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Ein Zeichen der Gemeinschaft

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Von: Michael Scheidle

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Die Böhmerwald-Stubamusi sorgte für eine wärmende Atmosphäre.
Die Böhmerwald-Stubamusi sorgte für eine wärmende Atmosphäre. © Michael Scheidle

Kesseltaler Weisenbläser feiern Alpenländische Weihnacht und unterstützen zwei Familien, die in diesem Jahr Hilfe brauchen.

Bopfingen-Aufhausen

Schlag halb sieben begannen die Kesseltaler Weisenbläser zur Eröffnung der Alpenländischen Weihnacht in Aufhausen. Zum 24. Mal fand diese traditionelle Feier in der Sankt Nikolaus Kirche im Bopfinger Teilort statt.

Der Erlös dieses Abends kommt jeweils einem sozialen Zweck zugute. In diesem Jahr zwei Familien aus dem Ort, bei der einen ist der Vater von zwei kleinen Kindern unheilbar erkrankt, bei der anderen muss ein kleiner Junge jede Nacht an ein Dialysegerät angeschlossen werden. „Wir wollen ein Zeichen für Gemeinschaft setzen,“ sagt Berthold Häußler in seiner Ansprache.

Schon seit vielen Jahren ist das Ehepaar Burgl und Hardl Schmiedt aus Neunheim mit dabei. Die beiden versetzten die Zuhörer sofort in die Berge der Alpen. Mit ihren besinnlichen Stücken sorgen sie für ein Stück Heimatwärme. Dazu trägt auch die Böhmerwald-Stubamusi bei, die unter der Leitung von Josef Bauer und seiner Frau Margit ebenfalls alpinen Flair an den Fuß der Alb zaubern. Mit Helga Häußler am Hackbrett verbreiten sie ein Gefühl, wie es in einer Bauernstube am beheizten Kachelofen entstehen könnte. Berthold Häußler liest die Weihnachtsgeschichte des bayerischen Heimatschriftstellers Ludwig Thoma. Thoma hatte in seinem Versepos von 1917 die klassische Weihnachtsgeschichte nach Bayern überführt. So stapft Maria erschöpft durch den Schnee auf der Suche nach einer Herberge. Der damalige Unterschied zwischen Arm und Reich kommt in diesen Versen stark zur Geltung, was durchaus auf die heutige Zeit übertragen werden könnte. Häußler liest sehr andächtig, wodurch die Geschichte noch mehr Fülle erhält.

Dazwischen immer wieder die Musik aus dem Alpenraum. Aber auch moderne Klänge als Lisa Huppenberger aus Bichl in Oberbayern „Halleluja“ von Leonard Cohen in bayerischer Sprache singt. Dazu spielt sie Harfe. In den Instrumentalstücken der Harfenistin wirkt es, als wolle sie mit ihrer Musik das Christkind herbeilocken.

Die Klänge der Alphornbläser aus Pfahlheim hallen von den Kirchenwänden wider, so als würden sie von den Bergen in einem alpinen Tal zurückgesendet. Passend für Aufhausen, das im Tal der Eger liegt.

Mit dem Andachtsjodler und dem Lied „O Du fröhliche“, das auch von den Zuhörern stehend mitgesungen wird, endet die Weihnachtsfeier.

Organisatorin Helga Häußler zeigte sich danach zufrieden. Trotzdem hätte dieser Abend mehr Besucher verdient. Viele wurden auch die zweistelligen Minustemperaturen, die draußen herrschten, abgehalten.

Eines spürte jeder, in diesem Jahr tat das friedliche Gefühl bei der alpenländischen Weihnacht besonders gut.

Die Alphornbläser aus Pfahlheim beschallten die Kirche St. Nikolaus in Aufhausen
Die Alphornbläser aus Pfahlheim beschallten die Kirche St. Nikolaus in Aufhausen © Michael Scheidle
Lisa Huppenberger aus Oberbayern sang Leonard Cohens Halleluja in bayerischem Text.
Lisa Huppenberger aus Oberbayern sang Leonard Cohens Halleluja in bayerischem Text. © Michael Scheidle
Berthold Häußler las den Versepos der Weihnachtsgeschichte des bayerischen Heimatschriftstellers Ludwig Thoma
Berthold Häußler las den Versepos der Weihnachtsgeschichte des bayerischen Heimatschriftstellers Ludwig Thoma © Michael Scheidle
Das Ehepaar Burgl und Hartl Schmiedt aus Neunheim brachten besinnliche Lieder vor.
Das Ehepaar Burgl und Hartl Schmiedt aus Neunheim brachten besinnliche Lieder vor. © Michael Scheidle
Die Kesseltaler Weisenbläser erfreuten von der Empore herab die Zuhörer.
Die Kesseltaler Weisenbläser erfreuten von der Empore herab die Zuhörer. © Michael Scheidle

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