Wie Kosmetikstudios mit dem Teil-Lockdown umgehen

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Trotz den Corona-Maßnahmen darf Ines Gold in ihrem Kosmetikstudio nur noch eingeschränkt praktizieren.
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Für Kosmetikstudios bedeuteten die Corona-Verordnungen die Schließung.

Aalen. Desinfektionsständer wurden aufgestellt, Lüftungskonzepte und Abstandregelungen ausgearbeitet und dennoch mussten im November die Kosmetikstudios trotz der Maßnahmen wieder schließen. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr wurden die Hygienemaßnahmen in vielen Kosmetikstudios umgesetzt, dann haben Bund und Länder am 28. Oktober den Lockdown light und damit die Schließung aller Kosmetikstudios beschlossen.

Forderung nach richtigem Lockdown

"Für uns bedeutet es dennoch ein richtiger Lockdown", sagt Ines Gold vom Kosmetikstudio Gold in Wasseralfingen. Seit dem 2. November musste auch sie ihr Geschäft schließen. Frisöre hingehen dürfen ihre Tätigkeit bislang weiterhin ausüben. Die Landesregierung begründete dieses Vorgehen damit, dass der Gang zum Frisör für weite Teile der Bevölkerung zum Grundbedarf gehöre. "Für mich ist das nicht nachvollziehbar, warum wir trotz der umgesetzten Maßnahmen schließen müssen und Frisörsalons weiterhin offen bleiben dürfen", sagt sie. Auch für Kalliopi Polly Aouad-Bauer, Kosmetikerin aus Aalen, ist dieser Beschluss unverständlich. "Ich wäre für ein einheitliches Konzept", sagt sie. Sie spricht sich für einen richtigen Lockdown aus, denn ein Lockdown light treffe nur gewisse Gruppen wie Kosmetikerinnen oder Gastronomen.

Große Verluste

Dieser Beschluss geht vielen Kosmetikerinnen an die Existenz. Lediglich medizinische Fußpflege können die Kosmetikerinnen noch praktizieren und ihre Produkte verkaufen. "Wenn ich einen Termin am Tag und ein Produkt verkaufe, ist hier schon richtig viel los", sagt Gold. Durch die fehlenden Termine verkaufen sich allerdings auch die Kosmetikprodukte nicht mehr so gut. "Auch mit meinen Naturkosmetikprodukten mache ich große Verluste. Die geöffneten Produkte laufen ab und ich musste jede Menge wegschmeißen", sagt Aouad-Bauer.

Kosmetik ist nicht nur Schönheit

"Kosmetik ist nicht nur Schönheit", sagt Aouad-Bauer. Für Kundinnen und Kunden mit schwerer Akne sei es nun während der Schließungen sehr schwierig diese unter Kontrolle zu bekommen. Auch für Gold bedeutet Kosmetik weitaus mehr. "Gerade in der Vorweihnachtszeit möchte ich den Menschen ein Wohlgefühl mitgeben, das kann ich jetzt nicht mehr und das tut mir in der Seele weh", sagt sie. Sie wünsche sich anstelle eines Lockdowns mehr Eigenverantwortung. "Ich kenne doch meine Kunden, gäbe es da nur einen Hauch von Anzeichen, dass dieser gesundheitlich angeschlagen ist, würde ich ihn keinesfalls behandeln", sagt sie. Vor dem Lockdown habe sie auch nur an Kunden ohne Symptome Termine vergeben, auch wenn es sich vielleicht nur um einen Schnupfen gehandelt hat. "Mit diesem Beschluss wird mir nun aber meine Eigenverantwortung genommen und ich kann meinen Beruf nicht mehr ausüben", erzählt sie.

Das Studio von Ines Gold ist in jeder Ecke weihnachtlich dekoriert. Kleine Weihnachtsbäume, bunte Christbaumkugeln, Kerzen und mit jeder Menge Liebe zum Detail hat sie ihr Studio in ein Weihnachtsparadies auf 60 Quadratmeter verwandelt. "Diese Arbeiten habe ich während des Lockdowns gemacht, dann stand plötzlich das Ordnungsamt vor der Tür", erzählt sie. Unbekannte hätten das Ordnungsamt verständigt, da in ihrem Studio das Licht brannte. "Wenn sowas passiert fühlt man sich natürlich beobachtet und kontrolliert", sagt sie.

Zukunftsängste

Für die Zukunft wünschen sich die Kosmetikerinnen neben der Öffnung ihrer Salons vor allem eines. "Die Kunden sollen sich hier sicher fühlen und keine Angst vor einer Ansteckung haben", sagt Gold. Dass es nach dem Lockdown so weiter geht wie vorher, denken sie nicht. "Nach dem Lockdown hatte ich nur noch 30 Prozent meiner Kundschaft", sagt Aouad-Bauer. Auch Ines Gold rechnet damit, dass ihr viele Kundinnen und Kunden in Zukunft wegfallen werden. Ihr Geschäft wollen die beiden dennoch so lange es geht weiterführen.

Auch das Kosmetikstudio Gold in Wasseralfingen trifft der Lockdown light hart. Seit dem 2.November ist hier nur noch eine medizinische Fußpflege und der Verkauf von Produkten möglich.

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