Gasmangel: Riesbürgs Rathauschef warnt Bürger

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Durch die derzeitige Preisexplosion wird die Sanierung der Römerhalle in geplanter Form zu teuer.

Riesbürg. Die stark gestiegenen Baupreise machen der Gemeinde Riesbürg im Zusammenhang mit der Sanierung der Römerhalle in Utzmemmingen einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Aktuelle Berechnungen des Architekturbüros ACT haben eine Summe von 6,4 Millionen Euro brutto ergeben. Darin enthalten sind neben der Halle der Einbau einer Mensa und eine neue Küche.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung machte Bürgermeister Willibald Freihart deutlich, dass zu diesem Preis das Projekt für die Kommune nicht umsetzbar sei. Architekt Mathis Tröster sagte, insbesondere bei den technischen Gewerken gebe es einen Preisschub nach oben von 25 bis 20 Prozent. Hinzu kämen die hohen Gas- und Pelletpreise.

Wenngleich eine Umsetzung des Vorhabens aufgrund der momentanen Preissituation zu geplanten Zeitpunkt mehr als fraglich erscheint, will Rathauschef Freihart dennoch die entsprechenden Zuschüsse beim Land Baden-Württemberg vorsorglich beantragen. Die Ratsmitglieder zeigten sich mit diesem Vorgehen einverstanden. Gleichzeitig wurde der Architekt gebeten, den Bau der geplanten neuen Ganztagesgrundschule neben der Römerhalle (wir berichteten) zu Ende zu planen und die Kosten bis zum Sommer 2023 zu ermitteln. Dieses Projekt war im Anschluss an die Hallensanierung vorgesehen. Wenn diese Berechnungen vorliegen, will sich der Gemeinderat auch mit diesem Großprojekt befassen.

Die Gemeinderatsmitglieder waren sichtlich überrascht über eine derartige Kostenexplosion. Steigerungen seien zwar zu erwarten gewesen, jedoch nicht unbedingt in dieser Dimension, hieß es. Im Gremium kam die Frage auf, ob angesichts der neuen Lage nicht die neue Schule zuerst angegangen werden soll, nicht zuletzt wegen des Rechtsanspruches auf Ganztagesbetreuung ab 2026. Darüber könne erst diskutiert werden, wenn die Zahlen für den Neubau vorliegen. Möglicherweise finde man kommendes Jahr eine neue Situation vor. Architekt Tröster: „Ich denke, dass bei den Preisen inzwischen die Spitze erreicht ist.“

Freihart ging in der Sitzung zudem auf eine mögliche Gasmangellage im Herbst und Winter in der Gemeinde ein. Er berichtete von einer Online-Konferenz der Bürgermeister im Ostalbkreis mit Energieexperten, die einen Gasmangel noch vor Weihnachten nicht ausschlössen. Der Rathauschef bedauerte, dass in der Bevölkerung offenbar die Problematik noch nicht angekommen sei. Sollte es zu Abschaltungen bei der Gasversorgung kommen, wäre eine Wiederinbetriebnahme der Leitungen schwierig, weil diese nicht wie beim Strom „per Klick“ reaktiviert werden könnten. Da könne es sogar zu wochenlangen Unterbrechungen kommen, schilderte er ein mögliches Szenario. ⋌Bernd Schied

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