Was Wasseralfingen bewegt

  • Weitere
    schließen
+
Kommunalpolitik in der Magdalenenkirche: OB Thilo Rentschler (r.) stellt sich den Fragen von Bürgern und Ortschaftsräten. Zuvor erläutern Pfarrer Uwe Quast und Architekt Bernd Liebel den Neubau des Gemeindezentrums anhand des Modells.
  • schließen

OB Thilo Rentschler auf coronabedingt verkürzter Tour durch Aalens größten Stadtbezirk. Welche wichtigen Anliegen trotzdem zur Sprache kommen.

Aalen-Wasseralfingen

Eigentlich wollte OB Thilo Rentschler auf Einladung von Wasseralfingens Ortsvorsteherin Andrea Hatam am Mittwoch mehrere Stunden durch Aalens größten Stadtbezirk touren. Um zu zeigen, was schon getan ist. Und um den Bürgern Antworten auf das zu geben, was deren Meinung nach noch getan werden müsste. Doch im Hinblick auf die verschärften Corona-Maßnahmen kam Rentschler am Mittwoch zu dem Entschluss: "Das macht keinen Sinn." Und so fielen Kocherrenaturierung, Talschulzentrum und Maiergasse spontan aus dem Programm.

Rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – größtenteils aus dem Ortschaftsgremium – folgten mit Abstand und Mund- und Nasen-Schutz dem verkürzten Programm. Im Fokus: das Schnepf-Areal und das neue Gemeindezentrum bei der Magdalenenkirche.

Das Wohn- und Geschäftshaus am Stefansplatz ist hochgezogen und wartet auf seinen Verputz. "Endlich ist es soweit", freute sich der OB. Man müsse nur Geduld mitbringen. Stadtentwicklung koste eben Zeit, sagte er an den CDU-Fraktionsvorsitzenden Josef A. Fuchs gerichtet. Dieser hatte in der jüngsten Ortschaftsratssitzung moniert, dass es im ersten Bauabschnitt der Maiergasse zu langsam voran gehe. "Wir haben jetzt alle drei Bauträger der Geschosswohnungsbauten aufgefordert, dass sie in die Gänge kommen", betonte Rentschler.

Das Gemeindezentrum neben der Magdalenenkirche: Seit zehn Jahren wird geplant und immer wieder verworfen. Gemeinsam mit dem OB freute sich Pfarrer Uwe Quast, dass die Odyssee zu Ende ist. Spatenstich soll im Januar 2021 sein. Nach einer Bauzeit von eineinhalb Jahren könnte 2022 die Eröffnung des Gemeindezentrums gefeiert werden.

Die Kosten: 4,6 Millionen Euro gesamt. Insgesamt knapp drei Millionen Euro Zuschüsse kommen von der Stadt Aalen, von der Landeskirche und dem Kirchenbezirk.

Das ist geplant: Architekt Bernd Liebel sprach von einem architektonischen Spagat zwischen der Kirche und der kleingliedrigen Umgebungsbebauung. Ein zweigeschossiges Gebäude, dessen Dachform den Blick auf den Kirchturm freigibt. Über ein verglastes Foyer werden der Außenspielbereich, ein Mehrzweckraum als Teil des Gemeindesaals, die dreizügige Krippe im EG und die Kindergartenräume im Obergeschoss miteinander verbunden. Zentraler Punkt in der Mitte des Zentrums sei ein für Gemeinde- oder sonstige Feste geeigneter Platz.

Reicht der Außenspielbereich? Zehn Quadratmeter pro Kind seien gesetzlich vorgeschrieben, so Quast. Die Kita im Gemeindezentrum biete 56 Plätze. Daher sei die Außenfläche mit 650 Quadratmetern ausreichend.

Gibt es ausreichend Parkplätze für Besucher? Laut Architekt gibt es künftig etwa 20 Parkplätze am Gebäude. "Durch die zeitlich unterschiedliche Nutzung von Gemeindezentrum, Kita und Kirche wird sich das Parkproblem entschärfen", sagte Liebel. Bei Veranstaltungen, so Andrea Hatam, müsse ein Großteil der mit dem Auto kommenden Besucher eben einen Fußweg von 100 bis 150 Metern in Kauf nehmen. Parkgelegenheiten im Umfeld der Magdalenenkirche seien ausreichend vorhanden.

Ungewollte Nutzungen verhindern

Aalen-Wasseralfingen. Die OB-Tour durch Wasseralfingen nutzten einige Bürger, um zu sagen, wo ihnen der Schuh drückt:

Ein neues Sanierungsgebiet ausweisen von Höhe der Magdalenenkirche bis zum früheren Schuhhaus Bolsinger: Diese Idee trug Christa Hartmann vor. Es geht ihr um eine Fläche in der Wilhelmstraße, die derzeit von einem Gartenbaubetrieb genutzt wird. Wohnbau, sagte sie, wäre dort besser am Platz. Ein weiteres Sanierungsgebiet in der Stadt aber, so Rentschler, würde aktuell nicht genehmigt – die Fördertöpfe von Bund und Land seien endlich. Rentschler: "Bleibt zu hoffen, dass der Bundesgesetzgeber in solchen Fällen den Kommunen endlich ein uneingeschränktes Vorkaufsrecht zum Verkehrswert des Grundstücks einräumt." Allein mit dem Planungsrecht ließen sich solche ungewollten Nutzungen nicht verhindern.

Geschwindigkeitsreduzierung beim Schulzentrum im Tal: Anwohner, so berichtete Josef A. Fuchs (CDU), haben sich mit dem Anliegen an ihn gewandt, auf Höhe des Schulzentrums die Geschwindigkeit auf der Kreisstraße 3311 auf mindestens 40 Stundenkilometer zu beschränken. Sigrun Huber-Ronecker (Grüne) regte einen Zebrastreifen an zur Querung der K3311 vom Neubaugebiet Maiergasse zum Schulzentrum. Laut OB Rentschler hat sich die städtische Fachbehörde der Sache angenommen. "Aber es scheint nicht realisierbar, aus welchen Gründen auch immer." Der OB machte aber Hoffnung, plädierte, an einem Strang zu ziehen und beide Dezernenten mit ins Boot zu holen.

Zurück zur Übersicht: Wasseralfingen

WEITERE ARTIKEL