und -kameraden sowie einzelnen Schülerinnen und Schülern des Kopernikus-Gymnasiums, der Weitbrecht-Schule sowie Konfirmandinnen und Konfirmanden für die „süße Seite“ der Vesperkirche zuständig sein: Kuchen zum Nachtisch ausgeben, den Gästen Tee und Kaffee einschenken. Ihre Lehrerin Ellen Maier, seit vielen Jahren für das Schulprojekt verantwortlich, weiß: Durch die Begegnungen wachsen ihre Schützlinge emotional in dieser Zeit – „ein wichtiger Erfahrungswert im Leben“.

Neues und Bewährtes: Kleiderbasar und Haare schneiden sind erstmals im neuen Gemeindesaal neben der Kirche, ebenso die Spülküche. Die Öffnungszeiten des Kleiderbasars wurden ausgeweitet: Vom 5. bis 12. Februar ist jeweils von 11.30 bis 15 Uhr offen, freitags und samstags sogar bis 17 Uhr. Zusätzliche Angebote sind: jeden Dienstag diakonische Beratung, jeden Mittwoch Zucker- und Blutdruckmessen, an einem Donnerstag Sozialberatung unter der Kanzel und jeden Sonntag besondere Gottesdienste. Freitags wird es wieder als Überraschung „Kulturnachtisch“ geben, den regionale Künstlerinnen und Künstler gestalten. An jedem Tag der Vesperkirche ist ein Impuls vorgesehen: ein Lied, ein Bibeltext, ein Gebet.

Wie das Ganze finanziert wird: Die Vesperkirche finanziert sich allein aus Spenden und dem, was bei Benefizveranstaltungen hereinkommt. Pfarrer Uwe Quast: „Wir sind sehr dankbar, dass wir bereits Spenden zugesagt bekommen haben von der Stadt, der VR-Bank und der Kreissparkasse, vom Rotary-Club und von den Lions. Die Firma Jedele spendet wärmende Auflagen für die Bänke.

Für Leib und Seele: Das Essen wird gekocht und heiß geliefert von regionalen Metzgereien und Gaststätten. Heike Neuhäusler und Gertraud Ostertag vom Vesperkirchenleitungsteam haben mit rund 6500 Portionen über die vierwöchige Zeit kalkuliert, durchschnittlich 200 pro Tag. „In der Spitze haben wir bisher 280 Essen am Tag ausgegeben, ich bin gespannt, ob wir die 300er-Grenze knacken“, sagt Heike Neuhäusler. Pfarrer Quast rechnet damit: „Die Bedürftigkeit hat entschieden zugenommen“, deutlich gestiegene Lebensmittel- und Nebenkosten würden dazu führen, dass sich mehr und mehr Menschen eine warme Mahlzeit kaum regelmäßig leisten können. Doch die Vesperkirche sei mehr, nämlich „Nahrung für Leib und Seele, wie es Heike Neuhäusler formuliert.

Quast und Dolmetsch geraten geradezu ins Schwärmen: In der Vesperkirche mische sich Publikum, das sich sonst in der Gesellschaft kaum gemeinsam an einen Tisch setze: Menschen, die einsam sind oder einfach nur nicht allein essen möchten, Angestellte, die dem Alltagsstress entfliehen wollen, Familien, Schüler oder auch Menschen ohne festen Wohnsitz. Vor dem Altar gemeinsam essen – so könne man im Kirchenraum Gemeinschaft und Geborgenheit erfahren.

Öffnungszeiten:täglich ab 11.45 Uhr bis 14.30 Uhr. Essenausgabe ist zwischen 12 und 13.30 Uhr. Abschluss wird gefeiert in einem Gottesdienst am Sonntag, 26. Februar, 10 Uhr.

Benefizkonzert: Am kommenden Samstag, 28. Januar, spielt die SHW-Bergkapelle um 17 Uhr ein Benefizkonzert für die Vesperkirche in der Magdalenenkirche. Eintritt frei; Spenden erwünscht.

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