Immer noch aktiv für den Bopfinger Raum

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Erich Göttlicher im Gespräch mit der SchwäPo. Der langjährige Bopfinger Bürgermeister kann einiges erzählen – und ist immer noch aktiv.
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Was der langjährige Bopfinger Bürgermeister Erich Göttlicher macht.

Bopfingen. Die Zahl drei zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Erich Göttlicher. Der frühere Bürgermeister von Bopfingen kam mit drei Jahren in die Stadt unterm Ipf.

Nachdem Studium startete er seine Karriere in Berlin: im Bezirksamt von Kreuzberg. „Das war die wilde Zeit in Berlin. Dementsprechend war da was los“, erzählt er im Rückblick bei einer Tasse Kaffee.

Von Berlin ging es für drei Jahre nach Stuttgart ins Kultusministerium. Er kam dann 1970 als Kämmerer zurück zum Ipf. Nach weiteren drei Jahren bewarb er sich auf den Chefsessel und wurde gewählt. Drei Amtsperioden blieb er Schultes von Bopfingen.

„Das war eine interessante Phase für die Stadt“, sagt Göttlicher. Die Eingemeindungen wurden in dieser Zeit vorgenommen. „Da war viel Feingefühl gefragt, denn nicht jeder wollte eingemeindet werden.“ Außerdem gab es Gemeinden mit mehr und solche mit weniger Schulden – hier musste der Ausgleich gesucht werden.

Wirtschaft in der Krise

In die Zeit, als Erich Göttlicher das Amt des Stadtoberhauptes übernommen hatte, fiel auch die Krise der Textil- und Lederindustrie in Deutschland. Bundesweit gab es in diesem Bereich Pleiten. Da Bopfingen auf diese Branchen gesetzt hatte, war es sehr betroffen davon. In dieser Phase entstand der Gewerbehof, der bis heute ein Erfolgsmodell ist. „Unser Ansatz war, von einem Mittelpunkt zu agieren“, erklärt Erich Göttlicher. Während andere einen großen Bau für alle Branchen bauten, konnte Bopfingen flexibler mit den Räumlichkeiten umgehen.

Wichtig war dabei auch der Kontakt nach Bayern. Der damalige bayerische Minister für Wirtschaft und Verkehr, Anton Jaumann, griff hier Göttlicher unter die Arme. „Er war immer für grenzüberschreitende Hilfe“, sagt Göttlicher. Jaumann, auf dessen Initiative die Rieser Kulturtage zurückgehen, gelang es, dass Bopfingen in die Förderkulisse für Bayern aufgenommen wurde – ein bundesweiter Präzedenzfall. „Aalen war eine starke Industriestadt, deshalb fiel der Kreis nicht in die Förderkulisse in Baden-Württemberg“, so Göttlicher. Auf diese Weise konnten Firmen nach Bopfingen geholt werden.

„Als Bürgermeister in Bopfingen ist man für den gesamten Raum zuständig“, sagt der ehemalige Bürgermeister. Deshalb sei es wichtig, in überörtlichen Gremien eine Stimme zu haben. Dazu gehört ein Mandat im Kreistag und auch im Regionalverband. Stolz ist Göttlicher auf seinen Vorsitz des Regionalverbandes ab 1990. „Nach fünf Jahren wurde ich bei geheimer Wahl einstimmig wiedergewählt“, erzählt er vergnügt.

Die Standortbestimmungen

Eine Wahl war für Göttlicher immer eine Standortbestimmung. „Wollen sie dich noch?“, war die Frage, die er sich immer stellte. Wenn er gewählt wurde, wusste er: „Ich habe es richtig gemacht.“

Ein wichtiges Fundament in seinem Leben war der Fußball. „Er hat mir immer Halt gegeben“, sagt Göttlicher. Egal ob als Spieler oder im Ehrenamt.

Bei den Reitzenstein-Kickers

Nachdem er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als Bürgermeister angetreten war, widmete er sich dem Bopfinger Fußballförderverein, den er gründete und dessen Präsident er war. In dieser Zeit konnten die Bopfinger Fußballer in die Landesliga aufsteigen und auch der Bau des Vereinsheims wurde ermöglicht. „Fußball hat mich in die Gesellschaft gebracht“, sagt Göttlicher rückblickend. So spielte er auch im Team der Reitzenstein-Kickers, einer Fußballmannschaft aus verschiedenen Landesministerien. Unter anderem waren dabei Hans Filbinger und Gerhard Mayer-Vorfelder an seiner Seite.

Für Flora und Fauna

Noch zu seiner aktiven Bürgermeister-Zeit gründete Erich Göttlicher 1989 den Wasser- und Bodenverband Sechta-Eger. Bis heute ist der 76-Jährige dort Vorsitzender. Eine Aufgabe, die ihm sichtlich Freude bereitet. „Wir haben aus einer artenarmen Landschaft ein schönes Gebiet geschaffen“, erklärt er stolz.

Mit seltener Flora und Fauna sind die Sechta-Auen heute ein sehr beliebtes Naherholungsgebiet. Das nächste Projekt ist bereits in Unterschneidheim und Tannhausen in Vorbereitung.

Langeweile kommt bei ihm nicht auf. „Das Wichtigste ist, etwas für die Allgemeinheit zu tun.“ Besser kann man es nicht sagen. Michael Scheidle

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