Wohngeld: Bürgermeister Ehrmann ist empört

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Weil die Lebenshaltungskosten in der Bundesrepublik in den vergangenen Wochen und Monaten enormg angestiegen sind, will die Bundesregierung die Bürger entlasten. Unter anderem sollen mehr Menschen als bisher Anspruch auf Wohngeld erhalten.
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Erwartete Antragsflut durch Wohngeldreform. Was auf die Behörde im Rathaus zukommt.

Aalen. Das Wohngeld soll ab 1. Januar 2023 deutlich erhöht werden. Zwei Millionen Haushalte statt bisher 600 000 können dann Wohngeld bekommen - wenn sie es beantragen. In Aalen ist die städtische Wohngeldbehörde im Rathaus dafür zuständig. Das dritte Entlastungspaket der Bundesregierung will ganz konkret helfen - der Mehraufwand für die zuständigen Behörden ist erheblich.

Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann ist empört: „Nur neun Wochen vor Inkrafttreten wird die Reform im Bundesgesetzblatt veröffentlicht! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Was da von den Kommunen abgefordert wird und welche Erwartungshaltung damit produziert wird!“

In der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses des Gemeinderats informierte Ehrmann darüber, dass in Aalen derzeit im Schnitt 362 Haushalte pro Monat Wohngeld erhalten. Im vergangenen Jahr lag das Auszahlungsvolumen bei rund 980 000 Euro. Mit der Wohngeldreform, so Ehrmann, werden sich die Fallzahlen um den Faktor 2,86 erhöhen. Bereits jetzt sei in der städtischen Wohngeldbehörde ein erhöhter Beratungsbedarf zu spüren.

Um die ab 1. Januar erwartete Antragsflut bearbeiten zu können, hat die Stadtverwaltung im Stellenplan für 2023 drei zusätzliche Vollzeitstellen aufgenommen, was der Finanzausschuss einstimmig befürwortete. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat am 24. November. 

Die Kosten der Wohngeldreform 2023 werden je zur Hälfte von Bund und Ländern getragen.

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