Was sich der Jugendtreff in Wasseralfingen wünscht

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Ein Wunsch der Schülerinnen und Schüler: Graue Wände kreativ mit Graffiti besprühen dürfen.
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Die Besucherzahlen steigen, aber es mangelt an räumlichen Voraussetzungen für ungestörte Treffen junger Erwachsener. Wie der Ortschaftsrat dazu steht.

Aalen-Wasseralfingen

Der Jugendtreff in Wasseralfingen hat eine Weile gebraucht, um die Corona-Delle zu überwinden. Seit Juni dieses Jahres steigen die Besucherzahlen wieder, zurzeit sind etwa 20 bis 50 Kinder und Jugendliche pro Tag in dem Haus in der Geschwister-Schabel-Straße. Was immer wieder bewegt: Der Wunsch nach einem Treffpunkt außerhalb des Gebäudes. Jugendtreff-Leiter Jürgen Braun gab im Ortschaftsrat einen Überblick über die Situation.

Die Angebote: Kochaktionen mittwochs, kreative Aktionen, Turniere oder Kino freitags, Ausflüge samstags, Sportgruppe, Partys, Fahrradwerkstatt oder separate Mädchengruppe – der Jugendtreff versuche, für alle Altersgruppen zwischen 7 und 25 Jahren attraktiv zu sein, so Jürgen Braun. Zu 80 Prozent kämen Jungen, zu 20 Prozent Mädchen. Ähnlich verhält es sich mit der Herkunft: Zu 80 Prozent aus Wasseralfingen, der Rest aus Hüttlingen und Westhausen.

Versuche, eine Clique von Besucherinnen und Besuchern mit Handicap zu integrieren, seien weniger erfolgreich gewesen, räumte Braun ein. Auf Nachfrage von Josef Anton Fuchs (CDU) erläuterte er, es habe kein Mobbing gegeben, aber Reaktionen wie „Lachen aus Unsicherheit“. Die Folge: Diese Personengruppe habe sich zurückgezogen.

Öffnungszeiten: Regulär Montag bis Freitag, kostenlos für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren. Samstags wurde bisher auf Anfrage geöffnet, bei Anmeldung von mindestens fünf Personen. Im November und Januar werde man samstags bis 22 Uhr offenhalten, kündigte Braun an. Michael Graule (Grüne) fand das grundsätzlich gut, fände aber eine Öffnung Freitagsabends noch besser. Brauns Erfahrung an solchen Abenden spricht dagegen: „Es verläuft sich.“

Ungestörte Treffen: Auf Nachfrage aus mehreren Fraktionen legte Braun dar, dass es grundsätzlich schwierig sei, ältere Jugendliche oder gar Cliquen über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel für konkrete Projekte, zu gewinnen. Junge Erwachsene suchten eher die Gemeinschaft untereinander, dafür aber fehlten die räumlichen Voraussetzungen.

Was fehlt: Jugendliche und junge Erwachsene suchen Plätze, wo sie sich allein und ungestört treffen können außerhalb der betreuten Öffnungszeiten, so Jürgen Braun. Franz Fetzer (Freie Wähler) betonte für den Ortschaftsrat: „Das Problem beschäftigt uns seit Jahren. Unsere positive Einstellung dazu ist da, man muss nur noch diese Plätze finden.“ Eine Lösung, so Braun, könnte sein, einen teilweise überdachten, windgeschützten Freisitz am Jugendzentrum selbst zu schaffen. Mit Sitzgelegenheiten, ausreichend Licht, Mülleimer, Aschenbecher. Oder die bestehenden Garagen so auszubauen, dass sie als Raum für Treffen nutzbar sind. Die Situation mit den Nachbarn ist ihm zufolge entspannt. Den Vorschlag von Ortsvorsteherin Andrea Hatam, die Schaffung eines Freisitzes weiterzuverfolgen und im nächsten Jahr über das Ortsbudget zu finanzieren, nahmen die Ortschaftsräte positiv auf.

Ein Wunsch der Schülerinnen und Schüler: Graue Wände kreativ mit Graffiti besprühen dürfen.

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