Schafe ja, Ziegen nein

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Der Karkstein bei Aufhausen mit einm Teil des Tonnenbergs.

Wie soll die Beweidung der Heidefläche am Karkstein und Tonnenberg künftig vorgenommen werden? Von Martin Bauch

Bopfingen-Aufhausen

Rund 177 Hektar groß ist das Naturschutzgebiet bei Aufhausen, welches den Tonnenberg, Käsbühl und den Karkstein mit einschließt. Das Naturschutzgebiet bildet eine natürliche Einheit“ am westlichen Rand des Nördlinger Rieses, ist aber trotzdem eine abwechslungsreiche, kleingegliederte, hügelige Landschaft. Die Erhebung des Tonnenberges (557 m) und die markanten Felsränder des Käsbühls (572 m) sowie des Karksteins mit Fohbühl (564 m) sind charakteristische Landmarken in der Region. Entsprechend behutsam müssen auch die Naturflächen bewirtschaftet werden. Eine karke Heidelandschaft dominiert das Bild rund um und auf dem Tonnenberg. Diese Flächen können zum großen Teil nicht maschinell bearbeitet werden weil sie große ökologisch Schäden verursachen würden. Deshalb werden die Heideflächen im Naturschutzgebiet, wo es denn möglich ist, mit Schafen beweidet.

Der Landschaftserhaltungsverband Ostalbkreis, der im Landkreis für die Erhaltung, Pflege und Wiederherstellung von schutzwürdigen und extensiv genutzten Lebensräumen zuständig ist, hat die Anfrage eines Schäfers aus der Region auf den Tisch bekommen, einen sogenannten Triebweg durch das verbliebene Gehölz an der dem Ort Aufhausen zugewandte Ostflanke des Tonnenbergs zu öffnen.

Ziel ist es, dem Schäfer und seiner Schafherde eine Triebweg zum benachbarten Karkstein zu ermöglichen, ohne dabei einen langen Umweg über die Tonnenberghochebene nehmen zu müssen. Der neue Triebweg soll durch eines der wenigen verbliebenen Gehölze am Fuße des Tonnenbergs maschinell geschaffen werden. Auf einer Strecke von 80 Metern Länge und sieben Metern Breite soll der stark verwilderte Bewuchs entfernt werden. Vereinzelte Gehölze sollen stehen bleiben. Weiter sollen auch Ziegen zur dortigen Beweidung eingesetzt werden, um den Bewuchs in Zukunft auch niedrig zu halten. Hier allerdings sehen einige Ortschaftsräte ein Problem.

„Wenn wir Ziegen in dieses Gebiet schicken, dann wird nach einiger Zeit von diesem Bewuchs nichts mehr übrig sein“, befürchtet Ortschaftsrat Wolfgang Müller. Seiner Meinung schließen sich auch andere Ortschaftsräte an. Würden die Ziegen tatsächlich diese Fläche kahlfressen, hätte der Hang keinen Erosionsschutz mehr, so die Befürchtung von Müller. Gleich neben der natürlichen Gehölzfläche liegt eine kahle Heidefläche, die bis vor ein paar Jahren noch genauso dicht bewachsen war, wie das jetzt betroffene Gehölz. Eine damals behördlich veranlasste maschinelle Entbuschung hat den natürlichen Erosionsschutz in diesem Bereich stark in Mitleidenschaft gezogen, was vor allem bei starken Regen zu Problemen führt. Geröll sammelt sich am Fuße des Tonnenberges an und beeinträchtigt nicht nur die Verbindungsstraße zum Sportplatz hinauf, sondern auch einzelne Wohnhäuser.

Ortsvorsteher Helmut Stuber griff die Bedenken des Ortschaftsrates auf und leitet diese an den Landschaftserhaltungsverband weiter. „Grundsätzlich bestehen ja keine Einwände gegen den geplanten Triebweg, gegen eine dauerhafte Ziegenhaltung aber schon“, so Stuber. Als Alternative schlägt der Ortschaftsrat Aufhausen vor, den Triebweg zu umzäunen, damit keine Ziegen in die verbliebenen Gehölzflächen eindringen können.

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