Dorfladen - 365 Tage, rund um die Uhr

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Die Regale stehen, jetzt muss noch befüllt werden.
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Simon Wesselky und Lukas Niklas , Gründer von „Regional & Fair made in Süddeutschland“, eröffnen smarten SB-Dorfladen in Kirchheim in den ehemaligen Räumen der Bopfinger Bank.

Kirchheim am Ries

Gute Nachrichten für Kirchheim: Ab 17. September gibt es eine deutliche Verbesserung in der Lebensmittelgrundversorgung am Ort. Die Trochtelfinger Simon Wesselky und Lukas Niklas eröffnen mit ihrem Unternehmen „Regional & Fair made in Süddeutschland“ einen Dorfladen in den ehemaligen Räumen der Bopfinger Bank Sechta-Ries, Langestraße 39. Das Besondere: Der Laden ist täglich 24 Stunden geöffnet - ein „SB-Store 24/7“, erklärt Wesselky.

Bis Ende Juni 2022, sechs Monate lang, waren die beiden Firmengründer im Aalener Kubus mit einem Laden aktiv. Sie hatten sich mit ihrer Idee bei der Start-up-Messe „Make Ostwürttemberg“ durchgesetzt. Die Erfahrungen, die sie in Aalen gemacht haben, fließen jetzt in das Projekt in Kirchheim ein. „Wir haben gesehen, dass es schwierig ist, einen solchen Laden gewinnbringend zu betreiben. Denn es ist eine gewisse Personaldecke nötig, aber die Kosten hierfür stehen nicht in Relation zu den möglichen Umsätzen“, sagt Simon Wesselky im Gespräch mit der SchwäPo. In Kirchheim läuft deshalb alles fast ohne Personal.

Die Idee, in Kirchheim aktiv zu werden, bestehe schon lange, sagt Wesselky. Mit der Bopfinger Bank habe es gute Gespräche gegeben. Die Bank überlasse den Hofladenmachern ihre Räume in der Langestraße 39 mietfrei für zwölf Monate. Das beseitigt einen Leerstand und gibt einem Dorfladen, von dem Kirchheim seit vielen Jahren träumt, eine gute Startchance.

Im Gebäude ist das öffentliche Gemeinde-Bücherregal untergebracht, aber vor allem hängt dort der Defibrillator. Deshalb muss der Zugang 24 Stunden möglich sein. Kein Problem für Wesselky und Lukas Niklas, denn der Laden wird statt mit Personal mit smarter Technik betrieben.

Nur Kartenzahlung möglich

Der Laden wurde inzwischen mit intelligenter Überwachungstechnik ausgestattet. Kameras und ein Kassenbezahlsystem, bei dem die Kundschaft ihren Einkauf selbst scannt, wurden installiert. „Viele kennen das von IKEA, so soll das in Kirchheim auch laufen“, sagt Wesselky. Bezahlt werden kann nur mit Karte - EC- oder Kreditkarte. Erfahrungen hätten gezeigt, dass anderenfalls sehr oft die Bargeldkasse gestohlen werde, sagt Wesselky.

Weil diese Art des Einkaufens Neuland sei, wird in der ersten Zeit dienstags, donnerstags und samstags, jeweils von 7.30 bis 10.30 Uhr, jemand aus dem Team im Laden sein. „Uns ist es wichtig, die Kunden zu schulen. Wir wollen zeigen, dass einkaufen und bezahlen bei uns kinderleicht ist. Wir wollen die Leute abholen und mitnehmen“, sagt Wesselky. Mit der Gemeinde gebe es Gespräche, „ob wir bei Altennachmittagen, Dorfrunden oder in der Schule vorbeischauen und alles erklären dürfen“.

Rund 1000 Produkte gibt es

Standbein für „Regional & Fair made in Süddeutschland“ bleibt weiter der Internethandel. Auch vor Ort wird am Firmenkonzept festgehalten. Es werden Produkte aus Hofläden aus Süddeutschland angeboten. Das Sortiment in Kirchheim soll rund 1000 Produkte umfassen. Das reicht von Obst, über Gemüse, bis zu Eiern, Fleisch oder Käse. „Wurst und Fleisch kommen von der Metzgerei Schnele am Ort“, sagt Wesselky. Ist jemand im Laden, werden auch Backwaren angeboten. Daneben gibt es auch Dinge, wie Seife oder verschiedenste andere Produkte - alles regional erzeugt. „Bis auf einen haben wir jeden unserer Lieferanten besucht. Regionalität und Nachhaltigkeit können wir belegen“, sagt Wesselky. „Stopp. Ein Produkt ist doch nicht regional. Eine Dame bat uns, Katzenfutter ins Sortiment aufzunehmen, das haben wir gerne getan. Wir basteln nun an einer kleinen nicht-regionalen Ecke“, lacht Wesselky.

„Alkohol führen wir nicht. Hierbei muss nämlich die FSK-16-Jahre-Jugendschutz-Vorgabe erfüllt werden. Es gibt zwar Automatenlösungen, aber die kosten 15.000 Euro plus, diese Investition war uns viel zu hoch“, sagt Wesselky.

Bis zur Eröffnung wird noch fleißig gewerkelt. Die intelligente Überwachungstechnik funktioniere, die Regale seien aufgebaut und würden nun bestückt. Viel Arbeit habe das Kassensystem bereitet, sagt Wesselky, weil „viele unserer Lieferanten kein Barcodesystem haben, mussten wir selbst Barcodes erstellen und einlesen“, erklärt Wesselky.

Erster SB-Laden im Kreis

Beide freuen sich auf die Eröffnung, zu der sich Landrat Dr. Joachim Bläse und der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter angekündigt hätten. „Das wird der erste Laden dieser Art auf der Ostalb. Ich denke aber, dass unser SB-Konzept in zehn Jahren Standard sein wird, denn bei kleinen Umsätzen bedeuten die Personalkosten eine hohe Hürde“, meint Wesselky.

Das ist bei der Eröffnung am 17. September geboten

Kirchheim. Der Dorfladen in den Räumen der ehemaligen Bopfinger Bank, Langestraße 39, wird am 17. September, ab 14 Uhr eröffnet. Erhältlich sind dort Waren des täglichen Bedarfs samt Obst, Gemüse sowie Wurst- und Fleischprodukte. Für das leibliche Wohl zur Eröffnungsfeier sorgen regionale Gastronomen. Einige regionale Hersteller sind da und stellen ihre Produkte vor. Dabei sind unter anderem der Foodtruck „Rieser Bruzzler“, die Kelterei Obele oder das Weingut Schifferer. Landrat Dr. Joachim Bläse und CDU-Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter wollen ebenso dabei sein. ⋌mas

Simon Wesselky und Lukas Niklas (rechts) sind von ihrer Heimat überzeugt und lieben es regional. Ihr SB-Hofladen in Kirchheim ist der erste seiner Art im Kreis und soll Maßstäbe setzen. Fotos: privat
Eng zwar, aber dennoch wird eine Menge unterkommen.
Hier werden die Waren gescannt und bargeldlos bezahlt.

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