Weil sie Krebs hat, verlieren vier Kinder ihre Mutter

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Von heute auf morgen ist die Welt eine andere: ein Familienvater verliert seine Frau, vier Kinder ihre Mutter. Symbolfoto: pixabay
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Wie soll das Leben für die Familie weitergehen? Die SchwäPo will helfen.

Aalen. Am 23. Oktober kam der Tod in die Familie A. (alle Namen geändert). Kurz bevor Suse A. aufgehört hat zu atmen, hatte sie noch einmal ihre ganze Familie um sich: ihre vier Kinder, drei Mädchen, einen Bub und ihren Mann Tom (44). Jeder von ihnen legt seine Hand in die der Mutter. Sechs Hände ineinander verschlungen auf dem Bauch der Mutter. Zum letzten Mal. Zum Abschied. Wenige Minuten später hört Suse A. auf zu atmen. Sie stirbt an den Metastasen ihrer Krebserkrankung und hinterlässt den Familienvater allein mit vier Kindern - 8, 10, 15 und 16 Jahre alt.

Gerade einmal fünf Wochen ist das her. Tom A. scrollt in den Fotos auf seinem Handy. Er kann es immer noch nicht fassen. „Es ist einfach nicht wahr“, sagt er und seine Augen fangen an zu blinzeln. Es sind Fotos aus den vergangenen fünf Monaten. Bilder von Tagesausflügen gemeinsam mit seiner Frau an den Bodensee, eine Schifffahrt zur Mainau, ein Spaziergang an der Strandpromenade in Bregenz.

Die Familienmutter zwar im Rollstuhl und mit einem Tuch um den von der Chemotherapie gezeichneten Kopf - dennoch gebettet in Hoffnung. „Meine Frau hat klipp und klar gesagt: Ich werde nicht sterben“, erinnert sich Tom.

„Sie haben keine Chance mehr“

Die Diagnose war im Mai gefallen, wenige Tage nach dem gemeinsamen Hochzeitstag. Das Ehepaar hatte sich eine Auszeit zu zweit gegönnt, war übers Wochenende zum Radfahren in den Schwarzwald gefahren. Da fielen Tom A. zum ersten Mal die gelb verfärbten Augen seiner Frau auf. Dann ging alles ganz schnell. Wieder daheim, klagte Suse über einen prall aufgetriebenen Bauch. Der Hausarzt überwies sie sofort in eine Klinik. Die Diagnose: Ein Brustkrebs, der bereits Metastasen in die Leber gestreut hatte. Die Aussage des Arztes: „Es sieht ganz schlecht aus. Sie haben keine Chance mehr.“

Als Suse A. auf die Palliativstation überwiesen wird, hat der alleinverdienende Familienvater schon damit abgeschlossen, dass sie noch einmal nach Hause kommen würde. Doch durch die Behandlung, die darauf ausgerichtet ist, Symptome zu lindern, um die Lebensqualität zu verbessern, geht es langsam aufwärts. Irgendwann schafft es Suse allein in den Rollstuhl und kann Mitte Juli nach Hause entlassen werden. Mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser wird Suses letzter großer Traum erfüllt: Eine Woche Auszeit an ihrer geliebten Ostsee, mit der kompletten Familie.

„Es war wunderschön“, sagt Tom leise. Ob die Reise schon unter dem Stern des Abschiednehmens gestanden habe? „Nein, zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht.“ Doch dann, in der zweiten Oktoberwoche, verschlechtert sich Suses Zustand rapide. Binnen weniger Tage stirbt die vierfache Mutter.

Der Familienvater möchte gerne trauern. Aber die Probleme lassen ihm keine Zeit. Als alleinerziehender Vater von vier Kindern hat der angestellte Maler keinen Anspruch mehr auf Wohngeld für seine Familie. „Denn das Ausbildungsgehalt meines Sohnes wird zum Familieneinkommen hinzugerechnet.“ Die Familie wohnt in Miete, 900 Euro kalt. Auch eine Haushaltshilfe bezahlt die Krankenkasse nicht mehr. Dennoch: Tom A. will alles dafür tun, damit seine beiden jüngsten Töchter nicht in dieser Situation auch noch aus der Grundschule des Heimatdorfs in eine Ganztagsschule in der Stadt wechseln müssen. Advent der guten Tat möchte der Familie gerne eine Haushaltshilfe finanzieren.

Bitte spenden Sie für Advent der guten Tat

Stichwort:„Advent der guten Tat“: Konto KSK Ostalb, IBAN: DE 41614500500110050500; oder Konto VR-Bank Ostalb, IBAN: DE 05614901500101010001.

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