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Einfach beeindruckend

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Erik Roth

Erik Roth über die Fahrt an die ukrainische Grenze und eine kompromisslose Hilfsbereitschaft.

Zutiefst beeindruckend ist, was Kinga und Joe Putschögl aus Dirgenheim geleistet haben. Zehn Leute zusammentrommeln, Fahrzeuge vorbereiten, Hilfsgüter sammeln und zusammenpacken, tausende von Kilometern an Fahrt stemmen und, am wichtigsten: Menschen helfen. Das alles mit nahezu keiner Vorbereitungszeit. Am vergangenen Dienstag war die kleine Familie mit Sohn Luis und Yorkshire Terrierin Roxy noch im Urlaub in Frankreich. Eine Reportage lässt Joe Putschögl feststellen, dass er etwas tun muss. Freitagmorgen geht's von Dirgenheim in Richtung Ukraine. 

Dass das alles so gut funktioniert hat, hat der Konvoi Kinga Putschögl zu verdanken. Ihr Organisationstalent stellt alles in den Schatten, was ich bis dato erlebt habe. Nicht nur, dass die Aktion ohne große Vorbereitung so gut geklappt hat. Während der ganzen Fahrt bleibt sie in Kontakt mit der Gemeinde zu Hause, dem Zwischenstopp zum Güter abladen und stärken oder den Helfern an der Grenze. Sie hört, dass Menschen von Strom und Gas abgeschnitten werden. Prompt sorgt sie dafür, dass wir Aggregate kaufen und einladen können. Kinga ist eine Powerfrau, die einen kühlen Kopf bewahrt. Ob es eine gute Idee ist, einen Pressevertreter mitzunehmen, beschäftigt die Beiden. Es ist ein weiterer besetzter Sitzplatz. Ein Sitzplatz, der auch einen Menschen von der Grenze in Sicherheit bringen könnte. Sie entscheiden sich, dass ich mitkommen kann. Und Zeuge dieser kompromisslosen Hilfsbereitschaft zu werden. Ganz großen Respekt an euch und alle, die ihr zum Mitmachen gekriegt habt. Hut ab Kinga und Joe Putschögl!

Teil 1: Existenzen in Plastiktüten - die Lage an der ukrainischen Grenze

Teil 2: Von der ukrainischen Grenze nach Dirgenheim zurück: So ging es für die Geflüchteten weiter

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