Was den Campus so teuer macht

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Die Baustelle Bildungscampus Braunenberg in Wasseralfingen von oben gesehen: Die Kosten sind in die Höhe geschossen. Was das Projekt teurer macht, damit hat sich jetzt der Gemeinderat befasst.
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Der Braunenberg-Campus in Wasseralfingen und die hohen Mehrausgaben.

Aalen. Um das Projekt „Bildungscampus Braunenberg“ zu realisieren, muss die Stadt Aalen bekanntlich wesentlich tiefer in die Tasche greifen als ursprünglich prognostiziert. Statt des geplanten Baubudgets von 8,1 Millionen Euro werden für den Campus knapp 14 Millionen Euro als Budget veranschlagt. Das Budgetdefizit hat verschiedene Ursachen. Diese erläuterten im Gemeinderat Baudezernent Wolfgang Steidle und vor allem der neue Projektsteurer Valentin Brenner vom Büro Brenner aus Ellwangen.

„Wir müssen die Zweckmäßigkeit des Vorhabens nicht mehr diskutieren“, sagte Frederik Brütting mit dem Hinweis auf die „dringend benötigten Kitaplätze und die Schulmensa“. Der OB sprach dabei von einer außergewöhnlichen Kostensteigerung und von Lehren aus der Situation, die daraus zu ziehen seien. Dennoch bat er die Gemeinderäte und -rätinnen um Zustimmung für die Budgetsteigerung, um das Projekt zu Ende führen zu können, die diese dann Zähne knirschend gaben.

In der großen Summe seien nun auch, wie Baudezernent Wolfgang Steidle mehrmals versicherte, auch ein fünfprozentiger Puffer eingebaut. „Wir hoffen, dass wir diesen nicht brauchen.“

Projektsteurer Brenner zeigte die Kostenprognose auf und betonte, dass darin Maßnahmen enthalten seien, die über den ursprünglichen Baubeschluss hinausgehen.

Das ist Fakt: Die Hälfte der Maßnahmen – im Wert von 6,8 Millionen Euro – seien vergeben. „Aktuell stehen weitere Vergaben an, die in der Summe 2 Millionen Euro ausmachen“, sagte der Steurer und nannte die Ursachen für die Mehrkosten:

Vorgezogene Maßnahmen und Ausweitungen – dabei handle es sich unter anderem um die Duschen (312 000 Euro). „Wenn wir das aber nicht erledigen, müssen dies stillgelegt werden“, so Brenner; um den Kauf eines Bauzauns (4100 Euro); sowie die Anbindung von Heizung und Sanitär (560 300 Euro). Als sinnvolle ergänzende Maßnahme bezeichnete Valentin Brenner eine PV-Anlage (232 500 Euro).

Mehrkosten in Höhe von insgesamt 622 000 Euro entstehen, so Brenner, unter anderem durch die sogenannte Unterfangung im Bereich der Steinstraße, durch neue Böden im Pavillon West und Ost sowie durch mehr Maler- und Trockenbauarbeiten.

Nachträge und nicht berücksichtigte Leistungen, sorgen laut Brenner für weitere Mehrkosten in Höhe von knapp einer Million Euro. Dazu zählten unter anderem Hausanschlüsse, Entwässerung, Materialmehrkosten und ein höheres Budget für Mensa und Küche.

Mehraufwand gebe es auch durch Baunebenkosten in Höhe von 570 000 Euro. Das Gros dabei sei durch die neue Projektsteuerung und die Mehrkosten im Bereich der Planung entstanden.

Die Kosten aus diesen Bereichen summieren sich auf mehr als 3 Millionen Euro. Hinzukommen, so Brenner 2,2 Millionen Euro aufgrund der Teuerung.

Das sagen die Räte und so votieren sie: Über die Fraktionen hinweg sind sich die Räte einig, dass die Arbeiten fortgesetzt werden müssen.“„Wir haben keine Wahl, das müssen wir durchziehen“, sagte Wasseralfingens Ortsvorsteherin Andrea Hatam (SPD). Josef Anton Fuchs (CDU) stimmte dem zu, jedoch mit dem Hinweis, dass „jemand geschlampert hat, wenn eine halbe Million Euro ‚vergessen‘ wurde“. Auch Manfred Traub (Zählgemeinschaft) sprach von mangelhafter Planung und mahnte, dass „sowas nie wieder vorkommen dürfe. Am Ende wurden die Mehrkosten bei einer Gegenstimme (Norbert Rehm, Aktive Bürger) beschlossen. 

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