Vom Taxifahrer zum Verleger

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Axel Dielmann in der Buchhandlung Henne
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Axel Dielmann erzählt in der Buchhandlung Henne in Wasseralfingen aus seinem Leben.

Aalen-Wasseralfingen. Am Freitagabend plauderte Axel Dielmann in der Buchhandlung Henne aus dem Nähkästchen. Mit Witz und Charme erzählte der 60-jährige Frankfurter von seinem abenteuerlichen Weg zum Verleger – und gab seinen Gästen einen Einblick in das Handwerk des Buchbinders.

"Aus einer Eitelkeit", wie er sagt, begann Dielmann nach seinem Physikstudium 1982 damit, die selbstgedruckte Zeitschrift "Schritte" mit eigenen Geschichten in Frankfurter Cafés zu verteilen. Denn die Verlagshäuser, an die er seine Manuskripte schickte, wollten seine Werke nicht. Mit der Zeit gewann er nicht nur eine Leserschaft in ganz Deutschland, sondern es gab auch immer mehr Menschen, die ihre Literatur ebenfalls in seinem Blatt veröffentlicht haben wollten. Als die eingereichten Manuskripte immer länger wurden, wagte er den Schritt zur Verlagsgründung.

Anfangs hielt er sich als Taxifahrer über Wasser. Bis er die Reihe "Etikett" gründete: Eine Kooperation mit Unternehmen, die die Veröffentlichung sponsern. Das Portfolio reicht heute von der Deutschen Bahn bis hin zu SAP. 1999 wurde die Anthologie "Die Brille des Autors" veröffentlicht – gesponsert von Zeiss. "Diese Kooperationen verhalfen unserem Verlag über lange Durststrecken hinweg", erzählt er. Und sie gaben ihm die Möglichkeit, andere Bücher zu publizieren, zu experimentieren. Wie zum Beispiel mit der sogenannten 16er-Reihe – kleine Büchlein, 16 bis 48 Seiten lang, von Hand fadengeheftet.

Höhepunkt für viele Gäste: Dielmann erklärt, wie man ein solches Büchlein stichelt. Die Atmosphäre ist locker, die Gäste stellen Fragen, es ist mehr eine Gesprächsrunde als ein Vortrag. Und auch Henne-Inhaber Simon Fortenbacher, ist sichtlich begeistert. "Wir unabhängigen Buchhandlungen und unabhängigen Verlage müssen zusammenhalten."

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