Bus statt Riesbahn: Pendler sind frustriert

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Go-Ahead Bayern bringt die Riesbahn zum Fahrplanwechsel noch nicht voll in die Gänge. ⋌Foto: Go-Ahead Bayern (Lasse Schwegler)
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Go-Ahead Bayern startet mit weniger Zügen zwischen Donauwörth und Aalen.

Bopfingen. Bus statt Riesbahn. Darauf müssen sich Fahrgäste ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember für etliche Wochen einstellen. Das hat Betreiber Go--Ahead Bayern nun Baden-Württemberg wissen lassen. „Bayern First ist hier fehl am Platz!“, so die Reaktion im Landesverkehrsministerium von Ministerialdirektor Berthold Frieß. Der CDU-Landtagsabgeordnete Winfried Mack fordert, dass nun die DB Regio einspringt - auf Rechnung von Go-Ahead Bayern.

Bis in den Februar hinein sei unklar, wie viele Züge auf der Strecke Donauwörth-Aalen fahren werden und wie oft Fahrgäste in Ersatzbusse steigen müssen. Auch danach, bis Anfang Juni, sei nur ein Zwei-Stunden-Takt vorgesehen, bestellt worden war aber ein Stundentakt. Personalmangel nenne Go-Ahead Bayern als Grund, so Frieß.

Frieß schreibt weiter:„Ein Totalausfall auf der Riesbahn wäre nicht hinnehmbar. Wir erwarten, dass Bayern den Go-Ahead-Zugverkehr in Baden-Württemberg nicht wegen Personalmangels hinten anstellt. Minimum ist ein Zwei-Stunden-Takt von Anfang an.“

Für die von Bayern ausgeschriebenen Augsburger Netze erhielt Go-Ahead Bayern den Zuschlag. Zum Betriebsstart fehlen nun aber Lokführerinnen und Lokführer. Dies wurde, laut Verkehrsministerium, Ende September erkennbar. Go-Ahead Bayern habe ein Stufenkonzept erarbeitet. Dieses sehe vor, dass die Riesbahn anfangs nur sehr reduziert gefahren werden soll.

Auch in Baden-Württemberg kommt es wegen fehlenden Fahrpersonals immer wieder zu Zugausfällen. Daher betont Frieß: „Wir werden sehr genau darauf achten, das Go-Ahead in Baden-Württemberg dem Schwesterunternehmen in Bayern nur dann mit Personal aushilft, wenn es selbst seine Verkehre hier in hoher Qualität erbringt.“

Winfried Mack schreibt: „Go-Ahead Bayern hat viel Vertrauen zerstört, bevor es überhaupt losgeht. Vor vier Jahren hat Bayern die Augsburger Netze, zu denen auch die Riesbahn gehört, vergeben. Vier Wochen vor dem Start verkündet nun Go-Ahead Bayern, ihnen fehle das Personal, um die Riesbahn pünktlich zu bedienen, bis Sommer sei aber genügend ausgebildet.“ Es falle hier sofort auf, dass nur die Riesbahn nicht bedient werden solle, die anderen Linien aber schon.

„Keinesfalls darf es dazu kommen, dass die Riesbahn ab 11. Dezember stillsteht und nur noch Busse fahren, die 20 Minuten länger unterwegs sind“, ärgert sich Mack. „Wenn Go-Ahead Bayern auf der Riesbahn nicht wie vertraglich vereinbart liefern kann, muss die DB Regio den Betrieb bis Juni weiterführen und dies auf Kosten von Go-Ahead Bayern“, meint Mack. Es gehe um die Fahrgäste, und die hätten nichts von Strafzahlungen. Auch ein Sonderkündigungsrecht des Landes müsse geprüft werden. Das Land habe auf der Riesbahn ab 13. Dezember Züge im Stundentakt bestellt, auch durchgehend am Wochenende. Zudem sollen Züge alle zwei Stunden ohne Umstieg nach München verkehren, erinnert Mack. ⋌Martin Simon

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