Wasseralfingen: Warum die Wilhelmstraße erst Ende Juli wieder frei ist

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Michael Knecht (l.), seitens der Stadtwerke Aalen zuständiger Bauleiter der Großbaustelle in der Wilhelmstraße und Igor Dimitrijoski, Pressesprecher der Stadtwerke.
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Ende Juli soll der Verkehr zwischen der Wasseralfinger Löwenbrauerei und der Kreuzung Auguste-Kessler-Straße wieder ungehindert fließen können.



Aalen-Wasseralfingen. Seit Monaten wird der Verkehr in Aalen auf eine harte Geduldsprobe gestellt: Zwei Großbaustellen – die eine in der Wasseralfinger Wilhelmstraße, die andere an der Hochbrücke – blockieren den Verkehrsfluss auf der Nord-Süd-Achse. Autofahrer quälen sich oft im Stau durch langwierige Umleitungen. 


Ein Ende ist jetzt absehbar – zumindest für die Wilhelmstraße. Ab Ende Juli dieses Jahres soll der Verkehr zwischen der Wasseralfinger Löwenbrauerei und der Kreuzung Auguste-Kessler-Straße wieder ungehindert fließen können. Das sagen Igor Dimitrijoski, Pressesprecher der Stadtwerke Aalen, und Michael Knecht, seitens der Stadtwerke als Bauleiter für die Bauüberwachung des Projekts zuständig. „Damit liegen wir nur einen Monat über der Bauzeit“, meint Knecht mit dem Hinweis, dass die Arbeiten mit einer Frist bis Ende Juni 2022 ausgeschrieben waren. Aktuell laufen die Straßenbelagsarbeiten.

Der Auftrag: Die Stadtwerke Aalen haben seit Ende September im gesamten Areal zwischen der Kläranlage Hasennest, der Firma SHW Automotive und der Wilhelmstraße und Stiewingstraße das Entwässerungssystem erneuert. „Die Wasserleitung stammte noch aus dem Jahr 1943“, weiß Michael Knecht. In der Vergangenheit habe es viele Rohrbrüche auf diesem Abschnitt der Wilhelmstraße gegeben. Daher wurden jetzt neue Kanalrohre verlegt, die Trinkwasserleitung erneuert, Hausanschlüsse saniert, die Gasleitung zwischen der Auguste-Kessler-Straße und der Stiewingstraße neu verlegt und mit mehr Druck, also einer höheren Leistung, ausgestattet. „Was vor allem den umliegenden Firmen und Betrieben zugute kommt“, betont der Bauleiter. „Im Leitungsbau haben wir selten so eine lange Baustelle“, beschreibt Igor Dimitrijoski die Dimension des Auftrags. Diese spiegele sich im großen Auftragsvolumen von 1,7 Millionen Euro. 


Die Kritik: Mitunter hatte es harsche Kritik gegeben aus der Bürgerschaft und auch seitens der Wasseralfinger Ortschaftsräte darüber, dass es an der Baustelle Wilhelmstraße anscheinend nur sehr schleppend vorangeht. „Ich habe noch nie eine Baustelle der Stadtwerke erlebt, auf der mit solch erhöhtem Personaleinsatz gearbeitet wurde wie in der Wilhelmstraße“, hält Michael Knecht dagegen. Von der beauftragten Baufirma Hans Fuchs seien hier im Schnitt täglich etwa 10 Arbeiter am Werk gewesen. 


Gründe für die Verzögerung: Doch was ist dann der Grund für die Verzögerung der Fertigstellung? Bei Beginn der Maßnahme Ende September 2021 war noch die Rede von einer halbjährigen Bauzeit, Wasseralfingens Ortsvorsteherin Andrea Hatam ging in öffentlicher Gemeinderatssitzung im März dieses Jahres von einer Fertigstellung Ende Mai 2022 aus. „Wir waren mit ganz vielen Zusatzarbeiten konfrontiert“, sagt Knecht. Neben zusätzlichen Gasanschlüssen musste etwa – was nicht vorhersehbar war - ein Pumpwerk fürs Abwasser auf Höhe von Hausnummer 95 installiert werden. Dass man nicht ohne ein Pumpwerk auskommt, sei erst im Laufe der Grabungsarbeiten aufgekommen. Grund: Die Hausanschlüsse liegen niedriger als der neu verlegte Abwasserkanal. Das Pumpwerk hat die Aufgabe, das Abwasser der anliegenden Häuser in den neuen Kanal hochzupumpen. 

Auch die Verlegung von Leerrohren für andere Versorgungsunternehmen (EnBW) hatte man anfangs nicht auf dem Schirm. „Diese Arbeiten hatte das Unternehmen eigentlich für die nächsten Jahre geplant, ist dann aber mit dem Antrag auf uns zugekommen, die Lehrrohre für den Strom gleich mit einzubauen.“ Schließlich mache es ja keinen Sinn, die Straße nach drei Jahren wieder aufzureißen. Vor drei Monaten dann sei die ausführende Baufirma auf die Stadtwerke zugekommen mit der Botschaft, dass sie wegen der Zusatzarbeiten den Zeitplan nicht einhalten könne.

„Natürlich wissen wir, dass Anlieger als auch Verkehrsteilnehmer stark beeinträchtigt sind durch unsere Baustelle“, sagt Igor Dimitrijoski. Aber diese Arbeiten dienten schließlich der Versorgungssicherheit. Ein Hinweis ist dem Stadtwerkesprecher besonders wichtig: Die anliegenden Betriebe, Unternehmen und Firmen seien jederzeit anfahrbar gewesen. „Die Firma Witt Weiden kann ab nächster Woche von der Stiewingstraße angefahren werden, die anderen Unternehmen von der Löwenbrauerei aus.“ 

Aktuell laufen die Asphaltierungsarbeiten.
Auf diesem Abschnitt bis zur Löwenbrauerei fehlt zwar noch der endgültige Belag, jedoch können anliegende Firmen angefahren werden.

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