Fußball ist Karl Bühlers Leben

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Karl Bühler in seinem Garten. Seit Langem ist der 77-Jährige ein Fan des VfB Stuttgart.

Der 77-Jährige war Talent-Scout, saß auf der Trainerbank und kickte selbst.

Kirchheim am Ries. "Fußball ist unser Leben", sang 1974 die damalige Fußballnationalmannschaft. Das trifft auch auf Karl Bühler zu. "Es gibt nichts, was er noch nicht gemacht hat", sagt seine Tochter Jennifer Bühler, die uns auf diesen besonderen Menschen aufmerksam gemacht hat.

Der gebürtige Nordhauser begann mit 13 Jahren seine Karriere als Fußballspieler. 1968 zog er nach Kirchheim am Ries und begann 1969 dort in der Mannschaft des damaligen SV Kirchheim zu spielen – ein Jahr, bevor sich die Vereine zur SV Kirchheim-Dirgenheim zusammenschlossen. Als dann 1973 die Spieler gegen ihren damaligen Trainer rebellierten und dieser das Handtuch warf, übernahm Karl Bühler den Trainerposten. "Du bist der älteste Spieler, Du übernimmst jetzt", haben die Sportkameraden gesagt und somit wechselte Bühler mit 29 Jahren auf die Trainerbank. 32 Jahre blieb er dort, bei verschiedenen Mannschaften in der Kreisliga. Bopfingen, Maihingen und Oettingen sind einige seiner Stationen als Trainer. "Doch Kirchheim blieb er immer verbunden", erzählt Jennifer Bühler. Als Jugendtrainer war er beim SV Kirchheim-Dirgenheim lange tätig.

1982 gründete er eine Mädchenmannschaft. "Das war eine schwierige Zeit", sagt Karl Bühler. Das erste Spiel ging mit 15:0 verloren. Da hatten dann schon einige keine Lust mehr. "Manchmal habe ich an einem Spieltag nur sechs Mädchen für das Ligaspiel zusammenbekommen", erzählt Bühler. In dieser Zeit entwickelte er sein Talent als Scout für den Fußballnachwuchs. Er war immer auf der Suche nach Mädchen und Frauen, die seine Mannschaft verstärken konnten. Was heute unmöglich wäre, war damals normal: "Manchmal habe ich die Mädchen auf der Straße angesprochen und gefragt, ob sie Fußball spielen möchten", lacht Bühler.

Der größte Erfolg für ihn war, als er mit der Kirchheimer Damenmannschaft in die Oberliga aufstieg. "Damals war das gleich unter der Bundesliga", ist der Fußballtrainer stolz auf diesen Erfolg. Dadurch wurde Kirchheim am Ries in Fußballkreisen wahrgenommen.

Wenn ich Schlechtwetter hatte, bin ich mit meinem Käfer nach Stuttgart gefahren.

Karl Bühler

2010 wurde er für sein Engagement vom DFB mit einer Urkunde und der DFB-Uhr geehrt. Bühler trainierte ebenfalls die Jugendmannschaften und die AH-Mannschaften des Vereins. Der gelernte Maurer ist schon immer ein großer VfB-Stuttgart-Fan. "Wenn ich früher Schlechtwetter hatte, bin ich mit meinem VW-Käfer nach Stuttgart gefahren, um beim Training zuzuschauen", erzählt er. Nach dem Training saß er mit Erwin Hadewicz, Helmut Dietterle und Jürgen Sundermann beim Essen.

"Er ist weit über die Grenzen hinaus bekannt", sagt Jennifer Bühler. Aber in Kirchheim sind seine Wurzeln geblieben. Beim SV Kirchheim-Dirgenheim gehörte Karl Bühler von 2007 bis 2009 als sportlicher Leiter zum Vorstand, seine zweite Amtszeit war dann von 2013 bis 2010. In seiner Zeit beim SV war er als Talentscout, drei Jahre als Platzwart und als Organisator der Vereinsausflüge tätig. Als 1993 bis 1994 das Vereinsheim am Käsweiher entstand, war er ständig auf der Baustelle. Für die Après-Ski-Party des Vereins hatte er eine Bar gebaut und stand auch dahinter. "Beim Heimweg lagen dann einige im Acker", lacht Karl Bühler.

Nun, mit 77 Jahren, ist Schluss. "Zeit für die Jüngeren," sagt er. Doch sicher bei ihm ist, dass Fußball weiterhin sein Leben sein wird.

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