Wer sich qualifiziert, kriegt in Aalen Extrageld

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Auch in Vereinen gilt es Kinder zu schützen. Übungsleiter, die einen Lehrgang für „sexualisierte Gewalt“ absolvieren erhalten künftig in Aalen 20 Euro extra pro Jahr. Foto: pixabay
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Ausschuss plädiert für eine höhere Übungsleiterpauschale. Wie Übungsleiter und -leiterinnen einen Bonus erhalten.

Aalen. Die Pauschale für Übungsleiterinnen und Übungsleitersoll ab kommendem Jahr 280 Euro betragen. Der Kultur-, Bildung- und Finanzausschuss, kurz KBFA, hat einer Erhöhung um 80 Euro pro Übungsleiter und Jahr einmütig zur Abstimmung im Gemeinderat empfohlen. Neu hinzu kommt eine Extra-Pauschale in Höhe von 20 Euro für jene Übungsleiter und -leiterinnen, die einen Nachweis dafür erbringen, dass sie einen Lehrgang aus dem Präventionsbereich „sexualisierte Gewalt“ absolviert haben. Den Antrag dafür hatte Ralf Meiser (Grüne) gestellt.

13 Jahre lang war die Übungsleiter-Pauschale in Aalen nicht erhöht worden. Jetzt hat sich der KBFA mit dem Thema befasst und die sogenannten Sportförderrichtlinien der Stadt fortgeschrieben.

Der der Stadtverband der sporttreibenden Vereine Aalen und der Stadtverband für Sport und Kultur Wasseralfingen hatten sich an die Stadtverwaltung mit der Bitte gewandt, die Übungsleiterpauschale zu erhöhen, erklärte eingangs Karl-Heinz Ehrmann. Der Dezernent erinnerte an Gespräche der Verwaltung mit den Verbänden, sprach von einer Erhöhung von 40 Prozent und davon, dass 280 Euro angemessen seien.

Hier hakte später Bernhard Ritter (FW) ein und forderte, künftig in kürzeren und regelmäßigen Abständen über eine Erhöhung der Pauschale zu diskutieren. Ritter dankte für das Tempo, mit dem jetzt die Erhöhung geklappt habe, und unterstrich die Bedeutung dessen, was Übungsleiter leisten.

Doch zunächst stellte Ralf Meiser einen Antrag für eine Extra-Pauschale. Der Grünen-Stadtrat sprach das Thema „sexualisierte Gewalt“ offen an und fordert als Prävention eine entsprechende Qualifizierung. „Diese Qualifizierung honorieren wir mit einer Zusatzpauschale von 20 Euro“, sagte Meiser. Die Gesamtpauschale betrage dann 300 Euro pro Jahr und Leiter. Der Grünen-Stadtrat erinnerte dabei an einen solchen Antrag vom Oktober vergangenen Jahres von Carmen Venus (Grüne). Es gehe darum, einen zusätzlichen Ansporn zu schaffen, damit ein entsprechenden Lehrgang absolviert werde, so Meiser weiter.

Über die Fraktionen hinweg signalisierten die Rednerinnen und Redner Zustimmung sowohl für die Erhöhung als auch Meisers Antrag.

Lehrgänge anbieten?

OB Frederick Brütting bezeichnete den Vorschlag als vernünftig. „Es ist dann aber unsere Pflicht, hier vor Ort Lehrgänge anzubieten, wenn ein solcher Nachweis erbracht werden soll“, sagte das Stadtoberhaupt und sicherte entsprechendes Handeln zu. Des Weiteren werde er gerne in kürzeren Abschnitten das Thema Übungsleiterpauschale auf die Tagesordnung nehmen. „Dann können Sie als Gemeinderäte entscheiden.“

Während der AfD-Antrag von Marcus Waidmann, die Summe auf insgesamt 320 Euro anzuheben, mit deutlicher Mehrheit abgelehnt wurde, votierte am Ende das Gremium geschlossen für eine 300-Euro-Pauschale – inklusive der Zusatzpauschale.

Die übrigen Bereiche der städtischen Sportförderrichtlinien sollen im Zusammenhang mit dem Sportentwicklungsplan überarbeitet werden.

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