Das lange Warten auf drei B29-Spuren

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Die B29 zwischen Lauchheim und Bopfingen-Aufhausen soll ausgebaut werden. Wichtiger Knotenpunkt ist die Röttinger Höhe Foto: we
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Das Land will 2022 die Planfeststellung für den dreispurigen Ausbau zwischen Lauchheim-Ost und Aufhausen vollziehen. Dann könnte 2025 Baubeginn sein. Doch es gibt Zweifel am Zeitplan.

Bopfingen/Lauchheim

Seit Jahren ist ein dreispuriger Ausbau der B29-Strecke zwischen Lauchheim und Bopfingen-Aufhausen geplant. Doch noch immer gibt es kein konkretes Datum für einen Baubeginn. Läuft endlich alles glatt, könne es im Jahr 2025 so weit sein, meint das Regierungspräsidium (RP) nun.

Die SchwäPo hat beim RP in Stuttgart in dieser Sache wieder einmal nachgefragt: Es werde angestrebt, „den Planfeststellungsbeschluss noch im Jahr 2022 zu erlassen“, wird dort versichert. Sobald Baurecht geschaffen sei, könne das Baureferat Ost, Außenstelle Ellwangen mit der Ausführungsplanung beginnen, heißt es beim RP weiter. Dabei würden dann eventuelle Auflagen und Regelungen aus dem Planfeststellungsbeschluss eingearbeitet und zum Ausführungsentwurf für die bauaufsichtliche Freigabe weiterentwickelt. Hierbei würden dann auch die letztmalig im November 2016 ermittelten Kosten von rund 8,7 Millionen Euro für die Maßnahme aktualisiert und fortgeschrieben, erklärt das Regierungspräsidium weiter.

Sobald die planungs- und baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen seien, die Finanzierung gesichert sei und der nötige Grunderwerb vollzogen sei, werde die Maßnahme ausgeschrieben. Im Anschluss könne die Baumaßnahme vergeben werden und der Bau beginnen.

In der Regel vergehen vom Planfeststellungsbeschluss bis zum Spatenstich aber zwei Jahre, so dass aktuell von einem Baubeginn Anfang 2025 ausgegangen werden kann, heißt es in Stuttgart weiter.

Bühler

Der Feststellungsentwurf liegt seit November 2017 vor. Was fehlt, ist ein Planfeststellungsbeschluss. Der ist Voraussetzung dafür, dass gebaut werden kann. Den erlässt das Regierungspräsidium Stuttgart. Warum dies bislang noch immer nicht geschehen ist, ist unklar.

Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler verliert die Geduld: Dass man zwischenzeitlich „eine paar rechtliche Schleife drehen musste“, sei nachvollziehbar, „unverständlich“ ist für ihn aber, dass sich die ganze Sache ständig verzögert. „Man kann schon den Eindruck gewinnen, dass man dieses Projekt gerne auf die lange Bank schiebt, und dies, obwohl es hier immer wieder zu schweren Unfällen kommt und obwohl wir alle hier die Kröte einer Ampel auf der Röttinger Höhe geschluckt haben. Damals hieß es doch, jetzt können wir sofort startet“, erinnert Bühler.

Schnele

Auch Lauchheims Bürgermeisterin Andrea Schnele bedauert die Verzögerungen. „Erst war es die Pflanze 'gemeine Wiesenraute', dann ging es um Ausgleichsflächen und jetzt gilt es offenbar Belange des Klimaschutzes neu einzuarbeiten. Die Verzögerungen sind ärgerlich und inzwischen den Menschen auch nicht mehr zu vermitteln“, sagt sie.

Ob eine Planfeststellung im Jahr 2022 noch erfolgt, das wagt sie zu bezweifeln. Jetzt sei Sommerpause und die neuen Anforderungen in die Planung einzuarbeiten werde dauern. Dass das Land hier auf Zeit spielt, wegen einer möglichen B29neu, die von Röttinger Höhe nach Nördlingen führen soll, glaubt sie nicht. Aber dennoch: „Bei meiner Wahl 2015 dachten wir, jetzt geht es bald los hier, nächstes Jahr trete ich für eine zweite Amtszeit an und es ist bei diesem Ausbau nichts Sichtbares geschehen. Schade“, endet sie.

Aktuelle Planung für den drei-streifigen Ausbau

Die Planungen liegen längst auf dem Tisch. Die B 29 soll im Abschnitt zwischen Lauchheim-Ost und Aufhausen durchgehend dreispurig ausgebaut werden. Geplant hat das Büro „stadtlandingenieure“. Die Planer haben mehrere Varianten untersucht, die alle den Umbau des Knotenpunktes „Röttinger Höhe“ beinhalten. Favorisiert wird eine Planung, die das Abflachen der Kuppel auf der Röttinger Höhe, eine Ampel dort, eine vierte, nämlich eine Abbiegespur, und weitere Linksabbiegespuren vorsieht. Der Verkehr aus Röttingen Richtung Lauchheim soll eine freie Rechtseinbiegemöglichkeit erhalten.Die B 29 muss zur Aufnahme der zusätzlichen Spuren auf 1460 Metern verbreitert werden. Der Zusatzfahrstreifen aus Richtung Lauchheim wird 860 Meter lang. Aus Richtung Aufhausen wird der bestehende Zusatzfahrstreifen über den Knotenpunkt hinweg verlängert. Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer soll die Ampel bringen. ⋌mas

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