Kein Mobilfunkmast am Ohrenberg

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Der Ohrenberg bei Benzenzimmern. Ein Mobilfunkmast wird hier nicht stehen.
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Die untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Ostalbkreis hat den Standort abgelehnt. Warum und wie es nun weitergeht.

Kirchheim am Ries

Der von der Deutschen Funkturm GmbH im Auftrag der Telekom geplante, 40 Meter hohe Mobilfunkmast am Ohrenberg zwischen Kirchheim und Benzenzimmern wird nicht kommen. Im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens hat die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Ostalbkreis den Standort abgelehnt.

Mit der Anlage sollten die Mobilfunkverbindungen im Bereich der Orte Kirchheim, Goldburghausen und Benzenzimmern verbessert werden. Der Gemeinderat Kirchheim und der Ortschaftsrat in Benzenzimmern haben dem Projekt zugestimmt.

Bedenken äußerte jedoch der Ortschaftsrat Goldburghausen. Dort ist man der Ansicht, dass es sich um einen zu starken Eingriff in die Natur handeln würde. Auf Anfrage unserer Zeitung teilte das Landratsamt in Aalen jetzt mit, die vorgesehene Baufläche sei ökologisch sehr hochwertig und landschaftlich bedeutsam. Außerdem liege sie teilweise innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes.

Bei dem Grundstück handle es sich darüber hinaus um ein gesetzlich geschütztes Biotop mit der Bezeichnung „Magerrasenbrache südwestlich Benzenzimmern“.

Durch die Errichtung eines Funkmastes würden Teilflächen dieses Biotops dauerhaft zerstört und weitere angrenzende Bereiche erheblich beeinträchtigt, so die Kreisbehörde.

Die Naturschutzbehörde hat noch weitergehende Argumente gegen die Funkanlage. Die Fläche liege innerhalb des FFH-Gebietes „Westlicher Riesrand“ und somit der geschützte FFH-Lebensraumtyp „submediterraner Halbtrockenrasen“ betroffen. Dieser ginge dauerhaft verloren. Sollte die Funkturm GmbH an dem Standort Ohrenberg dennoch festhalten, wäre eine FFH-Verträglichkeitsprüfung erforderlich. Um im Zuge dessen eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten, spiele die Prüfung von Alternativstandorten eine wesentliche Rolle, so das Landratsamt weiter. Diese müsste zu dem Ergebnis gelangen, dass auf anderen Flächen das Vorhaben nicht mit weniger Eingriffen in Natur und Landschaft zu verwirklichen sei.

Der Deutschen Funkturm hat der Ostalbkreis nach eigenen Angaben verschiedenen Alternativgrundstücke zur Prüfung vorgeschlagen.

Die Pressesprecherin des Unternehmens, Lea Borgers, bestätigte auf Anfrage die Ablehnung des vorgesehenen Platzes und ergänzte: „Wir befinden uns derzeit in einer frühen Phase bei der Suche nach einen neuen Standort.“

Kirchheims Bürgermeister Willi Feige geht davon aus, dass ein anderes Grundstück in der Nähe gefunden werde und zu gegebener Zeit ein entsprechender Bauantrag für einen Mast bei der Gemeinde Kirchheim eingehe. Der „weiße Fleck“ beim Mobilfunk im Raum Kirchheim/Benzenzimmern sollte schon beseitigt werden, meinte Feige unserer Zeitung gegenüber.

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