Breitbandausbau-Sprint in Kirchheim

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Mit großen Schritten ist die Gemeinde auf dem Weg zu Glasfaser an jedes Haus. Im Gespräch mit der Schwäbischen Post schildert Bürgermeister Danyel Atalay die Planung und die Fortschritte.

Kirchheim am Ries

Wie läuft es mit dem Breitbandausbau in Kirchheim und den Teilorten? Wir haben bei Bürgermeister Danyel Atalay nachgefragt.

Herr Atalay, wie läuft das Projekt?

Bei den Planungen liegen wir voll im Zeitplan. Jagstheim haben wir bereits vollständig mit Glasfaser über das Weiße-Flecken-Programm erschlossen, im Dezember wurden die Anschlüsse freigeschaltet.

Kirchheim ist schnell unterwegs.

Ja, für alle Haushalte in der Gesamtgemeinde, die eine geringere Übertragungsgeschwindigkeit als 100 MBit/s aufweisen, haben wir im März 2022 einen Förderantrag im Graue-Flecken-Programm gestellt. Der wurde im Juli vom Bund und im Oktober vom Land bewilligt. Parallel dazu haben wir das nötige europaweite Ausschreibungsverfahren zur Vergabe von Planungs- und Ingenieurleistungen durchgeführt, um Zeit zu sparen. Mit Erfolg, so konnten wir gleich nach der Bewilligung der Fördergelder diesen langatmigen Prozess mit der Vergabe der Planungsarbeiten an die Geodata GmbH aus Westhausen abschließen.

Wie nehmen Sie die Bürgerschaft mit im Prozess?

Noch vor Weihnachten wurden alle Hauseigentümer informiert, dass der Ausbau schon bald startet und zu den Infoveranstaltungen in Benzenzimmern, Kirchheim und Dirgenheim geladen. Wir wollen alle Bürgerinnen und Bürger erreichen, breit informieren und die großen Mehrwerte für die Haushalte verdeutlichen. Auch stehen wir für alle auftretenden Fragen zu Verfügung.

Beim Graue Flecken-Programm kommt die Gemeinde zum Zuge, wie ist dies gelungen?

Dass der Glasfaserausbau oberste Priorität hat, habe ich bereits im Wahlkampf erklärt und deshalb direkt nach meinem Amtsantritt den Förderantrag gestellt. Das war so nur möglich, weil bereits sehr gute Vorarbeit geleistet worden war. Wie sich im Herbst 2022 herausgestellt hat, kam die Antragstellung zum richtigen Zeitpunkt. Denn kurz nach der Bewilligung unseres Antrags hat der Bund einen Förderstopp ausgerufen. In Kirchheim können wir uns daher sehr glücklich schätzen, noch in das Förderprogramm aufgenommen worden zu sein und von einer hohen Förderquote zu profitieren.

Wann werden alle Bürgerinnen und Bürger am Ort Zugriff auf schnelles Internet haben?

Unser Ziel ist es, jedes Gebäude in der Gemeinde mit einem für die Eigentümer kostenfreien Glasfaseranschluss zu versorgen. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt. Die erste Resonanz ist sehr positiv. Viele Bürgerinnen und Bürger freuen sich darüber, dass wir bei dem Thema mit großen Schritten vorwärtskommen. Bis zum Sommer 2025 soll das Netz in allen Ortsteilen durch den Netzbetreiber freigeschalten sein. Danach haben alle die Möglichkeit, das Glasfasernetz zu nutzen. Ein ambitioniertes Ziel, aber absolut realistisch.

Was muss noch erledigt werden, wann wird dies geschehen und wie lange wird dies dauern?

Bis Sommer 2023 sollen die Planungen für den flächendeckenden Ausbau abgeschlossen sein. Die Vergabe der Tiefbauarbeiten ist für eine der letzten Gemeinderatssitzungen vor der Sommerpause angedacht. Läuft alles rund, können die Tiefbau- und Verlegearbeiten bereits im August und September anfangen. In welchem Ortsteil wir beginnen, werden die nächsten Wochen zeigen. Geodata-Mitarbeiter besuchen demnächst alle Haushalte und legen gemeinsam mit den Eigentümern die Hausanschlusspunkte fest. Daraus ergibt sich die Priorisierung, wo wir wann anfangen. Bis Ende 2024 wollen wir mit den Tiefbau- und Verlegearbeiten fertig sein. Anschließend übergeben wir das Glasfasernetz an die NetCom BW, die dann das Netz innerhalb von sechs Monaten für die Nutzerinnen und Nutzer freizuschalten hat.

Wie hoch ist der finanzielle Aufwand für die Gemeinde beim Thema Breitbandausbau?

Der ist enorm und belastet den kommunalen Haushalt in den kommenden Jahren massiv. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 6,4 Millionen Euro. Davon übernehmen Bund und Land über das Graue-Flecken-Programm rund 5,8 Millionen Euro. Der Rest verbleibt als Eigenanteil bei der Gemeinde. Der Aufwand ist es aus meiner Sicht aber wert. Für die Eigentümerinnen und Eigentümer wird der Wert ihrer Immobilie mit einem Glasfaseranschluss unmittelbar steigen. Für uns als Kommune ist schnelles Internet ein echter Faktor geworden, warum sich Menschen für oder gegen uns als Wohnort entscheiden. Hier haben wir schon bald ein starkes Argument mehr, weshalb es sich lohnt, in Kirchheim, Dirgenheim oder Benzenzimmern zu leben.

Info-Abende zum Breitbandausbau in Kirchheim

Die Gemeinde Kirchheim am Ries informiert über den Projektfortschritt auf ihrer Webseite unter: www.kirchheim-am-ries.de/leben-wohnen/breitbandoffensive. Infoveranstaltungen zum Glasfaserausbau sind am 18. Januar in der Festhalle Kirchheim und am 19. Januar im Landgasthaus „Zum Kreuz“ in Dirgenheim, Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Gemeinde und das das planende Büro Geodata GmbH stehen Rede und Antwort. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Bis zum Sommer 2025 soll das Netzt freigeschaltet sein, sagt Bürgermeister Danyel Atalay. Foto: privat

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