Irrungen und Wirrungen vor der Wahl

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Das heimlich turdelnde Liebespaar Susi Hofstetter (Susanne Lak) und Bastian Kanzler (Thomas Jakob)
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Die Theatergruppe aus Kerkingen sorgt bei ihren Aufführungen nicht nur für einen unvergesslichen Wahlkampf, sondern auch für einen unvergesslichen Abend.

Bopfingen-Kerkingen

Der Januar ist die Zeit für die Freunde des Laientheaters. Und in bester Laientheatermanier spielte auch die Geringer Gruppe das Stück „Ein unvergesslicher Wahlkampf“ von Walter G. Paus. Der in Blaubeuren lebende Autor hat über 100 Theaterstücke und Kriminalgeschichten geschrieben. An diesem Abend hätte er bestimmt seine Freude daran gehabt, wie die Theatergruppe sein Stück von 2003 auf die Bühne brachte.

Detailliertes Bühnenbild

Sehr gut abgestimmt und sehr detailliert gestaltet war das Bühnenbild: eine Wohnstube, wie sie in jedem Haus vorkommen könnte. Und die Darstellerinnen und Darsteller füllten ihre Rollen mit Leidenschaft aus - keiner, der nicht gut hineinkam. Im Gegenteil, Jürgen Uhl als cholerisch, chaotischer Bürgermeister Florian göttlich hätte diesen Charakter nicht besser darstellen können. Ebenso Sigrid Benning als seine eifersüchtige Ehefrau Claudia Göttlich. Wer lange genug verheiratet ist, konnte sich gut in die Szenen hineinfühlen. Susi Hofstetter alias Susanne Lak und Bastian Kanzler- Thomas Jakob, als heimlich turtelndes Pärchen erinnert an die Zeit der Schwärmerei und erste Liebelei.

„Ein unvergesslicher Wahlkampf“ dreht sich um den Bürgermeister Florian Göttlich, der kurz vor seiner Wiederwahl steht. Plötzlich taucht ein Gegenkandidat auf und zu allem Überfluss findet seine Frau einen fremden BH in seinem Auto. Sie droht damit, auszuziehen und er kann sie gerade noch davon abhalten. Doch sie teilt das Haus mit einer weißen Linie, die von niemand und nie übertreten werden darf. Schließlich kandidiert sie gegen ihren Mann um den Posten des Bürgermeisters.

Die Story ist nicht neu, aber hier wurde sie originell verarbeitet. Die typischeren Wirrungen und Irrungen, die Liebschaften und das Zusammenleben wurden gekonnt herausgehoben. Bestes schwäbisches Theater, das sich hinter bekanntem Volkstheater nicht verstecken braucht. Gute und witzige Pointen trafen direkt ins Lachzentrum der Zuschauer. Die Akte waren kurzweilig gestaltet und ließen die Zeit an diesem Abend bestens vergessen.

Viel Applaus und Witze

Einziger Wermutstropfen war die Ausleuchtung der Bühne. Die Akteure standen bei manchen Szenen zu sehr im Schatten, was besonders auf den hinteren Rängen zu merken war, da die Mimik nicht deutlich ankam.Das Stück endet in einem großen Happy End, alle finden zusammen und leben glücklich und zufrieden weiter. Die Zuschauer belohnen die Akteure mit viel Applaus und Martin Dauser, der seit 44 Jahren auf der Bühne steht, erzählt wieder einige Witze.

Ein überzeugendes Stück an einem genialen Abend.

Da ist bei den Männern guter Rat teuer, Florian Göttlichs Frau kanidiert im Wahlkampf gegen ihn. v.l. Jürgen Uhl, Peter Uhl, Martin Dauser)
Bürgermeistergattin Claudia (Sigrid Benning) achtet darauf, dass niemand die Grenzlinie überschreitet. v.l. Jürgen Uhl, Sigrid Benning, Martin Dauser
Bürgermeister Florian Göttlich (Jürgen Uhl) versteht die Welt nicht mehr. Seine Frau Claudia (Sigrid Benning) hat das Haus in zwei Hälfen, mit einer Trennungslinie geteilt.
Die Schauspieler merkte man an, dass sie mit viel Spaß bei der Sache waren.
Die Planungen für den Wahlkampf von Claudia Göttlich laufen auf Hochtouren. v.l Peter Uhl, Lydia-Maria Schierle, Sigrid Benning, Thomas Jakob

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