Prämierung Deutsche Weinkönigin

Henrike bei der Blindverkostung überragend

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Heniricke Heinicke nimmt es sportlich. Bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin am Freitagabend hat sie die Krone zwar nicht errungen, aber dennoch alles richtig gemacht.
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Zum Sprung aufs Podium hat es für die Trochtelfingerin Henrike Heinicke nicht gereicht, viele Sympathien und die Anerkennung der Jury hat sie dennoch gewonnen.

Bopfingen-Tochtelfingen

Freitagabend 20.15 Uhr. Die Trochtelfingerin Henrike Heinicke steht im schicken roten Kleid hinter der Bühne. Die dunkelblonden Locken fallen ihr über die Schulter. Die Scheinwerfer flammen auf, die Kameras laufen. Moderator Holger Wienpahl begrüßt die Zuschauer. Der SWR überträgt die Sendung live aus dem Saalbau in Neustadt. Wer wird die 73. Deutsche Weinkönigin? Henrike, Linda, Marie, Sina, Saskia oder Valerie? Am Ende hat es Henirike nicht geschafft, Deutsche Weinkönigin oder Weinprinzessin zu werden. Überzeugt hat sie dennoch. Gratulation.

So lief die Show

Doch der Reihe nach. Die sechs jungen Frauen betreten die Bühne. Und müssen sich dem Okay-mich-sehen-nun-hunderttausende-Fernsehzuschauer-live-Gefühl stellen. Geprobt haben sie alle ordentlich in den letzten Tagen. Das jetzt ist aber eine andere Nummer.

Aber die Weinprinzessinnen schlagen sich allesamt toll. Ein, zwei verhaspeln sich kurz, doch sie brillieren allesamt mit ihrem Wissen, sind präsent auf der Bühne, haben Ausstrahlung.

Henrike ist die Erste, der es gelingt, bei der Blindverkostung zu glänzen. Sich auf ihr ganzes Können zu konzentrieren, es jetzt abzurufen. „Er ist geschmeidig im Glas. Ich rieche heimische Früchte und tropische. Er hat ein wunderschönes Süß-Säure-Spiel, ist ausgewogen, kein Riesling.“ Sie geht aufs Ganze, legt sich gleich fest: „Es ist ein Sauvignon Blanc von der Nahe.“

Wienpahl hebt die goldene Hülle der Flasche an, gibt den Blick auf das Etikett frei. Henrike hatte recht. Kräftiger Applaus. Nicht nur von ihren gut 30 Freunden und Verwandten, die mit dem Fanbus angereist sind und im Publikum kräftigst die Daumen drücken.

Zuvor gab's einen kleinen Film über die Trochtelfingerin. Die 24-Jährige begrüßt die 70-köpfige Fachjury, die es zu überzeugen gilt, auf Französisch: „Chère famille du vin...“ Kommentiert den Einspielerfilm über sich dann live. Erzählt, dass sie Quereinsteigerin, nicht wie andere auf einem Weingut aufgewachsen ist. Wie sie alles Wissen aufgesogen hat, in Alaska und Kalifornien Wein verkauft hat. In ihrem Masterstudium in Agrar- und Ernährungswirtschaft steckt. Oldtimer liebt und mit ihrer Mama im Jaguar MK12 zu ihrem Praktikum in Burgund gefahren ist.

Dann muss sie Reporterin spielen, 45 Sekunden von der Weltmeisterschaft der Sommeliers berichten, anschließend zusammen mit Sina und dem Ensemble des Improvisationstheaters Springmaus ein Spontanstück rund um die Arbeit auf einem Weingut auf die Bühne bringen. Da ist Geistesgegenwart und Lockerheit gefragt.

Wie die Aufgaben für sie waren, fragen wir sie im Anschluss: „Ich fand's fair. Im Amt kann man ja auch unvorbereitet mit solchen Dingen konfrontiert sein.“

Nach zwei Stunden kürt die Jury Sina zur 73. Weinkönigin. Henrike umarmt und gratuliert. Dankt draußen ihren Fans für die Unterstützung. Genießt den Empfang mit den Fachleuten der Jury. „Das war ganz cool, mit denen mal zu interagieren.“ Feiert später mit Sina und den vier anderen im Hotel. Freut sich, über die Erfahrung, die sie machen durfte. „Das war kein Konkurrenzgefühl. Ich gönne es jeder. Wir wollen uns auch gegenseitig besuchen.“

Henrikes Ziele

Was jetzt ihr Ziel ist? Sich in Wien beim Studium in Ernährungspsychologie, Agrarpublizistik und Co reinknien. Ihre fünfte (!) Sprache – Italienisch – lernen. Weiter Wein-“Genussboxen“ packen in ihrem Job, bei dem sie sich um ein spannendes Portfolio kümmert. Wenn's mit dem Auslandssemester klappt, im März ihren Koffer für Chile packen. Von einem Käfer-Cabrio-Oldtimer träumen. Und – ganz wichtig – an ihrem Plan festhalten und in Bopfingen einen Weinberg anlegen.

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