B29neu: „Null-Variante entlastet uns nicht“

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Zu eng und zu gefährlich sei es an den Gehwegen entlang der B 29 durch Aufhausen, meint Ortsvorsteher Helmut Stuber. Er hofft auf eine Lösung für den Ort. Archivfoto: mj
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Aufhausens Ortsvorsteher Helmut Stuber sorgt sich um die Entwicklung beim Projekt B 29neu von Röttingen nach Nördlingen und auch zum Baugebiet „Welkfeld III“ äußert er sich.

Bopfingen-Aufhausen

Nichts Sichtbares tut sich in Sachen B29neu, der geplanten neuen Bundesstraße zwischen der Röttinger Höhe und Nördlingen, die es in den Bundesverkehrswegeplan geschafft hat. Aktuell läuft das Linienfindungsverfahren hinter verschlossenen Türen. Vom externen Büro, das sich in dieser Sache um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern soll, ist nichts zu hören. Sichtbar unruhig dagegen zeigt sich Aufhausens Ortsvorsteher Helmut Stuber.

Pflaumloch und Trochtelfingen aber auch Bopfingen und Aufhausen hoffen, dass die B29neu sie vom Verkehr entlastet. Helmut Stuber ist nun aber aufgeschreckt. Hat er doch entdeckt, dass in der Fortschreibung des Regionalplanes Ostwürttemberg sowohl von der B 29neu Röttingen-Nördlingen als auch von separaten Ortsumfahrungen für Pflaumloch und Trochtelfingen die Rede ist. Er erinnert an Vorgaben des Bundesverkehrswegeplanes, in dem die Netzfunktion, eine durchgängige Strecke gefordert wird.

Zudem hat Stuber der Presse entnommen, dass im Bericht für den Haushaltsausschuss des Bundes für die Projekte aus dem Bundesverkehrswegeplan 2030 bereits jetzt von Mehrkosten von 65 Milliarden Euro auszugehen sei, davon 40 Milliarden für die Straßenmaßnahmen. Hinter den Kulissen werde bereits darüber gestritten, auf welche Projekte die Koalition verzichten wird, welche Prioritäten gesetzt würden, und dass bei der Straße Erhalt vor Neubau stehe, schreibt das Handelsblatt weiter.

Stuber und Aufhausens Ortschaftsrat seien über die „verzögerte Umsetzung bei der B29neu sowie den fehlenden Einbezug der direkt Betroffenen vor Ort enttäuscht“, kritisiert er.

Ganz Aufhausen hätte Verständnis für die Sorgen und die Belastungen der Menschen in Pflaumloch und Trochtelfingen, und alle wünschten sich, dass die Orte vom Verkehr entlastet werden, sagt er. Nicht nachvollziehen könne er aber, wie Aufhausen bei einer Null-Variante - auch eine solche wird geprüft - entlastet werden könne, wenn eine Trasse auf der bestehenden B 29 verlaufen soll. Ohne Nord- oder Süd-Variante bleibe ja wohl nur ein Tunnel durch den Tonennberg? „Und dafür fehlt mir die Fantasie“, sagt Stuber. „Eine Null-Variante entlastet uns beide nicht, weder Aufhausen noch Bopfingen“, sagt Stuber.

Eine Lösung zu finden, ist schwer, wie Stuber jüngst selbst vor Augen geführt bekam. Bei einer Ballonfahrt konnte er das Gebiet Bopfingen, Unterriffingen, Hohenberg aus der Vogelperspektive betrachten.

Riskanter Gehweg an der B29

„Ich habe dabei auch das schöne, durchgängige Waldgebiet gesehen und mir vorgestellt, dass mit der Süd-Trasse dort jetzt eine dreispurige Bundesstraße durchgeht. Da kommt einem als direkt Betroffenen schon die Frage, muss das sein?“, meint er. Stuber fügt aber hinzu: „Wenn ich aber den Gehweg an der B 29 in der Ortsdurchfahrt Aufhausen im Bereich der Kreuzung „Gantner“ begehe, tue ich mich schwer zu verstehen, nichts zu machen. Der Gehweg ist dort 1,20 Meter breit. In Fahrtrichtung links die B 29 und rechts eine zwei Meter hohe Betonmauer. Und das im Scheitelpunkt einer Kurve. Dort gehen Eltern mit ihren Kindern in den Kindergarten; es gibt viele Radfahrer. Eine kleine Unaufmerksamkeit auf dem Gehweg oder bei einem Schwerlast-Lkw - man mag sich das gar nicht vorstellen“, sagt er.

Leben in Aufhausen

Stichwort Leben in Aufhausen. Hier hofft Stuber auf die Entwicklung des Baugebietes „Welkfeld III“, das rund 25 Bauplätze bringen wird. Im Ortschaftsrat hat er aber jüngst moniert, dass sich seit dem Beschluss des Gemeinderates im Mai 2021, die Entwicklung des Baugebietes vorzuziehen, bisher nichts oder nichts Wesentliches getan habe. „Das ist enttäuschend“, meint er.

Stuber, im Brotberuf Prokurist bei der VR-Bank Ostalb, weiß, dass aktuell die Wohnbaufinanzierung für Einfamilienhäuser lahmt. Vor diesem Hintergrund fordern er und der Ortschaftsrat, dass die Stadt Bopfingen 2023 für die Planung des Baugebietes „Welkfeld III“ nutzt, so dass bei einer Beruhigung der Kostensituation 2024 die Erschließung, „gerne in zwei Bauabschnitten“, starten kann. In Aufhausen gebe es genug Bauwillige für dieses Gebiet, sagt Stuber.

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