Guten Morgen

Wenn sich ein Specht verklopft

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Manfred Moll über das Verhängnis eines unglücklichen Spechtvogels

Zivilisation kann gefährlich sein. Zumal für Lebewesen, die wenig mit ihr anfangen können. Auf den ersten Blick sieht etwas verlockend aus – und wenig später ist man tot. So erging es einem Buntspecht neulich in Pommertsweiler. Der wollte sich eine Bruthöhle bauen ausgerechnet am Fuße eines Strommastens. Vielsprechend sah das dort aus. Denn da war bereits ein Loch, und diese Vorarbeit wollte der vermeintlich schlaue Bursche nur etwas erweitern. Flugs ging er seine Arbeit an und meißelte fleißig drauflos. Besonders das schwarze Zeugs, das dort, von oben kommend, im dem fraglichen Loch im Boden verschwand, ließ sich gut entfernen. Pech nur, dass es die Isolierung eines Kabels war. Das schickte nach einem finalen Hieb seine 20 000 Volt dem Specht auf den Schnabel. Es gab, "pfrtztzll!", ein hässliches Geräusch, eine kleine Rauchwolke stieg auf, und es war um den armen Kerl geschehen. Drei Stunden dauerte es, und die ODR-Leute hatten das Untere Dorf wieder mit Strom versorgt.

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