BCler schaffen neue Heimstätte

+
Die geräumige Küche schließt sich an den großen, hellen Aufenthaltsraum mit Blick aufs Spielfeld an.
  • schließen

Ein Jahr Bauzeit und 120 000 Euro Kosten waren für den Ausbau geplant. Gedauert hat es nun beinahe zwei Jahre. Und es wurden 30 000 Euro mehr.

Bopfingen-Aufhausen

Die Fenster sind fast bodentief, die Duschen picobello gefliest, die Umkleide hat ein großes Dachfenster, die Küche ist offen und geräumig. Der große Aufenthaltsraum mit Bar und großem Tisch mit Platz für ganz viel Geselligkeit und Zusammensein ist das Prachtstück des Gebäudes. Kurz gesagt: Das neue Vereinsheim des Ballspielclub Aufhausen 1948 auf dem Tonnenberg ist eine „echte Wucht“, für die Mitglieder „ein wahr gewordener Traum“, wie einer der Besucher sagte.

Am Wochenende haben die Akteurinnen und Akteure ihr neues Vereinszuhause mit Segnung, Einweihungs- und Helferfest und einem Fußballturnier der Spielgemeinschaft gebührend gefeiert.

Naturschutz kostet Zeit

Noch 2018 beim Jubiläum zum 70-jährigen Bestehen des Vereins war der Umbau nicht mehr als eine Idee gewesen. Im November hatten die BCler den Bauantrag gestellt, im August 2019 die Zusage bekommen und dann auch sofort losgelegt und das alte Gebäude abgebrochen. Ein paar Teile der Mauer mussten erhalten werden, so die Vorgabe der Naturschutzbehörde. Das habe einiges an Zeit gekostet, sagte der Vorsitzende Ronny Lippmann.

Ein Jahr Bauzeit und 120 000 Euro Kosten waren geplant gewesen. Gedauert hat der Ausbau, eingebremst durch Corona, beinahe zwei Jahre. Und es wurden 30 000 Euro mehr. Aber das ist nicht mehr wichtig. Nur noch das Ergebnis. Und das ist eine fantastische Gemeinschaftsleistung.

50 helfen mit

Lippmann ist sehr stolz auf das, was sein kleiner Verein da gewuppt hat. Von den rund 300 Mitgliedern haben ungefähr 50 mitgeschafft. Manche nur ein paar Stunden, andere unglaublich viel. „Jede Stunde ist wichtig. Die Helfer haben sich die Zeit genommen. Es waren viele kleine Zahnräder, die zusammen funktioniert haben. Nur so konnten wir das bewerkstelligen.“ Zudem hätten die vielen (Material)-Spenden der Firmen enorm geholfen.

Abriss, Entsorgung, mauern, verputzen, Fliesen und Elektrik verlegen, Sanitäranlagen, Küche, Heizung und Fenster einbauen, Hof pflastern ... alles haben die Vereinsmitglieder in sensationellen 12 000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden selbst gemacht.

„Wir haben bei den Mitgliedern jedes Gewerk dabei. Die haben ehrenamtlich gearbeitet und die anderen angeleitet“, erzählte Lippmann. „Ich musste nie betteln, dass jemand zum Helfen kommt.“ Manche hätten sogar Urlaub genommen, um auf dem Bau zu arbeiten.

Einsatz während der Rente

Ganz vorne dabei: Ludwig Lunz und Richard Mangold. Lunz war 2019 in Rente gegangen. „Genau rechtzeitig“, lächelte er. Viel zu Gesicht bekommen hat ihn seine Frau Sigrid nicht in den vergangenen zwei Jahren. „I war eigentlich bloß noo doahoba“, sagte der Aufhausener. Sein Leben lang schon ist er Mitglied im Verein. Dass er da auf der Baustelle hilft, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. Er hat sich viel ums Mauern gekümmert, Kollege Mangold mehr um den Innenausbau und das Schreinern. Thilo Bauer hat ehrenamtlich geplant. Und hob Lippmanns Leistung besonders hervor. „Er hatte die Ideen, hat alles auf seine Kappe genommen.“ Kräftig mit dabei war auch Josef Koner.

Mut beweisen

Pfarrer Hermann Rundel, der die Räume segnete, sagte, wie stolz die Mitglieder auf ihre Leistung sein könnten. Bürgermeister Dr. Gunter Bühler zeigte sich begeistert: „Ihr habt Euch ein richtig, richtig tolles Vereinsheim geschaffen.“ Und auch die Probleme wegen des Naturschutzes hätte der Verein super gelöst. Ortsvorsteher Helmut Stuber zog den Hut vor dem Mut, dieses Projekt anzugehen. „Ihr hab bewiesen, dass Harmonie zwischen Tier, Mensch und Natur funktionieren kann.“Christoph Halds (Familienbrauerei Hald) Glückwunschwährung hieß Freibier an diesen Tag. Der Musikverein Aufhausen und Alleinunterhalter Toni umrahmten die Feier im Vereinsheim.

Der Vorsitzende Ronny Lippmann (links) bedankte sich bei Ludwig Lunz (Zweiter von links) und Richard Mangold. Trostpflaster-Blumen gab's für ihre Frauen Doris (rechts) und Sigrid.
Die geräumige Heimumkleide.
Rund 12000 ehrenamtliche Arbeitsstunden stecken im neuen Vereinsheim des BC Aufhausen.

Zurück zur Übersicht: Aufhausen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare