14 Meter Politikum

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Fußballplatz am Oberdorfer Spielplatz
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Ein Fußballtor sorgt für Gesprächsstoff in der vergangenen Sitzung des Ortschaftsrates in Oberdorf.

Bopfingen. Ein Stein des Anstoßes war das Thema des Fußballtors im Norden der Anlage auf dem Spielplatz bei der Schule. Es war bereits die sechste Ortschaftsratssitzung zu diesem Thema.

Ortsvorsteher Martin Stempfle erläuterte, dass die Hofwiese bereits im Bebauungsplan von 1963 als Schulsportwiese und Kinderspielplatz ausgewiesen ist. Als der neue Spielplatz 2014 eingeweiht wurde, war bereits nur das Südtor dauerhaft vorhanden. Das Nordtor wurde durch den Hausmeister für den Schulsport aufgebaut. Später wurde auch das Nordtor permanent.

In der jüngeren Vergangenheit nutzen verstärkt Jugendliche den Bolzplatz als Aufenthaltsort. Dabei wird verstärkt auf das stählerne Ballfang-Gitter geschossen. Die Anwohner werden dadurch in ihrer Ruhe gestört. Seither steht der Spielplatz auf der Tagesordnung der Ortschaftsräte.

In der vorangegangenen Sitzung am 17. Februar wurde durch den Ortschaftsrat beschlossen, das Gitter durch ein Fangnetz zu ersetzen. Nun hat die Stadtverwaltung die Kosten zusammengestellt und diese auf 10 000 Euro festgelegt. Deshalb wurde dem Ortschaftsrat der Vorschlag unterbreitet, das Gitter zu belassen und das Fußballtor im Norden um 18 Meter nach Süden zu stellen. Des Weiteren würde, nach Erfahrung des Herstellers, ein Netz spätestens nach vier Wochen durch Vandalismus zerschnitten sein.

Dies rief Richard Mayer auf den Plan. In einer sehr impulsiven Rede griff er Ortsvorsteher Martin Stempfle an. Er warf ihm vor, kein Fußballspiel dort dulden zu wollen und somit den Fußballsport und Vereine den Nachwuchs wegzunehmen. „Das wäre der Untergang der Gesellschaft“, sagte er und berief sich auf Aussagen von Landrat Dr. Bläse im Kreistag. Mayer unterstellte Stempfle selbstständig zu handeln und die Beschlüsse des Ortschaftsrates nicht zu akzeptieren. Mit überhöhten Kosten sollen die Ortschaftsräte nun gefügig gemacht werden, um dem Erhalt des Gitters zuzustimmen, er habe wesentlich günstigere Angebote im Internet gefunden.

Stempfle konterte empört, dass die Anwohner ein Recht auf Ruhe haben und auch eine Stellungnahme zu diesem Thema abgeben können. Die Anwohner hätten Einspruch gegen den damaligen Beschluss eingelegt, da sie das Fußballtor nicht auf ihrer Seite wünschten.

Es entwickelte sich ein offenes Streitgespräch, welches durch Rupert Stark dann geschlichtet werden konnte. „Der Ortsvorsteher setzt keine Beschlüsse um, sondern die Stadtverwaltung“, stellte er klar.

Manuel Dauser war der Ansicht, dass die Vorschläge nicht in Stein gemeißelt seien, aber etwas müsse geschehen. Christoph Mazal war der Meinung, dass ein Schepperzaun immer ausprobiert wird und plädierte daher für ein Netz.

Die Ortschaftsräte entschieden mit vier Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen, das Gitter abzubauen. Mit sieben zu zwei Stimmen wurde darüber abgestimmt, dass das Tor im Norden 14 Meter nach Süden aufgebaut wird, gleichzeitig wird das Südtor um sechs Meter nach hinten versetzt. Im Süden wird das Ballfangnetz um zwei Elemente erweitert. Ordnungsamt und Polizei werden des Öfteren die Anlage überprüfen und auch Anwohner und Ortschafträte sollen unterstützend mitwirken. Michael Scheidle

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