14 Haushalte freuen sich auf neue digitale Chancen

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Start der Breitbanderschließung in Jagstheim. Vertreter der beteiligten Firmen griffen mit Bürgermeister Willi Feige, Abgeordnetem Roderich Kiesewetter und Gemeinderäten zum Spaten.
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Dank und Lob beim ersten Spatenstich zum Anschluss Jagstheims an das Schnelle Internet.

Kirchheim-Jagstheim. „Heute ist ein schöner Tag für Jagstheim.“ Bürgermeister Willi Feige sprach am Freitag für alle, die zum ersten Spatenstich zur Breitbanderschließung des Weilers gekommen waren. Bislang war der Ort mit 14 Haushalten in Sachen Internetversorgung hintendran, aber noch in diesem Jahr soll es Glasfaseranschlüsse bis an jedes Haus geben. „Das Warten hat sich gelohnt, denn damit ist Jagstheim vorne“, freut sich Feige.

2018 haben sich Verwaltung und Gemeinderat erstmals mit Jagstheims Erschließung befasst. Besonders gekämpft dafür hat Hubert Schurrer, „Jagstheims Bürgermeister“, wie Feige seinen Stellvertreter und Gemeinderat augenzwinkernd nennt.

Der bedankt sich und freut sich sehr, ist er doch oft belächelt worden für sein Ringen. Schnelles Internet, das sei im ländlichen Raum aber genauso wichtig wie in der Großstadt, sagen Schurrer und danach auch Vertreter der ausführenden Firmen. Auch hier werde in Homeoffice gearbeitet, auch hier laufe Homeschooling. Schön und wichtig sei, dass von Beginn an alle in Jagstheim zugesagt hätten, Verträge für das schnelle Internet abzuschließen, erinnert Schurrer. Und ein Bonbon sei es, dass, wegen der Förderung von Land und Bund, die Haushalte vom Eigenanteil befreit seien.

Kostenpunkt: 551 000 Euro

Stichwort Finanzen. Möglich macht die Erschließung das „Weiße-Flecken-Programm“ zur Schaffung digitaler Infrastruktur. 90 Prozent Zuschüsse gibt es - 60 Prozent vom Bund, 30 Prozent vom Land, zehn Prozent trägt die Gemeinde. Für Jagstheim überweisen Bund und Land 496 000 Euro der Gesamtkosten von 551 000 Euro. Bleiben 55 000 Euro für Kirchheim.

Über drei Kilometer Leitungsbau

Rund 2,5 Kilometer Freileitung sind nötig, um Jagstheim ans schnelle Internet zu koppeln. Vor Jahren hat Kirchheim Dirgenheim mit Breitband erschlossen. Diese Leitung wird nun „angezapft“. Dann sind noch einmal 940 Meter Leitung bis zum Breitband-PoP (Point of Presence) in der Friedhofstraße nötig, wo der Datenverkehr der Endbenutzer-Verbindungen ins Backbone-Netzwerk gespeist wird.

Das Backbone-Netz hat auf der Ostalb der Landkreis geschaffen. Werner Riek, Leiter des Breitbandkompetenzzentrums bei der Kreisverwaltung, erinnerte an den Auftakt vor acht Jahren, als der Landkreis einen Masterplan für schnelles Internet entwickeln ließ und die Umsetzung angestoßen habe. Er dankte Bund, Land, Gemeinde und den Firmen für das Engagement.

Roderich Kiesewetter gratuliert

Komplimente aus Berlin mitgebracht hat CDU-Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter. Es sei vorbildlich, wie hier alle Akteure zusammengearbeitet hätten und wie rasch die Umsetzung nun gelinge, sagte er. Der Bund habe das Land bekniet auf dem Felde schnelles Internet aktiv zu werden, endlich mit Erfolg, fügt er hinzu. Beim Programm „graue Flecken“, das schnelles Internet bald auch nach Kirchheim bringen soll, habe die EU lange gemauert, weil Brüssel dieses fälschlicherweise als versteckte Subventionierung bewertet habe.

Sehr gut sei in Jagstheim, dass auf den Umweg „Vectoring mit Kupfer“ verzichtet werde und es sofort Glas bis zur Haustüre geben wird, „denn das ist der zukunftsträchtige, richtige Weg“, so Kiesewetter. Martin Simon

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