Warum der sechsjährige Samuel ums Überleben kämpft

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Der sechsjährige Samuel Schleehuber aus Bopfingen-Aufhausen hat eine schlimme Nierenkrankheit.
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Samuel aus Aufhausen hat eine äußerst seltene Nierenkrankheit. Mit einem Spendenaufruf soll ein wichtiger Umbau im Haus finanziert werden, um die Familie zu entlasten.

Bopfingen-Aufhausen. Für den sechsjährigen Samuel Schleehuber aus Aufhausen war vor drei Jahren die sorglose Kindheit plötzlich vorbei. Die Diagnose: Eine sehr selten ausgeprägte Form des „nephrotischen Syndroms“ - eine Nierenkrankheit, die im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. Dabei verliert die Niere Eiweiße über den Urin. Es kommt zu Wasser-Einlagerungen im Körper, Bluthochdruck, hohe Blutfette und stark erhöhtes Thromboserisiko.

Seitdem kämpft die vierköpfige Familie an allen Ecken und Enden. Medikamente, Infusionen, ständige Krankenhausaufenthalte - teilweise auf der Intensivstation - sind für Familie Schleehuber bitterer Alltag. Familien- und Eheleben gibt’s nicht mehr. „Wir funktionieren einfach“, sagt Samuels Mutter Yvonne Schleehuber. Durch die vielen Fahrten ins Krankenhaus und die Verdienstausfälle der Eltern kommt zu der extremen psychischen auch die finanzielle Belastung hinzu.

Da es sich bei Samuel um eine Autoimmunkrankheit handelt, liegt der Verdacht nahe, dass auch nach einer Transplantation der Körper die neue Niere wieder angreifen wird. Also werden zahlreiche andere Methoden versucht. Auch eine komplexe Chemotherapie brachte nicht die erhoffte Verbesserung. Zurück bleiben Bilder im Kopf, die die Mutter keinesfalls vergessen kann: "Da stand das Wiederbelebungsgerät als Vorsichtsmaßnahme neben dem Bett", erinnert sich Yvonne Schleehuber.

34 Tabletten sind es am Ende, die Samuel täglich zu sich nehmen muss. Mittlerweile ist er niereninsuffizient und leidet unter den starken Nebenwirkungen der Medikamente. Das Schlimmste, so die Mutter, sei die Aussichtslosigkeit. Sätze wie "wenn es in diesem Tempo weitergeht, schafft er die Pubertät nicht", haben die Familie geprägt.

"Kranke Kinder suchen sich starke Eltern. Daran halte ich mich."

Yvonne Schleehuber, Mutter von Samuel

Ein letzter Versuch, die Niere zu erhalten

Seit vier Wochen dürfen Samuel und sein kleiner Bruder, der vierjährige Silas, nicht mehr in den Kindergarten. Das Risiko Keime nach Hause zu schleppen, die für den nierenkranken Samuel schnell zu einer lebensbedrohlichen Infektion führen können, ist laut den behandelnden Ärzten zu groß. Denn: Vor zwei Wochen wurde Samuel ein Dialysekatheter implantiert, der am Hals fixiert ist und unter seiner Brust aus dem kleinen Körper austritt. Zweimal die Woche geht’s für ihn nach Ulm in die Kinderklinik. Dort muss er für fünf Stunden eine spezielle Art der Blutwäsche über sich ergehen lassen – ein letzter Versuch, die Nieren zu erhalten.

Mit dem neu implantierten Dialysekatheter darf Samuel nicht mehr wie gewohnt baden oder duschen. Das in die Jahre gekommene Bad muss dringend behindertengerecht umgebaut werden, um die täglichen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen sicherzustellen.

Große Spendenbereitschaft

Anfang vergangener Woche hat Samuels Tante Jana Mayer eine Spendenkampagne gestartet. Das Ziel: 30.000 Euro für den Badumbau. "Ich bin total überwältigt von der Anteilnahme", sagt Yvonne Schleehuber. Nach drei Tagen seien schon etwa 20.000 Euro zusammengekommen - nach gut einer Woche sind es bereits 25.000 Euro. Eigentlich sei ihr der ganze "Hype" um das Schicksal ihrer Familie unangenehm gewesen, aber die Unterstützung, die sie erhalten, sei "grandios". "Man merkt, dass viele Menschen das Herz am richtigen Fleck haben", sagt die Mutter.

Hier geht's zum Spendenaufruf für Samuel.

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