Bopfinger Bank schließt sechs Filialen

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Die Bopfinger Bank schließt sechs Filialen. Die Standorte in Bopfingen (im Bild) und in Unterschneidheim blieben bestehen.
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Welche Standorte der Genossenschaftsbank Sechta-Ries betroffen sind und was Vorstandsvorsitzender Wolfgang Probst über den künftigen Service sagt.

Bopfingen. Die Bopfinger Bank schließt Filialen. Betroffen sind die Standorte in Kerkingen, Zipplingen, Kirchheim, Utzmemmingen, Zöbingen und Trochtelfingen. Die Zentrale in Bopfingen selbst sowie die Zweigstelle in Unterschneidheim sollen bestehen bleiben. Das teilten Wolfgang Probst und Julian Schwarz, die Verantwortlichen der Bopfinger Bank, in einem Pressegespräch mit. Dieses fand im Vorfeld von Mitgliederversammlungen der Bank statt, die als Präsenzveranstaltungen ab Mittwoch in den Teilorten abgehalten werden.

Kostenreduzierung sei ein permanenter Prozess, das aktuelle Niedrigzins-Niveau mit der Direktive der Europäischen Zentralbank (EZB) mache dies nötig und sei eine Herausforderung. begründen die Verantwortlichen das Ende der betroffenen Filialen.

Fakt sei zudem, dass die Online-Geschäftsstelle mehr denn je im Fokus stehe, vor allem 20- bis 50-Jährige seien online unterwegs. Die fortschreitende Digitalisierung könne man nicht aufhalten. Die Bank müsse sich an den zukünftigen Anforderungen ausrichten.

„Wir können die Leute emotional verstehen“, sagt Vorstandsvorsitzender Probst. Die Menschen glaubten, es werde ihnen etwas weggenommen. Den Verantwortlichen der Bopfinger Bank sei es ein Anliegen, ihre Mitglieder in Präsenz zu informieren und nicht per Brief „einfach vor den Kopf zu stoßen“.

Beratung daheim und in den Kompetenzzentren

„Ältere Kunden bleiben in keiner Weise außen vor“, versichert Marketing-Leiter Julian Schwarz. Die Bopfinger Bank biete persönliche Beratungen zuhause beim Kunden an sowie in den beiden „Kompetenzzentren“ Bopfingen und Unterschneidheim. „Mit den gewohnten Ansprechpartnern, keiner muss sich umstellen“, fügt der Vorstandsvorsitzende hinzu.

Künftig gebe es Bargeld-Lieferservice an die Haustür, flexiblen Telefon-Service zu den Themen Konto, Finanzen oder Überweisungsaufträge. Die Briefkästen für Überweisungen sollen an jedem Standort unverändert bestehen bleiben; Personalabbau gebe es keinen, versichert Probst.

Kostendruck entstehe durch Sachkosten wie den Unterhalt von Gebäuden. Den Einzelfall werde man deswegen mit der jeweiligen Kommune abstimmen. Eventuell könnten Gebäude auch vermietet werden, wenn Büroräume oder Wohnungen gebraucht würden.

„Wir wollen als Genossenschaftsbank weiterhin den engmaschigen Kontakt mit unseren Kunden pflegen“, betont Wolfgang Probst. Die Bopfinger Bank umfasse 7500 Mitglieder mit kontinuierlich steigender Tendenz. Der Direktkontakt, so Julian Schwarz, bleibe nicht auf der Strecke. Von allen Standorten habe der Kunde nicht mehr als zehn Minuten Fahrzeit nach Bopfingen, der Kunde entscheide letztlich über den Beratungsort.

Die Bopfinger Bank habe lange an der bestehenden Struktur festgehalten – als andere Geldinstitute schon das Thema Schließung vollzogen hätten. „Gebäude sind Gebäude, Nähe sind die Menschen“, sagt Schwarz.

Das junge Team der Bopfinger Bank habe sich zu dieser Umstrukturierung entschieden, erklärt Wolfgang Probst. Letztlich werde der Wettbewerb über Beratung entschieden.

Sämtliche Mitgliederversammlungen der Bopfinger Bank Sechta-Ries werden in Turn- oder Gemeindehallen stattfinden, unter strenger Einhaltung der Corona-Regeln und inklusive Vesperpaket für zu Hause. Die Mitglieder wurden bereits über die Mitteilungsblätter benachrichtigt bzw. über Hauswurf-Service.

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