Wort zum Reformationssonntag

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Pfarrer Uwe Quast, evangelische Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen

Steher-Qualitäten

Aalen-Wasseralfingen. Morgen ist Reformationstag. Die evangelische Landeskirche gedenkt damit des Thesenanschlages Martin Luthers. Vor vier Jahren hatten wir diesen Tag groß, auch ökumenisch, gefeiert und gerne hätten wir in diesem Jahr deutlicher sein Stehvermögen vor Gott und Reichstag in Erinnerung gerufen. Bis zum 30. Dezember ist noch in Worms die Landesausstellung zu sehen: „Hier stehe ich. Gewissen und Protest – 1521 bis 2021“.
Luthers Stehvermögen war die Geburt eines langen Kampfes mit der Botschaft der Bibel und der Vernunft. Und Luther hatte Glück: Sein protestantischer Sturkopf brachte ihn nicht auf den Scheiterhaufen.
Aber er riskierte ihn – aus seiner Glaubensüberzeugung. Luthers Auftritt vor dem Kaiser war nach Sicht heutiger Historiker keine Heldentat. Sie stand am Ende eines langen Reifeprozesses. Eines der schönsten Zitate von Martin Luthers ist für mich daher: „Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht ein Gesundsein, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind's noch nicht, wir werden's aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es reinigt sich aber alles.“ Also machen Sie sich keine Sorgen um Ihre Steherqualitäten: Es wird schon!

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