Baustopp am Projekt „Klosterhof 16“

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Im Vordergrund das ehemalige Kloster in Kirchheim am Ries. Die Ansicht stammt aus dem Mai 2022, die Bautätigkeit am Projekt „Klosterhof 16“ war zu diesem Zeitpunkt noch voll im Gang. Archivfoto: opo
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Wegen angeblich offener Rechnungen haben Handwerker die Baustelle in Kirchheim verlassen. Die „trivium Investment Gruppe“ räumt Verzögerungen ein, will aber im Februar weiterbauen.

Kirchheim am Ries

Das Wohnprojekt „Klosterhof 16“ in Kirchheim am Ries ist ins Stocken geraten. Die Baustelle ist verwaist. Wann es dort weitergeht, scheint offen.

Der Schwäbischen Post liegen Informationen vor, nach denen Handwerksbetriebe abzogen, weil Zahlungen nicht eingegangen sind. Es geht um fünfstellige Beträge, Einzelfall gar um mehr. Handwerker sind wütend und mit Existenzsorgen konfrontiert, sagen, sie würden von der trivium Investment Gruppe immer wieder vertröstet und hingehalten, ein Bauunternehmen hat inzwischen Anwälte eingeschaltet.

Bereits 33 Wohnungen verkauft

Im Projekt „Klosterhof 16“ werden 39 barrierefreie Wohnungen angeboten. Das Bauprojekt stemmt die Österreichische trivium Investment Gruppe. Die hat Standorte in Wien, Bregenz und für Deutschland in Lindau. Aktuell seien bereits 33 Wohnungen verkauft ist der Projekt-Homepage „Klosterhof 16“ zu entnehmen. Wann die bezogen werden können, scheint fraglich.

Leiter im Auftrag der trivium für das Projekt „Klosterhof 16“ ist der selbstständige Heinz Riedel. Auf Anfrage der Schwäpo sagt er. „Die trivium ist so groß und finanzstark, dass sie dieses Projekt zu Ende bringen wird, wie alle anderen Projekte in deren Vergangenheit.“ Riedel legt Wert auf die Feststellung, dass dort im Areal „aktuell ein weiteres Objekt, ein Siebenfamilienhaus, gebaut wird, welches mit dem Projekt 'Klosterhof 16' nichts zu tun hat. Dieses Baufeld mit 1000 Quadratmetern hatten wir abgetrennt und nicht an die trivium Gruppe verkauft, eine Weile im Bestand behalten und bebauen es nun. Dort sind aktuell etwa 60 Prozent, also vier von sieben Wohnungen, verkauft und es gibt keine Probleme“, versichert Riedel.

Zu den vielen konkreten Fragen unserer Zeitung zum Projekt „Klosterhof 16“ will Riedel sich aber nicht näher äußern, stattdessen verweist er auf Mario Kmenta. Der Mann ist bei der trivium Prokurist für die Geschäftsbereiche Österreich-West und Geschäftsführer Deutschland.

So äußert sich der Prokurist

Kmenta äußert sich schriftlich zu den Anfragen der SchwäPo nun wie folgt: „Das Objekt Klosterhof in Kirchheim ist aufgrund der sehr schwachen Bausubstanz eine große Herausforderung. Wir haben in den letzten Jahren eine Sanierung geschaffen, die diesem schönen Denkmal alle Ehre macht, und werden dieses Bauwerk im Jahr 2023 fertigstellen. Da wir mit dem Bau in eine Zeit extremer Baukostensteigerungen und Zinssteigerungen gekommen sind, mussten wir die Finanzierung des Objektes mehrmals restrukturieren. Aktuell sind wir dabei, den Bau der Liegenschaft bis zur Übergabe an die künftigen Eigentümer zu finanzieren. Wir planen ab Februar wieder weiterzubauen und das Projekt bis Sommer des heurigen Jahres abzuschließen.“

Kirchheims Bürgermeister Daniel Atalay erfährt von der Schwäbischen Post von den Schwierigkeiten beim für Kirchheim wichtigen Projekt. Konkret dazu sagen könne er nichts, er habe keine näheren Informationen. Klar sei aber, dass ein Scheitern des Projektes „Klosterhof 16“ für die Gemeinde Kirchheim am Ries sehr schade wäre. Er hofft, dass die Sache gut ausgeht.

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